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Die Berliner CDU wirft dem Wowereit-Senat vor, trotz der wachsenden Homophobie unter Migranten zu schweigen und fordert ein schnelles Handeln.

Sascha Steuer, offen schwuler bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, attestierte Rot-Rot ein mangelndes Interesse daran, die steigenden Zahlen homofeindlicher Gewalttaten zu bekämpfen: "Die jüngsten Übergriffe, bei denen Schwule oder Lesben ohne jeden Grund krankenhausreif geschlagen wurden, machen uns Homosexuellen Angst - und immer häufiger haben die Täter Migrationshintergrund", erklärte der 33-Jährige im "Tagesspiegel". "In meinem Freundeskreis wird bereits diskutiert, ob man in der Öffentlichkeit noch Händchen halten oder sich einen Abschiedskuss geben kann."

Der Berliner Senat habe bislang noch nicht auf die neue Lage reagiert: "Gibt es mal einen Konflikt, in dem der Senat eine klare Linie zeigen muss, hört man kein Wort", so Steuer. Er empfiehlt eine klare Ansage: "Es muss deutlich werden: Homosexualität, aber auch Gleichberechtigung von Frauen und Männern sind in Berlin selbstverständlich; wenn Ihr Euch damit anfreundet, ist es gut – wenn nicht, solltet Ihr Euch entscheiden zu gehen."

Die Lesben und Schwulen in der Union appellieren an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zu handeln: "Im Interesse der Community reicht es definitiv nicht aus als Regierender Bürgermeister nur die Schirmherrschaften für lesbisch-schwule Veranstaltungen zu übernehmen, aber wenn es um die Angst der Homosexuellen im Alltag geht, einfach nur zu schweigen", so der Eike Letocha, Landeschef der LSU.

Kritik übte die CDU auch an Migrantenverbänden: "Diese Gruppen weichen dem Thema aus und schweigen, weil sie ein Problem mit Homosexualität haben. Das geht nicht. Gerade die Migrantenverbände müssen Position beziehen", argumentiert Steuer. Er verweist dabei auf das Scheitern des "Runden Tisches gegen Homophobie", an dem neben Homo-Gruppen auch Migranten- und Islamverbände ergebnislos teilgenommen hatten (queer.de berichtete).

Erst vor kurzem sorgte ein schwulenfeindlicher Hetzartikel in einem arabischsprachigen Berliner Anzeigenblatt für Wirbel. Darin ruft der Autor auf, Schwule zu ächten und rechtfertigt auch das angebliche Tötungsgebot gegen Homosexuelle durch den Propheten Mohammed, das im Koran festgeschrieben sein soll (queer.de berichtete). (dk)



46 Kommentare

#1 Der Begum Aga Khan ihre NaseAnonym
  • 11.11.2008, 12:23h
  • ist sascha steuer etwa queer.de-user "sascha"? beide vertreten ja ähnliche positionen und so.
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#2 CarstenAnonym
  • 11.11.2008, 12:45h
  • Warum schaffen wir Berliner es eigentlich nicht mal eine Großdemo zu organisieren?

    Es geht uns doch ALLE an !!! Wenn ich mir die Zahlen bei Romeo anschaue müssten da doch locker über 2000 Leute zusammen kommen !

    Der Aufruf zur Mahnwache über Romeo hat doch auch recht gut geklappt !

    Auf was warten wir ?

    Die ersten Toten ....

    kehrt hier denn jeder nur noch vor seiner eigenen Tür ?

    Schaut doch mal nach Kalifornien, da gehen gerad tausende für Ihr Recht auf die Strassen!

    Und gerad wir Berliner können und sollten das auch !!!!
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#3 FloAnonym
  • 11.11.2008, 13:28h
  • Da muss ich ausnahmsweise mal der CDU recht geben (wenngleich die Berliner CDU auch nicht unbedingt mit anderen Landes- und Ortsverbänden oder der Bundes-CDU vergleichbar ist):

    dass Schwulenhass und antischwule Gewalt unter Migranten und Deutschen mit Migrationshintergrund größer ist als in anderen Gruppen ist nun mal (empirisch mehrfach belegte) Tatsache!! Ob einem das ins Weltbild passt oder nicht.

    Und leider sind auch entsprechende Verbände sehr still bei dem Thema. Und selbst Parteien, die eigentlich für Homorechte eintreten, schweigen oft bei diesem Thema, weil es halt ein heißes Eisen ist.

    Eines ist mir ganz wichtig:
    es darf bitte keiner von diesen Fakten auf alle Migranten verallgemeinern!

    Aber wenn Menschen sich nicht an unsere Werte und Spielregeln halten, muss das mit aller Schärfe sanktioniert werden, egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund!!

    Da darf man keine Sonderregeln machen, nur um nicht von realitätsfremden Weltverbesserern, die Fakten nicht anerkennen wollen, in die rechte Ecke gestellt zu werden...

    Fakten sind Fakten und wenn die Fakten nun mal so sind, muss das bekämpft werden, auch wenn einem die Fakten nicht ins Weltbild passen...

