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Kommentare zu:
Sieg für Obama - Niederlage für Homo-Ehe


#31 gatopardo
  • 06.11.2008, 11:35h
  • Antwort auf #29 von freeman
  • Richtig ! So kommt es ja auch immer wieder vor, dass man wider besseres Wissen die Bevölkerung über Themen abstimmen lässt, mit denen sie überfordert ist, weil sie rein aus dem Bauch heraus entscheidet. Alte Ressentiments gepaart mit mangelnder Bildung sind keine gute Grundlage, um an einem Referendum teilzunehmen.
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#32 SaschaEhemaliges Profil
  • 06.11.2008, 20:24h
  • Antwort auf #31 von gatopardo
  • Der entscheidende Punkt ist, dass man nicht grundlegende Bürger- und Menschenrechte, und ganz besonders den Schutz von Minderheiten, zum Gegenstand einer Volks- oder Mehrheitsabstimmung machen darf. Sonst können wir morgen auch "per Volksentscheid" darüber abstimmen, ob Menschen jüdischen Glaubens Geschäfte tätigen oder Frauen wählen dürfen.

    Wer einer bestimmten Gruppe von Menschen uneingeschränkt gleiche und volle Bürgerrechte verwehren oder entziehen will, der verlässt den Boden einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft.

    (Das bedeutet aber keineswegs, dass wir in anderen Bereichen nicht dringend sehr viel mehr direkte Kontrolle von politischen Entscheidungsprozessen durch das Volk brauchen.)
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#33 hwAnonym
#34 smallAnonym
  • 06.11.2008, 21:55h
  • Der erste Schwarze, der zum Präsidenten gewählt wird, gut so!
    Ein guter Tag für Amerika und damit auch ein guter Tag für die Welt.

    Aber, mittlerweile, eine absolute Überbewertung!
    Der Mann ist nicht der Messias, ja nicht mal Martin Luther King.
    Vergleichbar höchstens mit Kennedy, und wie das endete wissen wir ja….

    Auch Obama ist eingebettet in die realen Strukturen der US-Politik, durchaus in der Lage neue Akzente zu setzen, aber er kann nicht über Nacht die Welt zum Besseren wandeln!
    Die Homofreundlichkeit hält sich auch in Grenzen, zumindest wenn man diese in Verbindung mit Authentizität betrachtet, Mrs. Clinton war da schon wesentlich offener…

    Aber gut, die Gay-Anliegen sind momentan vielleicht auch nicht die dringensten politischen Fragen, die anstehen....
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#35 TaintAnonym
#36 stromboliProfil
  • 07.11.2008, 09:09hberlin
  • Antwort auf #15 von Samuel
  • Samuel,ich stelle mich deinem privaten glück nicht in den weg...
    Aber warum muß ich meine aufmerksamkeit und zeit dafür verschwenden? Ich gehe sogar noch weiter: "...die Öffnung der Ehe dann in einer Region wieder abgeschafft. Dies bedeutet einen klaren Rückschlag für homosexuelle Paare..." ; nichts dergleichen passiert! Lediglich ein rückschlag in einer/deiner privaten sicht. Wird diese sicht aber instrumentaliesiert, seis durch uns selbst oder unseren gegnern, dann liefere ich die steilvorlage eines eigentores!
    Indem ich private organisationsstrukturen ( ich will die "ehe" im allgemeinen mal so polemisieren.. auch wenn sie deine wie meine eltern beglückten!) als EINE von vielen möglichkeiten, selbstbestimmter lebensplanung sehe, muß ich sie doch nicht gleich als richtschnur, als maß aller dinge einordnen!! Insbesondere ich in der " ehe -ideologie " einen der haupt-mitverursacher homophober strukturen sehe. Rechtliche absicherung sollte/muß/könnte ebenso über andere konstrukte laufen! Der traum von heirat unter dem gesichtspunkt "abendländischer" traukultur, mit zeugen und blumenbukett, weißem schleier, dem zeichen der unschuld ( und wer von euch hat sich bis zum ehe/treue gelöbnis keuch verhalten??^^) mag unser bedürfnis für kitsch befrieden, aber der politischen frage nach emanzipation ( nicht tolerierung oder gar akzeptanz... das sollte man auch mal neu überdenken..!!) dient es nicht! Und eben weil ich mich nicht nur einer person gegenüber verantwortlich fühle, kann ich mir sicherheit jenseits des ehe gelübtes vorstellen, und fordere HIER die dafür eigentlich notwendigen ,rechtlichen verbindlichkeiten ein! Stichworte : rechtssicherheit! Chancengleichheit, verfügungsgewalt über meinen eigenen willen (erbrecht.. bis hin zu besuchs/ verfügungsrecht...) .
    Ich habe auch meine "verbindlichkeit" gegenüber meinen freunden immer als selbstverständlich wachsendes begriffen, ohne den bombast öffentlicher erklärung. Aber da hast du recht, wer das braucht, soll es halt machen, aber nicht fordern, dass andere ihm mittels politischer „anstrengung“ diesen persönlichen wunsch als verallgemeinende "Ansicht" erfüllen.
    Insofern Samuel, dein, "Aber verallgemeinere Deine Ansichten nich auf alle andere.", fällt auf auf dich zurück!

