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Die Chronik der Schwulen wird fortgesetzt. Der zweite Band von Autor Dietmar Kreutzer beschäftigt sich mit den Achtzigern, die uns die Aidskrise aber auch Fortschritte bei der Emanzipation brachten.

Von Christian Scheuß

Für die über 50-jährigen wird bereits der erste Band der "Chronik der Schwulen", der die siebziger Jahre beleuchtete, ein komisches Gefühl beschert haben. Die eigene Jugend, das eigene Erleben ist plötzlich museal und wird Gegenstand einer geschichtlichen Betrachtung und Rückschau. Stil, Mode und (erotische) Vorlieben werden mit ironischer Distanz beschrieben und von den Lesern mit Verwunderung begleitet.

Nun hat es die Generation der 40-Jährigen erwischt. Auch ihnen wird der historische Spiegel vorgehalten. Der Effekt ist derselbe: Was für komische Frisuren wir damals trugen, was für merkwürdige Coverboys auf den Titelseiten der Homoblätter. Welch exotische Diskussionen über sexuelle Emanzipation und Bürgerrechte für Schwule und Lesben.

Der aus Leipzig stammende Autor Dietmar Kreutzer hat offensichtlich eine große Freude am Sammeln und Sichten der homohistorischen Dokumente vergangener Jahrzehnte. Für seine Chronik-Reihe bedient er sich hauptsächlich bei den Medien der damaligen Zeit. In den Achtzigern also bei "Du & Ich", "Him", "Gay Journal", "Adam", "Don", "Magnus" sowie "Männer aktuell". Aus ihnen hat er die wichtigsten Ereignisse aus Politik, Kultur und Gesellschaft herausgepickt und mit einer Fülle von Bildern aus der Zeit angereichert. So wird das Lebensgefühl dieses Jahrzehnts greif- und fühlbar.

Ob das geplatzte Parteienhearing in der Bonner Beethovenhalle oder der Schwulenskandal um General Kießling, die Gründung der ersten Schwulenzentren in den Großstädten oder die Formierung der Christopher Street Day Demos, die ersten zaghaften Gehversuche des Comiczeichners Ralf König oder die Hiobsbotschaften aus den USA über eine merkwürdige neue Schwulenseuche; Die Chronik ist ziemlich komplett, auch wenn sie die Themen immer nur kurz streifen kann. Zudem ist die Quellenlage der Homobewegung der DDR spürbar dünn. Kreutzer hat sich sichtlich bemüht, den heutigen Osten Deutschlands im Buch vorkommen zu lassen.

Auch der zweite Band der Chronik der Schwulen ist ein vergnügliches wie spannendes Häppchen-Büffet. Ein Emotionen weckender Rückblick für alle, die diese Zeit hautnah miterlebt haben. Und ein leichter Einstieg für die nachwachsenden Homo-Generationen.

Dietmar Kreutzer, Chronik der Schwulen – Die achtziger Jahre, Männerschwarm Verlag, 112 S., 16,80 Euro



10 Kommentare

#1 BlubberAnonym
  • 17.11.2008, 22:52h
  • Passend dazu:

    Deutsche AIDS-Hilfe feiert Geburtstag

    25 Jahre alt wird die Deutsche Aids-Hilfe in diesem Jahr. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel Grund genug, der Organisation für ihr Engagement zu danken. Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen steigt auch in Deutschland seit 2001 wieder an. Deshalb braucht die Bundesregierung einen starken Partner.

    www.fischer24.eu/index.php?site=artikel1&id1=2239
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#2 beobachterAnonym
  • 17.11.2008, 23:26h
  • Er stammt aus Leipzig und hat sich mühen müssen, die schwule DDR der 80er Jahre im Buch vorkommen zu lassen? Ja, wenn er die West-Quellen am West-Berliner Mehringdamm wichtiger nimmt als eigne Erlebnisse ... für die er aber vielleicht noch eine Spur zu jung ist.
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#3 beobachterAnonym
  • 18.11.2008, 01:12h
  • Noch was: Aidskrise? Die gab es NICHT in den Achtzigern HIER sondern wenn dann erst nach dem Fall der Mauer. Mit AIDS hatte man sich in der DDR praktisch nicht zu beschäftigen - und das war sehr gut so.
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#4 KonstantinEhemaliges Profil
  • 18.11.2008, 07:08h
  • Antwort auf #3 von beobachter
  • Selber schuld! Was mussten die Ossis auch unbedingt alles haben: Bananen, Ananas, BMWs .... dann kriegt man halt auch die nicht so hübschen Sachen dazu! War im Care-Paket mit drin! Und wie heisst es so schön: Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul! Gell?
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#5 beobachterAnonym
#6 KonstantinEhemaliges Profil
#7 KonstantinEhemaliges Profil
#8 xv22Anonym
#9 sushiAnonym
#10 KonstantinEhemaliges Profil