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Die neueste Partei des fünften Kontinents will gegen eine verstaubte Sexualmoral vorgehen und sich für Homo-Rechte einsetzen: Nur wenige Stunden nach ihrer Gründung hat die "Australian Sex Party" bereits hunderte Mitglieder.

Von Dennis Klein

Die Partei ist am Donnerstag bei der Sexpo – einer Erotik-Messe in Melbourne – offiziell gegründet worden. Sie hat bereits wenige Stunden später über 500 Mitglieder und kann sich so als offizielle Partei für anstehende Wahlen registrieren. Obgleich ihr Name an deutsche Spaßparteien wie die Liste UngüLtiG, Christoph Schlingensiefs Chance 2000 oder die Biertrinker Partei erinnert, ist es den "Sexisten" völlig ernst: "Wir sind besorgt, dass die australische Regierung unser Land zu einem Nanny-Staat machen wird. Die Konservativen machen derzeit leider Boden gut", erklärte Parteigründerin Fiona Patten, die auch Chefin von Eros ist, dem größten australischen Erotikhändler.

Die Sex Party wehrt sich dagegen, dass religiöse Gruppen Einfluss auf die Sex-Politik der Regierung nehmen. So beklagt die Partei, dass "Unterhaltung für Erwachsene" heute einer größeren Zensur unterworfen sei als noch vor 20 Jahren. Besonders kritisiert die neue Partei Pläne der sozialdemokratischen Regierung, das Internet zu zensieren. "Die wollen jede Erwachsenseite, also etwa playboy.com, zensieren. Das würde uns um Jahrzehnte zurückwerfen", argumentiert Patten. Auf der von der Regierung veröffentlichten Internet-Schwarzliste stehen derzei 10.000 Websites, die in Kürze Australiern vorenthalten werden sollen. Das Land hat – ähnlich wie Deutschland – strenge Jugendschutzgesetze. In Teilen Australiens ist sogar der Verkauf oder Besitz von Porno-DVDs verboten.

Doch auch über Porno und Co. hinaus hat die Partei inzwischen Position bezogen: In der Homo-Frage setzt sich die Partei für eine vollständige Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein – also auch für die von der Regierung abgelehnte Öffnung der Ehe. Sie will außerdem umfassendere Antidiskriminierungsgesetze – etwa ein Schutz für Huren und Callboys – durchsetzen, bessere Sex-Erziehung von Jugendlichen in Schulen gewährleisten, eine 50%-ige Frauenquote im Parlament einführen sowie Rabatte für Viagra und Cialis gewähren. Außerdem soll Kinderpornografie bekämpft werden und man will eine Untersuchungskommission einsetzen, die sexuellem Missbrauch von Kindern in kirchlichen Institutionen auf den Grund geht.

Dass die Sexpartei nicht nur ein Jux sein soll, zeigt auch die Partei-Seite im Internet. Hier werden die Autoren sogar philosophisch in ihrer Erklärung, warum die "Australian Sex Party" eine absolute Notwendigkeit ist: "Sex ist eine wundervolle Sache. Das ist der Grund warum wir geboren werden, und (meistens) NICHT der Grund, warum wir sterben", heißt es darin. "Sex ist verantwortlich für viel Vergnügen und ein erfülltes Leben. Er ist auch die Basis für einen Großteil von Kunst, Mode und Musik. Er unterhält uns, begeistert uns und verblüfft uns. Weil Sex ein solch fundamentales Bedürfnis der Menschen ist, bestimmt er viel von unserem Verhalten. Und dann kommen Politiker und wollen das beschränken."

Konservative und christliche Organisationen haben bereits ihren Kampf gegen die Sexpartei aufgenommen: "Pornografie und Prostitution schädigen Frauen und Kinder erheblich und die Idee, dass die großen Parteien Fürsprechern dieses Handels Sitze in unserem Parlament freimachen, würde dem Empfindungsvermögen der meisten Australier widersprechen, die daran glauben, dass Frauen respektiert werden sollten", erklärte Jim Wallace von der Australian Christian Lobby.

Auch in Deutschland wären die Voraussetzungen für eine Sexpartei günstig, gerade wenn es um Internetzensur geht. Insbesondere schwul-lesbische Internetseiten – darunter auch queer.de – müssen sich teilweise gerichtlich gegen Pornografie-Vorwürfe wehren. Die großen schwulen Datingportale sind wegen dieser Gängelei bereits in die Niederlande umgezogen. Zudem forderte diese Woche Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ebenfalls einen Internetfilter, wie er in Australien geplant ist. Angeblich soll dieser derzeit nur gegen Kinderpornografie eingesetzt werden.



#1 RabaukeAnonym
  • 21.11.2008, 13:03h
  • Genau!!!!! Wenn man bedenkt, daß "Andere", schwul/lesbische Internetportale aus Deutschland abwandern, damit hier wieder potenzielle Arbeitsplätze flöten gehen, kommt mir schon die Galle hoch. " Frau von dem Leim" will "Schutzfilter" ins Internet bauen? Sie sollte "Schutz-Lümmeltüten" verteilen, damit solche "Einfallspinsel" gar nicht erst entstehen, diese sich dann, 20 Jahre später, " Politiker" nennen.:)
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#2 Syrius458Ehemaliges Profil
  • 21.11.2008, 16:30h
  • ...Wunderbar- Dein Kommentar
    UvL traue ich im Verbund mit Schäuble zu, über die Hintertür, der Filter für
    Kinderpornographie,einen Anschlag auf die Informationsfreiheit/rechte in unserer
    Demokratie zu machen.Von da bis zur Grundsätzlichen Überwachung/Speicherung ,wer wann welche Internetseiten nutzt, ist es kein großer Schritt mehr,und wird ja wohl, wenn ein Anfangsverdacht besteht bereits gemacht.
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