    Noch mal zur politischen reaktion: indem wir uns auf die eheklausel haben einengen lassen, überlassen wir unseren gegnern ein instrumentarium der polemik, dem in wenigen worten nichts entgegen zu setzen ist, ausser dem versprechen lieb zu sein (^^)! Eine tendenz, die eingeläutet wurde als sich die emanzipationsbewegung in eine wirsindangekommenindermitte bewegung veränderte. Seitdem verwalten wir den heterogenen gedanken der zwischenmenschlichen beziehungen: maß der dinge, die ehe als beweis des „erwachsen“ geworden seins. Entsprechend auch die überschriften: „Hass gegen die Liebe“ und ähnlichem. Das anderssein, und "anderssein" wahrgenommen werden, soll mit dem sammelbegriff ( zudem für gutwillige ) EINE LIEBE WIE JEDE ANDERE eine korrektur finden. Nur richtet sich deren hass nicht gegen "liebe", sondern gegen den vermuteten angriff auf ihre „ordnung der dinge“ in denen sie sich mit all ihren kleinen fluchten an glückserwartung und deren scheitern widerspiegeln. Deshalb auch die besetzung des ehepostulates für sie so wichtig/sinnstiftend ist. An diesem punkt kann man (schwuler/lesbe) auch feststellen, wie weit sich der feminismus vom emanzipatorischen weg , hin zum partizipatorischen entwickelt hat: nicht mehr die "verfügung über das eigene ich" , die botschaft der frühen frauenbewegung,steht in deren denken, sondern die (AB)sicherung gegenüber der männergesellschaft mit mitteln der männerkultur. Ob das dann im scheidungsrecht die kinderunterbringung zu ihren gunsten beeinflußt, ob im unterhaltrecht... es ist eine auf männlicher ideologie und rationalität aufbauendes erwartungsdenken, die nicht mehr emanzipation genannt werden kann. Insofern sind eben auch frauen, egal welcher herkunft, von der wertevorstellung und notwendigkeit der familie überzeugt. Sichert doch gerade die, die stellung der frau in einer "unvollkommenen" gesellschaft. Was von den gralshütern dieser ideologie (religion/konservatismus) denn auch mit aller macht betrieben wird. Unsere „IDEE“ dies zu unterlaufen, indem wir deren konstrukt einfach kopieren ( was im hinblick auf unsere erziehung auch die scheinbar einfachste lösung schien) offenbart aber auch den inhaltlichen widerspruch der ideologie: nicht die mann/frau konstruktion und aus ihr folgend die der familie, ist der kern der überlebensstrategie. Die „evolution“ ( hier mittlerweile auch durch die wissenschaft (siehe samenspende- genforschung...) gefördert) beginnt zudem eigene „wege“ zu gehen. Und eigentlich läge es in unserem eigenen interesse, diesen weg mit zu gestalten ( siehe gender), anstatt uns auf „gestriges“ berufen zu wollen. Interessant in diesem zusammenhang die tatsache, dass mehrheitlich frauen die evangelen - bewegung stützen, während männer die ideologischen vorgaben machen...!
    Aber unsere strategie "zwingt uns nun in die passive stellung: "..Nein, hierzulande hält man ganz selbstverständlich an dieser Form der Diskriminierung und Herabwürdigung von homosexuellen Partnerschaften fest...! Sascha, recht hast du: ich möchte auch nicht abstimmungen zu diesem eingeschränkten thema machen! Da geht der schuß nach hinten los! Und sie hätten nie teil einer abstimmung sein dürfen, hätte es andere gesetze gegeben! Hier mal unser AGG uns um die ohren geschlagen!

