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Eine preisgekrönte Website klärt über Mythen und Halbwahrheiten beim schwulen Sex auf. So kann jeder checken, wie er sich optimal vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

Von Christian Scheuß

Schwule Männer fühlen sich recht gut informiert über die Gefahren bei HIV und Aids oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Das belegen auch die Zahlen der alle zwei Jahre durchgeführten Untersuchungen des Sozialwissenschaftlers Michael Bochow. Der überwiegende Teil der Befragten gibt an, gut Bescheid zu wissen. Doch wenn man mal etwas genauer schaut, zeigt sich, dass es auch viele Mythen, Halbwahrheiten und Vermutungen darüber gibt, wie groß das Risiko des Einzelnen beim Sex ist. "Wir sind verliebt und treu, da kann uns nichts passieren", "Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das sehe, wenn jemand das Virus hat" oder auch "Ich hab ausschließlich Sex mit anderen Positiven, da kann mir nichts mehr passieren", sind Haltungen und Meinungen, auf die man in der Szene oft trifft. Doch stimmt das alles so?

Die Website sexrisiko.de räumt mit den Märchen auf und setzt den jeweiligen Vermutungen knallharte Fakten entgegen. Plötzlich erkennt man, dass Treue in der Beziehung eben nur bedingt Sicherheit vor einer HIV-Infektion bieten kann. Dass man es nicht sieht, ob jemand HIV-positiv ist. Und dass der Verzicht auf Safer Sex unter Positiven kein Problem bezüglich der HIV-Infektion darstellt, es jedoch noch die Gefahr durch Syphilis, Tripper und Co gibt, die das angeschlagene Immunsystem weiter schwächen können.

Die vom Gesundheitsprojekt "Checkup" der Kölner AIDS-Hilfe, der Info- und Beratungsstelle "Checkpoint" und dem Präventionsprojekt "Herzenslust" initiierte Website bietet den aktuellen Wissenstand ganz lebensnah und einfach erklärt. Das Projekt überzeugte sogar beim ersten Bundeswettbewerb Aidsprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt überreichte das Preisgeld in Höhe von 4.500 Euro Ende Oktober in Berlin an die Macher von sexrisiko.de.



26 Kommentare

#1 BenedictusAnonym
#2 pupsAnonym
#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 03.12.2008, 20:21h
  • Antwort auf #2 von pups
  • Ich halte es für völlig verfehlt, unter dem Stichwort "Sexrisiko" wieder einmal ausschließlich schwulen Sex mit all seinen schlimmen Risiken und Gefahren herauszustellen.

    Genau so läuft es aber in dieser Gesellschaft: Entweder man redet GAR NICHT über Homosexualität (in der Sexualerziehung und -aufklärung in den Schulen) oder man redet NUR über schwulen Sex, nämlich wenn es um HIV/AIDS und andere übertragbare Krankheiten geht. Dabei belegen doch aktuelle Studien, dass es da unter jungen Heterosexuellen (oder solchen, die sich dafür halten oder sich dazu machen lassen) mindestens ebenso viel Aufklärungsbedarf gibt.

    Ich wehre mich jedenfalls ganz entschieden dagegen, dass schwuler Sex immer nur in Zusammenhang mit Problemen und Risiken öffentlich thematisiert wird.
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#4 Linu86Profil
  • 03.12.2008, 20:34hAachen
  • Mythen und Halbwahrheiten wie in diesem Artikel...

    "Und dass der Verzicht auf Safer Sex unter Positiven kein Problem bezüglich der HIV-Infektion darstellt, es jedoch noch die Gefahr durch Syphilis, Tripper und Co gibt, die das angeschlagene Immunsystem weiter schwächen können."

    Blödsinn! Schonmal was von Kreuzinfektionen mit unterschiedlichen HIV- Stämmen gehört??
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#5 BenedictusAnonym
  • 04.12.2008, 00:05h
  • Hi Sascha,

    klar wird Homosexualität fast automatisch mit der Thematik HIV in Verbindung gebracht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der prozentuale Anteil der Neuinfektionen bei den Homosexuellen am größten ist. Aber darum geht es ja auf der Seite auch nicht.

    Diese Seite richtet sich ausschließlich an Homosexuelle und geht, wie ich finde, sehr geschickt auf bestimmte Mythen innerhalb der Szene zum Thema HIV ein. Dass sie sogar den heiß umstrittenen Irrglauben, dass man in der Beziehung sicher wäre, aufgreifen und mit Zahlen belegen, finde ich bemerkenswert, zumal diese ganze Ober-Kampagne "Ich weiß was ich tue" ausgerechnet einen Frontmann hat, der öffentlich verlauten lässt, dass er sich in seiner Beziehung sicher fühlt und sich dort das Ficken ohne Kondom nicht nehmen lässt. Klar würde ich auch machen, aber ich würde es vielleicht nicht öffentlich sagen, und schon gar nicht bei einer Kampagne mit so einem Titel...