    Dies ist gerade auch nötig, um die Mehrzahl der Migranten zu schützen, die sich eben sehr wohl an die Spielregeln halten und nicht Werte und Gesetze missachten!!
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#4 Tim_ChrisProfil
#5 alexander
  • 11.11.2008, 13:30h
  • wenns um den eigenen hintern geht, werden sogar in der cdu stimmen gegen homophopie laut !
    aber letztendlich hat die jahrzehnte lange ignoranz unserer regierenden zu diesem rückschritt geführt, gerade in berlin !!!
    wäre durch die gesetzliche, generelle anpassung des "schwulen lebens " die "normalität" ein stück voran gekommen, wären die probleme nicht so gross geworden und wir wären wehrhafter !
    ausgerechnet die "konservativen christen ", die bislang alles in dieser richtung verhindert haben, was zu verhindern war, schreien nun laut und geben anderen die schuld an dieser entwicklung, obwohl sie die verbesserungen, die andere in den letzten jahren erstritten haben, als für sie selbstverständlich in anspruch nehmen !!!

    ps.: wer möchte schon händchenhaltend mit einer cdu-schwester durch berlin laufen und auch noch zum abschied gebusselt werden, bbrrrrrrrrrrr, geht garnicht !!!!!
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#6 goddamned liberalAnonym
  • 11.11.2008, 13:31h
  • Proteste gegen Homophobie sind wichtig. Weder islamische Araber oder Türken noch katholische Polen noch orthodoxe Russen haben dafür gegenüber 'Alt-Deutschen' eine Sondergenehmigung.

    Aber: Man darf sich auch nicht auf eine falsche politische Schiene verleiten lassen. Sehr 'migrationsmäßig' sahen die beiden blonden Täter, die jüngst das Lesbenpaar in Berlin verprügelt haben, jedenfalls nicht aus....
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#7 MarstophProfil
#8 BerlinerAnonym
  • 11.11.2008, 14:47h
  • Antwort auf #5 von alexander
  • Ich muss Dein Weltbild etwas erschüttern: Leider saß, abgesehen von 1953-55 und 1981-89, die SPD seit den ersten Wahlen nach dem Zweiten Weltkrieg immer im Senat bzw. (bis 1950) Magistrat. Auch die Politik der letzten knapp zwanzig Jahre wurde von ihr mitgestaltet und mitgetragen. Und für die bemerkenswerten Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit, bei Sportvereinen oder anderen Beschäftigungs- und Betreuungsmöglichkeiten für Heranwachsende seit 2002 trägt der angeblich "linke" Wowereit-Senat die Verantwortung, nicht die in Berlin zunehmend konfuse CDU. (Ganz zu schweigen von "konservativen Christen", die in der Berliner Landespolitik überhaupt keine Rolle spielen.)
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#9 bastapapsta
  • 11.11.2008, 15:10h
  • Ausgerechnet die CDU, welche die Maßnahmen gegen Homophobie immer mit Füßen tritt setzt sich jetzt auf einmal gegen dieses ein......
    Aber diesem hier wieder gegebenen Statemant der CDU muss ich leider voll zustimmen.
    Die gewalttätigen Hassübergriffe von zB. Moslems in Deutschland auf Homos sind schon übel. Selber Toleranz verlangen & dann die selben, von denen man dies verlangt dann diskriminieren, und Gewalt anwenden. Wir akzeptieren doch auch, wenn hier solche Gestalten rumlaufen, welche sich mit einem grossen schwarzen Fummel rumlaufen, wo nur die Augen zu sehen sind. Und wir dürfen nicht vergessen, dass hier auch Migranten sind, welche wegen ebensolchen fundamentalistischen Fanatikern nach Deutschland gekommen sind, um Schutz zu finden. Wenn es gegen Ausländerfeindlichkeit geht ( welche ich auch entschieden ablehne )
    reissen diese Muslime weit die Klappe auf, aber
    wenn es um die Gewalt seitens Migranten gegenüber Homos in Deutschland geht, kriegen sie das MAUL nicht auf. Ich finde es cool, dass hier so viele Leute aus verschiedensten Ländern der Welt eine so schöne bunte Kultur erschaffen haben. Eben darum müssen Leute, die anderen mit Hass und Gewalt gegenübertreten die Rückfahrkarte für den nächsten Flieger bekommen, besonders im Sinne ihrer Landsmänner, welche hier in Deutschland Schutz vor ebensolchen fundamentalistischen Leuten suchen & hierauf auch ein Anrecht haben.
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#10 apfelmaikProfil
  • 11.11.2008, 15:45hHerford
  • Antwort auf #2 von Carsten
  • Hallo Carsten,

    in Kalifornien geht es ja auch nicht um Leben und Tod oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit sondern um die Frage, ob man heiraten darf oder nicht.
    Das scheint für viele, wichtiger zu sein.

    Es ist ja auch ein schwieriges Thema, bei dem man auf gar keinen Fall in eine Form von Fremdenfeindlichkeit abgleiten sollte.
    So nach dem Motto: "Als deutscher Homosexueller sollte ich keine Angst vor gewaltbereiten Ausländern haben müssen."
    An einer Demo, in die eine solche Aussage hineininterpretiert werden könnte würde ich auch nicht teilnehmen.

    Wir sollten diese Gewalt nicht ignorieren und auch nicht negieren, dass die Haupttätergruppe jugendliche und junge Männer mit Migrationshintergrund sind.
    Da muss man mit Aufklärung, aber vielleicht auch mit einer Verschärfung des Strafrechts ran.
    Meiner Meinung nach kann man bei Menschen, die so genannte Hassverbrechen begehen eher von keiner positiven Sozialprognose ausgehen, weshalb man da in der Regel von Bewährung absehen sollte.

    Das wäre im übrigen auch bei den Nazis in einigen ostdeutschen Ländern angesagt, mit denen die dortige Justiz schon mal etwas nachsichtig agiert.
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