    Gerade leute der mittelschicht und insbesondere aus den ghettoschichten aufstrebende, bauen auf sogenannt "sichere werte", zu denen die der familie als hort der besinnung und sicherheit vorgegaukelt wird. Das die soziale realität dem entgegen steht , wird nicht als „widerspruch , eher als (gemeinsam, so die amerikanische formel) überwindbares angesehen. So kann man das reformierte scheidungsrecht in der "westlichen" welt als ein konstrukt der erghaltung des status quo ansehen: es stärkte die ökonomische sicherheit der frau ohne ihr das zustehende selbstverwirklichungsrecht uneingeschrängt zu verleihen ( siehe die abtreibung... denkmodel: was wäre, wenn die ungewollte befruchtung zu einem tatbestand des körperlichen missbrauches erklärt wäre. Also nicht nur die vergewaltigung als ganzes, sondern auch die "unversehertheit" der eizelle??Andersrum aber wird ja auch diskutiert über den "anfang" zu schützenden lebens...) Was eben auch eine verschärfung der „ideologischen „ thesen mit sich bringt. Und gerade bevölkerungsgruppen (frauen ,farbige,juden,schwule und sinti/roma), die selbst die erfahrung der ausgrenzung erlebten/en, suchen sich "sichere programme" , mit „verheißungsqualität“. Was auch die besondere anfälligkeit der afro-amerikaner für christliche sekten und deren beschränkte inhalte zeigt; die hispano-amerikaner da traurigerweise in nichts nachstehen!
    Um den widerspruch zu gefühlter,weisser dominanz im alltäglichen hervorzuheben, wird zudem die gruppenidentität ( comunity) überbetont. Was z.B. die schwierigkeiten schwarzer schwuler sowohl in ihrer schwarzen, die der jüdischen oder muslemischen in ihrer jeweiligen comunity erklärt. Ebenso auch ihre schwierigkeiten in der schwulen comunity!
    Und beim blick auf die bürgerrechtsbewegung fallen weitere paralellen auf: die der jüdischen intelligenz, ihre einstmalige bedeutung für die schwarze bewegung und ihr einbruch in den zeiten der erstarkung des "weissen"evangelistischen neoliberalismus. Aus verbündeten ( zusammenarbeit von der zeit der 30ger bis in die frühen 70ziger) plötzlich gegner , ja hassobjekte wurden, und dies von beiden seiten geschürt, zu den sonderlichsten allianzen führte. Und es ist ebenso schon fast vergessen, dass die schwarz-amerikanischen muslime im Jahre 2000 überwältigend für einen Mann stimmten, den sie heute am liebsten vergessen würden: G.W. Bush
    Es wird hier auch gefragt werden müssen, wieso gerade eine gruppe, die mit misch-rassischen verboten über 200 jahre in ihrer lebensqualität verkrüppelt, gedemütigt, gerade diese, eine engstirnigkeit, uneinsichtigkeit an den tag legt, gegenüber einer IRRATIONALITÄT wie sozialabbau,diskriminierung von randgruppen, ausnutzung der MH’s als freiwillige in fremdkriegen, spaltung der interessenslagen zwischen den unterpriveligierten, und last but not least, dem banalen wunsch der schwulen "ehestandsmäßig", auf dem selben level wie sie zu stehen. Als wäre eigene geschichte mit einem „votum „ erledigt. Hier ist ursachenforschung dringenst notwendig , weil auch wir ansonsten die konsensfähigkeit mit den anderen bevölkerungsgruppen verlieren werden!

    Übrigens eine entwicklung, die sich 1 zu 1 auf unsere derzeitige situation hier vor ort vorfinden lässt. Entsprechend stehen wir auch in deutschland/europa vor ähnlichem; siehe migrationsproblem & homophobie!

    Vieleicht wird man in den wahlanalysen auch die wiederkehr des pragmatischen zusammengehens von „randgruppen“und deren spezifischen interessen, wie z.B. die der jüdischen mit den afroamerikanern, der feministen mit dem religiösen entdecken( ja,ja, auch die sind es...RANDGRUPPEN als teil einer gesamt zu besimmenden gesellschaft) wir müßen lernen den begriff neu zu definieren , aber er besteht und beeinflußt die uns betreffenden entscheidungen...) , und es nicht umzudeuten in ein problem „schwarzer und unterschichten“, wie unsere rechte spottdrossel @inferno zu fabulieren sich traute. Nähmlich zu verstehen, was an unserer „einbringung“ in die anderen„randgruppenstrategien“ falsch läuft.
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#37 Tufir
  • 07.11.2008, 10:20h
  • Antwort auf #34 von small
  • "Auch Obama ist eingebettet in die realen Strukturen der US-Politik, durchaus in der Lage neue Akzente zu setzen, aber er kann nicht über Nacht die Welt zum Besseren wandeln!"

    Eben. So sehr ich mich über die Wahl gefreut habe: Sie markiert auch den Tag, an dem der Außenseiterkandidat zum Establishment wird und an dem das Volk von der jubelnden Masse wieder zum kontrollierenden Organ werden muss. Unter dem Gesichtspunkt wird es früher oder später auch berechtigte Kritik an Präsident Obama geben. Insofern ist es nicht schizophren, sich zu freuen, aber gleichzeitig auch nicht zu vergessen, zu fordern.
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#38 seb1983
  • 07.11.2008, 10:41h
  • Das denke ich auch.
    Unter den jetzigen Erwartungen kann er quasi nur scheitern, trotzdem sehe ich es als Erfolg wenn er nur 10% seiner Pläne umsetzen kann, denn die Marschrichtung stimmt endlich wieder.

    Weder Schwule noch Schwarze oder andere Minderheiten sollten glauben dass sich von heute auf morgen die Welt anders rum drehen wird, und grade Europa wird sich wohl noch wundern wenn nicht nur mehr Zusammenarbeit sondern auch mehr Engagement gewünscht wird, grade so mancher Linke wird sich verträumt die Augen reiben wenn deutsche Soldaten gefordert werden.
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#39 SaschaBProfil

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