Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9629

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hat Strafanzeige erstattet gegen die Kölner Firma GoodToGo GmbH, bei der die neue CD des Rappers Trick Trick erscheint – außerdem geht der LSVD gegen einen Auftritt von Capleton vor.

Auch gegen mehrere Vertriebsfirmen wie amazon.de oder bol.de gab es eine Anzeige. Der LSVD will damit gegen das neue Album von Trick Trick ("The Villain") vorgehen, das am 12. Dezember in Deutschland erscheinen soll. In der Anzeige heißt es: "Das betreffende Album enthält unerträgliche schwulen- und lesbenfeindliche Äußerungen sowie
konkrete Aufrufe zu Gewalttaten gegen Homosexuelle".

Dabei werden Textauszüge zitiert: "He's a fucking faggot so I'm lettin' off my AK/Bust 'em in his forehead/He ain't worth lettin' live/A man and man shouldn't raise another man's kids!" ("Er ist eine verdammte Schwuchtel, darum schieß ich ihm mit meiner Kalaschnikow in den Kopf. Er ist es nicht wert, am Leben gelassen zu werden. Ein Mann und ein Mann sollten nicht die Kinder eines anderes Mannes großziehen").

Volksverhetzung?

"In seinen Texten ruft er also offen zum Mord an Homosexuellen auf. Auch ruft er dazu auf, die offen lesbisch lebenden US-Schauspielerinnen und Moderatorinnen Ellen DeGeneres und Rosie O'Donnell in die Luft zu sprengen", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Diese Inhalte erfüllen unseres Erachtens den Straftatbestand der Volksverhetzung, da zu Gewalttaten gegen Minderheiten aufgerufen wird. Die oben genannten Firmen unterstützen die Verbreitung solcher Inhalte, weshalb sie sich nach unserer Auffassung des Verstoßes gegen Paragraf 130 Strafgesetzbuch strafbar machen."

Trick Trick hat zur Veröffentlichung seines Albums in den USA für Unruhe gesorgt, als er in einem Interview Schwule beschimpfte. So sagte er, er wolle nicht, dass Homosexuelle seine CD kauften, weil er deren "Schwuchtel-Geld" nicht haben möchte (queer.de berichtete).

Auch Anzeige wegen Capleton

Des Weiteren hat der LSVD den Staatsschutz Wuppertal in der Sache Capleton eingeschaltet. Der jamaikanische Interpret (bürgerlich Clifton G. Bailey) soll am 2. Dezember im Wuppertaler U Club auftreten. In Basel wurde kürzlich der Auftritt des Interpreten abgesagt (queer.de berichtete). Der Interpret hatte sich zwar im Mai 2007 verpflichtet, keine homophoben Lieder mehr zu singen. Darin hielt er sich aber nicht: Er hat nach der Unterzeichnung des "Reggae Compassionate Act" in Jamaika nachweislich bei mindestens einem Auftritt in Songs zur Ermordung von Schwulen aufgerufen.

Notorisch sind etwa seine Songs "Bun Out Di Chi Chi", "Give Har" oder "Hang Dem Up", auf die sich auch der LSVD beruft: "Uns scheint bei den oben genannten Titeln und Mordaufrufen der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 Strafgesetzbuch und der Tatbestand der Volksverhetzung gem. Paragraf 130 Strafgesetzbuch gegeben zu sein, sofern die besagten Songs zur Aufführung gebracht werden sollten. Strafbar machen sich in diesem Fall auch die Veranstalter", argumentiert Jetz. (dk)



57 Kommentare

#1 goddamned liberalAnonym
  • 14.11.2008, 13:45h
  • Was für ein Aufschrei würde durch die Medien gehen, wenn man bei solchen Mordaufrufen den Begriff 'schwul' durch Begriffe wie 'Neger', 'Juden', 'Frauen' etc. ersetzen würde.

    Machen wir uns nichts vor: Wir sind immer noch an der untersten Stelle der Hackordnung. Homophobie ist im Vergleich zu anderen Ressentiments wie Rassismus, Antisemitismus etc. die einzige Form von Hass, bei dem man sich auch noch moralisch so richtig gut vorkommen kann. Daran sind nicht irgendwelche rappenden und rockenden Brandstifter, daran sind die Biedermänner im Pfaffenrock schuld, die ungeschoren aller Welt predigen dürfen, dass wir Menschen minderen Werts sind....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 HannibalEhemaliges Profil
#3 alexander
  • 14.11.2008, 15:25h
  • # 1.
    du hast es wunderbar auf den punkt gebracht!

    um so unverständlicher, dass unsere regierung diese volksverhetzung rechtlich auch noch sanktioniert?
    es gäbe mit sicherheit weitaus weniger homophbe gewalt, wenn die täter sich nicht auch noch moralisch toll finden würden.
    was diese "religiöse erziehung" anrichtet, sieht man nun ja sehr deutlich auf jamaika !
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FreddyAnonym
  • 14.11.2008, 15:50h
  • Betr. Capleton

    Und warum nur Wuppertal ? Hat das einen bestimmten Grund ? Er tritt doch Anfang Dezember auch in Hamburg, München, Stuttgart und Dortmund auf. Steht zumindest auf diversen VVK Seiten.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RabaukeAnonym
  • 14.11.2008, 16:03h
  • Das schlägt dem Faß den Boden aus!!!! GoodToGo erhält dieser Tage auch von mir, als Musikhandel eine klare Kündigung des gegenseitigen Händlervertrages, sollte diese CD tatsächlich in den Deutschen Handel gelangen. Es ist beinahe unerträglich, mit welcher Frechheit und lebensbedrohenden Art und Weise, man hier nur an Verkaufszahlen denkt, dabei billigend Volksverhetzung, planung einer terroristischen Tat, Mord an Homosexuellen in Kauf nehmen will.
    Als Händler schließe ich mich hiermit dem LSVD an und appeliere an GoodToGo, einzulenken. Auch die Firma Phono Net erhält entsprechende Infos.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 vrosinProfil
  • 14.11.2008, 16:03hMuch
  • Ich werd den Fireman aka King Shango aka Capleton jedenfalss so oft es geht im Dezember abfeiern, wie ich es in der Vergangenheit schon des öfteren gemacht habe! Ich sag euch, da brennt die Bude! Empfehlenswert!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 HannibalEhemaliges Profil
#9 jochenProfil
  • 14.11.2008, 16:38hmünchen
  • Antwort auf #1 von goddamned liberal
  • ich stimm dir zu!

    es herrscht gesellschaftlich kein oder nur ein geringes bewusstsein gegenüber gewalt gegen homosexuellen.

    meldungen über gewalt gegenüber schwulen finden doch meist nur in den schwulen medien statt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 KrabatAnonym