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Neue Hass-Tiraden aufgetaucht: Der Reggae-Sänger Capelton hetzt weiter gegen Schwule und darf deshalb nicht wie geplant am Donnerstag im schweizerischen Basel auftreten.

Der Veranstalter, die Kaserne Basel, sagte das Konzert am Dienstag ab. Grund sei ein Video gewesen, das auf der Videoplattform "You Tube" veröffentlicht worden sei und in dem Capleton gegen Schwule hetzt. Die Homosexuelle Arbeitsgruppe Basel (habs) und die Organisation "Stop Murder Music" hatten die Veranstalter über das Video informiert. "Aufgrund dieser neuen Situation hat sich die Kaserne nun entschieden, den Künstler nicht auftreten zu lassen", heißt es in einer Erklärung der Veranstalter. "Grundsätzlich aber sehen die Programmverantwortlichen die Kaserne als Ort der Auseinandersetzung über gesellschaftliche und kulturelle Themen und sind der Überzeugung, dass das Stattfinden des Konzertes, eingebettet in eine offene und engagierte Diskussion, fruchtbarer wäre als eine Absage."

Capleton hat zwar im Mai 2007 den "Reggae Compassionate Act" unterschrieben, in dem er sich dazu verpflichtet, keine Gewaltaufrufe mehr zu verbreiten (queer.de berichtete). Allerdings stammt das beanstandete Video vom Dezember 2007. "Hinsichtlich Zeitpunkt und Inhalt der Aufnahme hat sich die Wortbrüchigkeit Capletons ergeben", erklärte die habs. Die homophoben Aussagen seien in Jamaika von Sprachkundigen bestätigt worden.

"Da bei der Auswahl des Künstlers für die Kaserne wesentlich war, ob er sich von seinen über Jahre hinweg verbreiteten Schwulenhass-Parolen distanzierte, war die jetzige Absage der folgerichtige Schritt", begründete die habs. Die Organisation stellte klar, auf diese Weise auch den Schwulen auf der Karibikinsel helfen zu können: "Die Schwulenrechtler dort können sich solange nicht wirksam für ihre Rechte einsetzen, wie sie davon ausgehen müssen, gejagt und umgebracht zu werden. Solange aber in Jamaika immer wieder Homophobie schürende Signale von Reggae-Idolen an ihr Publikum gerichtet werden, solange wird sich dort auch die Situation von Aktivisten, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen, nicht verbessern können."

Capleton begründet seine Texte mit seinem Glauben. In Interviews hat das Mitglied der christlichen Rastafari-Bewegung stets beteuert, dass seine Lieder keine Aufrufe zur Gewalt gewesen sondern metaphorisch gemeint seien. Das Feuer, in dem Schwule brennen sollten, sei vielmehr ein Symbol für die "reinigende Kraft Gottes", führte er an. Rastafaris lehnen Homosexualität unter Bezugnahme auf die Bibel ab. (dk)



42 Kommentare

#1 HannibalEhemaliges Profil
  • 04.11.2008, 18:01h
  • Oh, schön! Dann gibts ja hier demnächst wieder Mecker von den frustrierten Rastas!
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#2 ThommenAnonym
  • 04.11.2008, 20:33h
  • Ein Partyveranstalter in Basel, der einen Tag nach dem Konzert, nach der angesagten "Diskussion" über Gewalt, Drogen und Sexismus ("Breaking the Rules") eine gayparty veranstalten wollte, distanziert sich von den Bestrebungen der Schwulengruppe und bedauert die Absage.
    Ich finde dazu nur: Es braucht offensichtlich mehr Schwule, die ihre Gewalterfahrungen und Diskriminierungen bekanntmachen und darüber auch mit ihren Bekannten reden!
    Es gibt kein "nur ein bisschen Schwule töten", oder Schwule verbrennen sei nur als Seelenreinigung "gemeint"!
    Schwule, die schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen nicht mit potenziellen Tätern diskutieren! Und Leute, die keine Erfahrungen machten, sollten nicht einfach nur "theoretisieren". Aufrufe zur Gewalt sind übrigens Offizialdelikte. Ich glaube auch, dass Capleton & Co. nicht "belehrbar" sind! Wenigstens solange nicht, als sie damit Geld verdienen können!
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#3 NilsAnonym
  • 04.11.2008, 23:54h
  • Auch wenn ich genauso schwul bin, wie mein Kollege Hannibal in vorgehenden Eintrag bin ich der Meinung, dass das Theater meiner homosexuellen Brüder mittlerweile ziemlich übertrieben und unangebracht ist.
    Lasst Freunde des Reggaes Reggae hören und stoppt endlich diese Hetze gegen eine Minderheit wie unsere es ist.
    Auch wenn diese Reggae Künstler nicht gerade Freunde unserer sexuellen Vorlieben sind, stehen sie ansonsten für Equal Rights & Justice und das ist das wesentliche.Solange kein Freund des Reggae auf der Straße Homosexuelle verprügelt, sollte man auch diese Gruppe von Menschen tolerieren und nicht bekämpfen.