    Also von allen Bekehrer-Seiten finde ich die Sexrisiko-Seite am authentischsten und am glaubwürdigsten, weil sie ihre Aussagen auch mit Beispielen und Belegen untermauert und nicht bloss Panikmache betreibt.

    Aber es muss auch klar sein, dass ein Raucher sich auch nicht vom Rauchen abschrecken lassen wird, wenn er Genuss und Spaß am Rauchen hat. So wird es dann auch bei den Leuten sein, die den "natürlichen" und "unsterilen" schwulen Sex dem künstlich konstruierten Gummisex vorziehen. Aber die Seite ist gut, für Leute, die beim "wilden Sex" noch in der Lage sind, über Gesundheit nachzudenken. Halt so wie es Mollige gibt, die kurz innehalten, bevor sie ins herzhaft überzuckerte Törtchen beißen, im Wissen, dass dieses Törtchen bei ihrem Diabetes und ihrem Herz vielleicht ihr letztes sein könnte.

    Schade finde ich eigentlich nur, dass sie nicht weiter drauf eingehen, auf die Frage, was man tun kann, wenn die fehlende Erektion in Zusammenhang mit einem Kondom schlicht und einfach ein psychisches Problem ist, also weder an einer Impotenz, der unpassenden Größe, am Geschmack noch der Farbe des Kondoms liegt, sondern man auf das Kondom einfach nicht kann und eine Erektion, sobald man eines bloß sieht, schon automatisch flöten geht. Es gibt zwar einige Lösungsansätze, aber die laufen sehr schnell ins Leere. Selbst Viagra würde da nicht helfen, weil eine gewisse Geilheit schon vorhanden sein muss, damit sich eine Erektion einstellt. Was aber ist, wenn man das Kondom total ungeil findet, so wie es einige Leute einfach ungeil finden beim Sex mit Kot oder Blut konfrontiert zu werden. Ich kann ja meinen Schwanz nicht dazu zwingen, ein Kondom geil zu finden. sicher weiß man um die Risiken, und der Spruch "Man sollte für Sex nicht sein Leben aufs Spiel setzen" ist einleuchtend, für den Kopf zumindest, aber dem Schwanz interessiert sowas wenig, wenn er bei Kondomen einfach die Lust verliert.

    Irgendwie fehlen mir da die brauchbaren Ratschläge. Eine Kondom-Therapie vielleicht? Dann würde das Sexualleben einzig und allein auf die Nutzung eines Kondoms ausgerichtet. Wil man das?
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#6 Sebastian123
  • 04.12.2008, 06:44h
  • Antwort auf #3 von Sascha
  • Ach Sascha, solange die Quote der Neuinfizierungen bei Schwulen stärker steigt als bei Heteros, behalten solche Seiten leider Recht!

    Ich finde die Seite gut, auch wenn sie nichts Neues für mich bereit gehalten hat.
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#7 SaschaEhemaliges Profil
  • 04.12.2008, 13:00h
  • Wenn es auch - und das überrascht mich angesichts des Selbstverständnisses vieler Homo-Männer nicht - die meisten hier nicht wahrhaben wollen: Es ist eine Frechheit, unter dem Stichwort "sexrisiko.de" sexuell übertragbare Krankheiten wieder einmal ausschließlich als Homo-Problem darzustellen, und gleichzeitig trägt es zur fortgesetzten Stigmatisierung von Homosexualität als solcher bei.

    Wir sollten in dieser Gesellschaft weit mehr Geld in Kampagnen investieren, die mit eben diesem Stigma und mit der Ausgrenzung der Vielfalt sexueller Identitäten aus Erziehung und Aufklärung aufräumen und aktiv gegen die zunehmende Homophobie gerade unter jungen Männern eintreten. Dann könnte man auch die Aufklärung über spezifische Sexrisiken wunderbar in die allgemeine Sexualerziehung integrieren, ohne HIV/AIDS und Co. an anderer Stelle ausschließlich als Homo-Problem zu inszenieren.
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#8 BenedictusAnonym
  • 04.12.2008, 15:41h
  • Antwort auf #7 von Sascha
  • Hi Sascha,

    Mir ist schon klar, worum es Dir geht. Du findest es diskriminierend, dass auf einer allgemeingehaltenen Domain wie sexrisiko.de auch ein Heterosexueller hätte angesprochen werden müssen, und nicht nur Homos.

