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Einer Studie der Universität Amsterdam zufolge muss die Stadt mehr gegen die steigende antischwule Gewalt tun. Den Zahlen zufolge sind nicht islamische Migranten die Haupttäter, wie es oft von rechtsgerichteten Politikern geäußert wird.

"Amsterdams Titel als schwule Hauptstadt ist nach Ansicht von vielen schon vor Jahren verloren gegangen", erklärte Stadtrat Freek Ossel am Donnerstag, als er die von der Stadt in Auftrag gegebene Studie vorstellte. Demnach wurden in Amsterdam im vergangenen Jahr 67 schwulenfeindliche Übergriffe gemeldet. Die Dunkelziffer liege aber um ein Vielfaches höher, ist sich die Polizei sicher. Sie soll bei 75 bis 96 Prozent aller Übergriffe liegen. Ein Sprecher erklärte, die Zahl gehe derzeit mit Sicherheit nicht zurück.

Demnach gehe Aggressivität vor allem von jungen Holländern mit niedrigem Bildungsstand aus. Diese sähen der Studie zufolge Schwule als "Raubtiere, die jeden Moment zuschlagen" könnten. In 40 Prozent der gewalttätigen Überfälle griffen die Täter an, weil sie dächten, Schwule wollten sie "verführen". In diesen Kreisen würden Schwule nur akzeptiert werden, wenn sie sich nicht "zu schwul" verhielten. Daher müsse gerade unter unterdurchschnittlich gebildeten Jugendlichen Aufklärungsarbeit betrieben werden.

Für der Studie führten Forscher gründliche Interviews mit Jugendlichen, sowie Straftätern, die schon wegen homophoben Übergriffen aufgefallen sind. Außerdem haben sie Übergriffe der vergangen Zeit analysiert.

Ferner wurden in den Niederlanden statistische Angaben zu Hassvergehen veröffentlicht, die erstmals erhoben wurden. Demnach gab es dieses Jahr bislang 1.512 derartige Taten im Land, 150 davon richteten sich gegen Schwule oder Lesben. Das Innenministerium erklärte aber, dass bei Homosexuellen mit großer Wahrscheinlichkeit die Dunkelziffer weit höher sei als bei anderen Gruppen.

In 28 Prozent der Hassvergehen sei es zu körperlicher Gewalt gegen Schwule und Lesben gekommen. In anderen Fällen habe es verbale Übergriffe oder Vandalismus gegeben.

Anders als von eine Reihe von rechtsgerichteten Politikern immer wieder behauptet, stellten islamisch orientierte Migranten nicht die Hauptgruppe unter den Tätern: Bei nur 16 Prozent der Täter handele es sich um "Nicht-Weiße", heißt es in der Statistik. Die große Mehrheit der Täter seien eingeborene Niederländer. Allerdings ist der Anteil von Migranten in der Hauptstadt offenbar höher: Der Amsterdamer Studie zufolge sind 36 Prozent der Täter marokkanischer Herkunft, obgleich sie nur 16 Prozent der Bevölkerung stellen. Jedoch gehören Marokkaner in der Hauptstadt auch überdurchschnittlich der bildungsfernen Schicht an, die unabhängig von Herkunft und Religion homophober eingestellt ist.

Zuletzt hat die Hälfte der Schwulen erklärt, dass sie sich in ihrem Land weniger sicher fühlten als noch vor einem Jahr, so das Ergebnis eine Umfrage des TV-Magazins "Een Vandaag". (dk)



62 Kommentare

#1 InfernoProfil
  • 21.11.2008, 17:07hBerlin
  • Wie wärs den mal, wenn man einfach alle Zahlen auf den Tisch legt?

    Den Originaltext der Studie kann man hier nachlesen:

    www.iamsterdam.com/press_room/press_releases_0/2008/amsterda
    m


    Und dort steht:
    "Perpetrators
    Suspects of violent crimes are usually young men between the ages of 17 and 25. They are just as likely to have a native-born Dutch background as they are to have a Moroccan background (both 36%)."

    Klartext:
    36% der Täter sind Marrokaner. Fakt ist, dass 98% der Marrokaner Moslems sind. Ind er stzudie wird auch dezidiert auf sog. Machosimen hingewiesen, die wir wir alle Wissen, in enger Verbindung zum Männlichkeitskult stehen, der im Islam mehr als irgendwo anders vertreten wird.

    Leider wird uns ja nicht mitgeteielt, welche logischen Verrenkungen man machen musste, um von den 36% der marrokanischen Tätern, nur 16% muslimische Täter ableiten zu lassen.

    PS: Der ANteil der Marrokaner an der Niederländischen Bevölkerung beträgt weniger als 5%. Ihr Täteranteil, laut dieser Studie, aber 36%.

    Tolle Zahlen, danke, liebe Queer Redaktion!

    :-))
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#2 nino89
  • 21.11.2008, 17:10h
  • Ich sage es doch immer wieder:
    Aufklärung ist der beste (vorbeugende) Schutz gegen Intoleranz und Diskriminierung!
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#3 SimoneAnonym
#4 InfernoProfil
  • 21.11.2008, 17:32hBerlin
  • Schön, dass man den Artikel dahingehend ergänzt hat und sich nun doch eine Angabe über den Migrationshintergrund findet!