    Diese Medienhetze ist wirklich feige! Und peinlich für die ganze Gay-Community!

    Reggae ist tolle Musik und ihre Hörer keine Unmenschen!

    Homosexualität und Reggae lassen sich auch vereinen!
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#4 JacNsakEhemaliges Profil
  • 05.11.2008, 02:10h
  • Antwort auf #3 von Nils
  • Punkt 1 - es gibt keine Medienhetze. Die Medien, besonders MTV und Konsorten, haben das Thema bisher geflissentlich versucht zu ignorieren. Sie verteilen gerne Awards an Leute wie Bushido und solche unangenehmen Aspekte stören eher den reibungslosen Betrieb, außer man kann polarisieren und jemanden durch das Bedienen bestimmter Reflexe hochrubeln. Motto: Gib´ krassen Scheiss gegen Schwule von dir, dann werden sie schön hysterisch, Du bekommst ordentlich Presse, die Kids kaufen dich und hinterher distanzierst Du dich halt - ey Spaß! (die Tunten gehören ja gar nich vergast, sondern werden verarscht! achsoooo...)

    Punkt 2 - keiner der sich näher mit dem Thema beschäftigt hat, kann pauschal behaupten, sämtliche Reggaehörer seien homophobe Ignoranten. Reggaehörer sind hierzulande auch weder für ihren offenen Rassismus noch für ihre rechte Einstellung berüchtigt, gerade deswegen gibt es inzwischen auch glücklicherweise eine Auseinandersetzung innerhalb der Szene mit homophoben Texten. Aber eine Verharmlosung des Themas ist angesichts der echten Bedrohung für die Homosexuellen auf Jamaica genau das Gegenteil von förderlich für die Grundideen von Toleranz und gegenseitigen Respekt, die Reggae für viele ja symbolisiert.

    Punkt 3 - es gibt reichlich Dancehallsänger, die nicht nur "üblich" homophob sind, sondern die sehr aggressiv dazu aufrufen, gegen Schwule und Lesben auf Jamaica vorzugehen und die aktiv mit daran beteiligt sind, den Homosexuellen vor Ort das Leben zur Hölle machen. In Europa wird dann entsprechend Kreide gefressen, Unterlassungserklärungen werden unterzeichnet, die aber in vielen Fällen das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben wurden.

    Punkt 4 - Homosexuelle werden auf Jamaica nicht "nur" auf der Straße verprügelt, sondern es wird aggressiv Wahlkampf damit gemacht, gegen sie zu hetzen. Sie werden umgebracht, verstümmelt, teilweise vor den Augen der Polizei durch Straßen gehetzt.

    Punkt 5 - ich erwarte von jedem Reggaehörer, der sich wirklich für "Equal Rights & Justice" einsetzt und das nicht nur als bequeme Toleranzattitüde vor sich herträgt, um gelassen seine Tüte auf der Hanfparade qualmen zu dürfen, diese Realitäten endlich zur Kenntnis zu nehmen und sich nicht in einer verkitschten Jamaicaglorifizierung zu gefallen, bei der irgendwelche blöden Homospaßbremsen bloß stören. Ich würde mir meine Gegner auch lieber woanders suchen, als ausgerechnet auf einer verarmten Karabikinsel! Lass uns doch einfach die betroffenen Leute auf Jamaica vergessen und stattdessen ein bisschen Spaß haben! Noch einen Rumcocktail mit Schirmchen dazu, eine feine Tüte und die Texte versteht doch hier eh keiner...ab geht die Party!

    Punkt 6 - Es ist nicht peinlich für die Gaycommunity sich dafür einzusetzen, die Verhältnisse für Lesben und Schwule auch in anderen Ländern zu verbessern, es ist eine Schande für den gesamten Musikbetrieb, diese Punkte bisher weitgehend zu ignorieren und mit dieser volksverhetzenden Art von Musik widerspruchslos Kohle zu scheffeln. Es ist peinlich, ein Land zu idealisieren, dessen brutale gewalttätige Realitäten alles andere als paradiesisch sind. Solange diesen Sängern nicht massiver Widerstand entgegenweht, sondern sie sogar für ihre aufhetzenden Songs beklatscht werden und sie Verständnis finden, werden sie nie auf die Idee kommen, das irgendetwas verkehrt sein könnte. Im Gegenteil sie brüsten sich dann noch als die Verteidiger der "echten Werte"! Erst wenn es ans Portemonnaie geht, bröckelt die Fassade plötzlich.

