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  • 26. November 2008
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Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten hat ein Gericht in Florida das Verbot der Adoption durch Homosexuelle für verfassungswidrig erklärt.

Ein Gericht in Miami hat am Dienstag entschieden, es gebe "keinen vernünftigen Grund", Schwulen die Adoption von Kindern zu verweigern. Bereits im September hatte ein Gericht in Key West das Adoptionsverbot als nicht vereinbar mit der Regionalverfassung bezeichnet (queer.de berichtete).

Geklagt hatte der 47-jährige Martin Gill. Er wollte zwei junge Brüder adoptieren, für die er und sein Lebenspartner seit 2004 gesorgt haben. Florida erlaubt es Schwulen und Lesben derzeit, Pflegeeltern zu sein; die Adoption ist aber per Gesetz verboten. Die beiden Kinder wurden Gill von einer staatlichen Stelle zugeteilt, weil sie in ihrer Familie misshandelt worden waren.

Gill argumentierte, die Kinder seien nach drei Jahren nun Teil der Familie. Nach Angaben seines Anwaltes bezeichneten sie beide Pflegeeltern inzwischen als "Dad".

Im Verfahren hatte das Familienministerium des Staates Florida dafür plädiert, das Adoptionsverbot aufrechtzuerhalten. Der republikanische Gouverneur Charlie Crist unterstützt das Gesetz. Ein Anwalt des Bundesstaates kündigte an, man werde den Obersten Gerichtshof anrufen, um das Homo-Verbot aufrechtzuerhalten.

Ein Totalverbot für Homo-Adoption gibt es in den USA sonst nur in Mississippi. Dagegen erlauben nach Angaben der Human Rights Campaign 45 der 50 Staaten die Adoption von Kindern durch Homo-Paare, in denen keinerlei Verwandtschaftsverhältnis besteht - was wiederum in Deutschland verboten ist. Hierzulande hat die rot-grüne Bundesregierung 2005 lediglich die Stiefkindadoption beschlossen, die von der Union damals als "absolut nicht akzeptabel" angesehen wurde (queer.de berichtete). (dk)