    Es bleibt festzustellen, dass die "autochonen" Niederländer in der Täterstatistik unterrepresentiert sind, nämlich auch gerade mal 36% während die nicht-niederländischen Täter, dementsperchend mehr als 64% der Täter ausmachen. Davon allein die hälfte (36% der Gesamtzahl) Marrokaner.

    Das sind doch sehr anschauliche Zahlen.

    Nochmals, danke liebe Queer Redaktion.
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#5 Piraja
  • 21.11.2008, 17:42h
  • Von dieser Studie würde ich ja gern mal die Rohdaten nach ethnischer Zusammensetzung und Religion der Täter sehen!

    Man kennt das ja auch von Berichten zu Gewalt in Deutschland: da wird jeder mit deutscher Staatsbürgerschaft zum Deutschen erklärt, und schnell jeder der in Deuschland geboren ist zum Einheimischen.

    Wenn beides nicht funktioniert, dann erklärt man den in der Türkei geborenen und und ohne deutsche Staatsbürgerschaft etwa in Köln lebenden schnell mal zum "Kölner".

    Neueste Masche ist, dass man ganz dreist einfach schnell einen Mehmet Y. zum "Timo S." umbenennt...
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#6 goddamned liberalAnonym
  • 21.11.2008, 18:08h
  • "Violence against homosexuals is based on concepts of masculinity and sexuality, and is almost never religiously-based. There are also almost no cases of organised ‘gay bashing’."

    Die hier gerne verbreitete Vorstellung, das die Täter direkt aus der Moschee rennen, um dann Schwule und Lesben zu klatschen, ist also falsch.

    Das Problem ist vielmehr eine Macho-Kultur, die man unter schwarzen und weißen Rappern genauso findet wie unter Türken und Marokkanern. Bei letzteren spielen natürlich auch faschistiode Vorstellungen wie 'das Schwulsein haben wir nicht im Blut' eine Rolle. Aber auch da sind sie von polnischen und ostdeutschen Faschos nicht eben weit entfernt.

    Was tut Not? Knallharte Verbrechensbekämpfung für alle! In Deutschland sollte man überdies endlich Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten auf den Lehrplan stellen, aber da ist eine breite Fraktion aus Multi-Kulti-'Linken' einerseits ("wir wollen keine religiösen Gefühle verletzen") und Klerikal-Konservativen andererseits ("so ein Schweinkram gehört nicht an die Schule") davor!
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#7 InfernoProfil
#8 Carlo (selbst Migrant in Deutschland)Anonym
  • 21.11.2008, 19:11h
  • "Bei nur 16 Prozent der Täter handele es sich um "Nicht-Weiße", heißt es in der Statistik."

    Ich will mich wirklich nicht auf die Seite rechter Politiker stellen, aber zu sagen, Migranten seien kein Problem, weil sie nur 16% der Täter ausmachen grenzt schon an statistische Lüge: man nur weil es Prozente sind, ist es nicht automatisch eine relative Zahl. Hier werden absolute Zahlen genommen.

    Genauer:
    wenn eine Gruppe (volljährige Migranten, oder was auch immer) weniger als 5% der Gesamtbevölkerung ausmacht, aber für 16% der Taten zuständig ist, ist es eben schon statistisch signifikant. Dass es insgesamt 16% sind, sagt gar nichts aus. Man muss das in Relation zum Bevölkerungsanteil sehen.

    Insofern müsste es richtiger heißen, dass Migranten zwar die Minderheit stellen, aber in Bezug zum Bevölkerungsanteil überdurchschnittlich schwulenfeindlich sind.
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#9 goddamned liberalAnonym
  • 21.11.2008, 19:54h
  • @Inferno

    "Antwort zu Kommentar #6 von goddamned liberal:
    "Aber auch da sind sie von polnischen und ostdeutschen Faschos nicht eben weit entfernt."
    --------------------------------------------

    Wie hoch ist eigentlich deren Anteil, an schwulenfeindlicher Gewalt?

    Auch 36%?"

    In Sachsen und Polen dürfte sie bei nahezu 100% liegen!

    Zu homophober Gewalt gibt es übrigens ein interessantes Statement v. Prof. Ratzinger (heute Papst): "Wenn eine solche Behauptung aufgestellt und homosexuelles Tun folglich als gut akzeptiert wird oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen."

    Will sagen: Homophobe Gewalt ist für ihn eine Folge schwuler Gleichberechtigung. Für uns heißt das: Nicht der Islam allein, der religiöse Fundamentalismus allgemein ist das Problem, nicht Mohammed, Moses hat die Todesstrafe für schwulen Sex erfunden. Nicht der türkische Macho allein, homophobe Macho-Kultur allgemein ist das Problem.

    @Carlo

    Natürlich sind viele Migranten homophober als weite Teile der alteingesessenen Bevölkerung. Der von einem Islamo-Faschisten ermordete Theo van Gogh hat dazu sehr treffend gesagt: 'Ich habe keine Lust, die Emanzipation der Frauen und Schwulen nochmal zu wiederholen.' Es wird uns aber wohl nichts anderes übrig bleiben....
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#10 alexMucEhemaliges Profil