    Punkt 7 - Möglicherweise lassen sich Homosexualität und Reggae vereinen, solange man Reggae als unpolitischen Musikstil betrachtet. Musik ist erstmal zum Tanzen oder Hören da. Allerdings bezweifle ich sehr stark, dass sich die Religion der Rastafarian mit offener Homosexualität vereinen lassen wird. Was sich ebenfalls nicht vereinen lässt, sind die Ablehnung von Rassismus oder Homophobie, bei Duldung des jeweils anderen, weil man sich halt gerade mal nicht persönlich betroffen fühlt. Wer die pauschale Ausgrenzung oder Verfolgung einzelner gesellschaftlicher Gruppen aufgrund willkürlicher spezifischer Merkmale fordert, verdient weder Toleranz noch Respekt. Schwule Rassisten sind genauso widerlich wie homophobe Dancehall-Hetzer.
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#5 AntichristProfil
  • 05.11.2008, 06:17hHH
  • Antwort auf #3 von Nils
  • @Nils: "Reggae ist tolle Musik und ihre Hörer keine Unmenschen!"
    Du hast den Sinn des Ganzen anscheinend nicht verstanden. Es geht keineswegs darum die Hörer zu ärgern, sondern darum diesen Hasssängern (in Jamaica sowohl Täter, als auch Anstifter) durch solche Auftrittsverbote Grenzen zu zeigen. Die Grenze in Europa ist da wo der Aufruf zur Menschenrechtsverletzung beginnt. Von daher haben die Veranstalter in Basel mit der Konzertabsage richtig gehandelt. Frankreich hält es hoffentlich ebenso.
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#6 stromboliProfil
#7 HannibalEhemaliges Profil
#8 LeoST.Anonym
#9 FloAnonym
  • 05.11.2008, 13:08h
  • Das zeigt mal wieder, was wir alle immer schon gesagt haben: um ihre Einnahmen nicht zu geährden, versprechen diese Hass-Sänger das Blaue vom Himmel, weil es ja um ihr Geld geht. Aber sie halten sich nicht daran und lachen sogar noch die Idioten aus, die ihnen glauben...

    Die kann man nur stoppen, wenn sie europaweites generelles Auftittsverbot bekommen und auch ihre CDs und iTunes-Songs verboten werden!

    Würde jemand gegen Juden, Farbige, etc. so hetzen, wie sie gegen Schwule, wäre das auch schon längst geschehen, aber wenn es um Schwule geht, sind Politik und Gesellschaft viel lahmer. Und daran sind wir selbst mitschuldig, weil wir viel zu wenig unternehmen und auch Parteien wählen, die da tatenlos zusehen...
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#10 FloAnonym
  • 05.11.2008, 15:39h
  • Antwort auf #3 von Nils
  • @Nils:
    Also Dein Beitrag ist an Zynismus und Doppelmoral kaum noch zu überbieten:

    1.
    "Lasst Freunde des Reggaes Reggae hören"

    Sollen Sie, aber nicht, wenn da offen zu Gewalt aufgerufen wird! Übrigens unabhängig davon, ob da zu Gewalt gegen uns oder sonstwen aufgerufen wird... Mord- und Gewaltaufrufe sind NIE Kunst, egeal gegen wen sie sich richten...

    2.
    "Auch wenn diese Reggae Künstler nicht gerade Freunde unserer sexuellen Vorlieben sind, stehen sie ansonsten für Equal Rights & Justice und das ist das wesentliche."

    Aha... Wenn also hier jemand schreiben würde "Ermordert Reggaesänger und ihre Fans" würdest Du auch sagen, dass derjenige zwar nicht gerade ein Freund des Reggae ist, aber sich ansonsten (z.B. beim Thema Homosexualität) für "Equal Rights & Justice" einsetzt.

    Sorry, aber diese Sichtweise ist nicht nur ignorant, sondern einfach nur dumm. Entschuldige, dass ich das so direkt sagen muss, aber so ist es nun mal leider...

    3.
    "Reggae ist tolle Musik und ihre Hörer keine Unmenschen!"

    Aber sobald irgendwo zu Mord und Gewalt aufgerufen wird (egal ob im Reggae, in anderer Musik oder in anderen Bereichen) ist es nicht akzeptierbar.

    Du bist der Meinung, dass Gewalt- und Mordaufrufe okay sind, solange sie Deinem Musikgeschmack entsprechen... Das ist dumm, ignorant und undemokratisch.

    Punkt.

    Stoppt Hassmusik!
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