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Ein Antidiskriminierungstribunal im britischen Leeds hat einer lesbischen Hauptgefreiten 187.000 Pfund (225.000 Euro) Entschädigung wegen Diskriminierung und sexueller Belästigung zugesprochen.

Die 32-jährige Kerry Fletcher erklärte, der 40-jährige Feldwebel Ian Brown habe Annäherungsversuche gemacht, als beide in einer Kaserne in der Grafschaft North Yorkshire gedient haben. Als sie diese zurückwies, habe er ihre Karriere sabotiert. Unter anderem hatte der Vorgesetzte Fletcher eine SMS geschrieben, in der er anküdigte, sie "umdrehen" zu können. Er hat ferner vorgeschlagen, es mit einem Dreier mit ihm und einer anderen Frau zu versuchen.

Fletcher hat bereits mehrere Jahre für ihr Recht gekämpft. Nach der Urteilsverkündung sagte sie: "Ich freue mich riesig, dass diese Geschichte abgeschlossen ist. Ich musste beweisen, dass ich nicht gelogen habe. Der Prozess war schrecklich. Ich habe das nicht verdient und will eine faire Entschädigung dafür, dass meine Karriere ruiniert wurde." Während des Prozesses erhielt Fletcher wiederholt Drohanrufe. Außerdem wurde ihr Auto von Unbekannten beschmiert.

In der Entscheidung kritisierten die Richter das Verteidigungsministerium scharf. Antidiskriminierungsrichtlinien seien dort offenbar nicht mehr als ein "Lippenbekenntnis", heißt es in der Urteilsbegründung.

Bis zum Jahr 2000 galt ein Homo-Verbot im britischen Militär. Seitdem hat Armee und Marine aktiv um Schwule und Lesben geworben, etwa in der Homo-Presse. Auch beim CSD zeigt das Militär Präsenz. (dk)



#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 01.12.2008, 20:28h
  • Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel für progressive Gerichte in anderen Ländern, die in totalem Gegensatz zu unserer reaktionären deutschen Justiz stehen.

    Allerdings scheint dies ja selbst die queer.de-Leser nicht zu interessieren (Islam-Bashing ist doch viel unterhaltsamer) - da braucht es einen wahrlich nicht zu wundern, dass wir solche Urteile hierzulande wohl bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag nicht erleben werden.
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#2 seb1983
#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 01.12.2008, 22:56h
  • Antwort auf #2 von seb1983
  • Und dir empfehle ich, das deutsche "AGG" zu lesen, das bis heute noch nicht einmal den minimalen Anforderungen der betreffenden EU-Antidiskriminierungsrichtlinie gerecht wird.

    Von der totalen Untätigkeit unserer für Antidiskriminierungspolitik zuständigen Ministerin ganz zu schweigen. Wann wird letztere endlich von der deutschen Justiz zu entschlossenem Handeln verpflichtet oder zumindest aufgefordert? Oder wie weit soll die gerade unter jungen Menschen wieder zunehmende Xenophobie im Allgemeinen und Homophobie im Besonderen noch fortschreiten? (Wenn es nach der bürgerlichen deutschen Mitte geht, offenbar noch sehr weit...)

    Man muss schon mit Scheuklappen durch die Welt gehen, wenn einem nicht auffällt, dass eine überwiegend progressive Justiz in Ländern wie den USA und Großbritannien derzeit Motor des gesellschaftspolitischen Fortschritts ist, während das Pendant bei uns selbigen ebenso aktiv sabotiert wie der Gesetzgeber.
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#4 seb1983
  • 02.12.2008, 00:15h
  • Antwort auf #3 von Sascha
  • Sexuelle Belästigung verbunden mit Karrierebehinderung ist in der Bundeswehr länger verboten als Homosexuelle in GB dienen dürfen.

    Zugegeben wird dich das nicht zufriedenstellen, denn es gilt sowohl für Heteros als auch für Homos.

    Auffällig dagegen dass sich in deinen Augen die USA plötlich vom Saulus zum Paulus gewandt haben, ich hoffe die biblische Redewendung ist ok.
    Die Gerichte in den USA sind nicht nur bezüglich Homorechte sondern auch Guantanamo etc seit Jahren zugegeben die einzige funktionierende demokratische Institutuion in den USA.
    Wenn sie in dem Tempo weiter machen haben sie in 10 Jahren vielleicht europäische Verhältnisse erreicht.

    Im Übrigen hat das BVG längst entschieden dass die ELP zumindest mit gleichen Rechten wie die Ehe ausgestattet werden kann, für mehr aber das GG mit dem besonderen Schutz der Ehe geändert werden muss, der übrigens wegen der von dir ach so gerne erwähnten deutschen Nazivergangenheit rührt.
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