    Denn so bleibt der Mythos bestehen, dass Schwule die "HIV-Schleudern" schlechthin wären und sich Heteros von derlei Aufklärungsseiten nicht angesprochen fühlen müssten, da sie ja kein Risiko haben, weil sie ja auch nicht einer Risikogruppe angehören.

    Aus diesem Blickwinkel gebe ich Dir zwar Recht, aber dummerweise bieten Schwule in diesen Breitengeraden ausreichend Fläche, um derlei Klischees zu bestätigen. Aber ich gebe Dir Recht, dass das nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass ein Heterosexueller sich ebenso über Sexrisiken informieren sollte, zumal er sich theoretisch auch mit HIV anstecken könnte, wenn er ein ebenso ausgeprägtes Sexualleben hätte wie der durchschnittliche Schwule.

    Aber jetzt mal im Ernst. Wenn ich mir den Durchschnittsheten so anschaue, dann habe ich manchmal das Gefühl, dass ihm einfach die Gelegenheiten fehlen, sich durch die Gegend zu vögeln. Das mag zum einen daran liegen, dass Frauen, die das zulassen sofort als Schlampen gelten und zum anderen, weil die heterosexuellen Männer sich erstaunlich schnell eine Beziehung, Ehe und Kinder ans Bein binden, während unter Homosexuellen mit 20 Jahren gerade erst die Pubertät zu beginnen scheint. Ich gehe da nur vom Durchschnitt aus. Klar gibt es genug Heteromänner, die durch die Gegend Huren und auch nicht besser sind als der Durchschnittshomo, und ich denke es wären auch noch mehr, wenn Heteros so könnten wie sie wollten, aber dem ist ja nicht so.

    Und solange Homosexuelle diese Klischees immerwieder bestätigen, sowohl in ihrer Art zu leben als auch was die HIV-Neuinfektionen angeht, werden wir nicht verhindern können, dasss alle Schwulen unter Generalverdacht gestellt werden "HIV-Schleudern" und "Risikogruppen" zu sein, die eine "besondere" ja wenn nicht gar eine "außerordentlich manipulative" "Aufklärung" benötigen.

    Ich wundere mich schon lange nicht mehr, warum eine AIDS-Hilfe eingerichtet wurde, um primär Schwule, Stricher, und Schwulenparties zu unterwandern, während Gesundheitsämter dann neutral sind und Hilfestellung für jede Art von Sexualität und sogar für das andere Geschlecht geben.

    Ich bin auch fest davon überzeugt, dass in gewissen Ländern, wo HIV unter Heteros präsenter ist, eine Seite wie sexrisiko.tld vermutlich genau umgekehrt, also nur Heterosexuelle und gar nicht erst Schwule ansprechen würde...

    Aber da würden sich Schwule dann beschweren, von so einer Aufklärung ausgenommen zu werden.

    PS.: Ich finde es gut, dass Heteros bare ficken, weil woher sollen wir sonst unseren schwulen Nachwuchs beziehen?
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#9 MIZAnonym
  • 04.12.2008, 18:54h
  • Es gehört zum Konzept der Präventionsarbeit in Deutschland, dass sich die Aidshilfen um die zielgruppenspezifische Prävention kümmern, weil sie eine größere Nähe zu diesen Gruppen haben und ein Peer-Effekt erzielt werden kann: "Schwule machen Prävention für Schwule". Der öffentliche Gesundheitsdienst kümmert sich um die Allgemeinbevölkerung. Das ist ein durchaus bewährtes und sinnvolles Konzept.
    Die Seite sexrisiko.de ist ein zielgruppenspezifisches Angebot für schwule und bisexuelle Männer. Deshalb ist da auch nix von Heten zu lesen! Ist eigentlich sehr logisch! Diese Seite wird auch nur zielgruppenspezifisch beworben, nämlich in der "Szene". Warum also sollte ich auf einer schwulen Seite etwas über Vaginalsex und dergleichen mehr zu lesen bekommen??? Glaubt mir, es gibt solche Seiten auch für die heterosexuelle Allgemeinbevölkerung! Es geht sicherlich nicht darum, Schwule unter den Generalverdacht einer HIV-Infektion zu stellen, sondern schwule und bisexuelle Männer mit den Präventionsbotschaften adäquat anzusprechen.
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#10 SaschaEhemaliges Profil
  • 04.12.2008, 20:04h
  • Antwort auf #9 von MIZ
  • Der aufmerksame Leser hat inzwischen festgestellt, dass es mir nicht in erster Linie um diese Seite, sondern um ein insgesamt völlig verfehltes "Konzept" der Sexualaufklärung und -erziehung in dieser Gesellschaft geht.

    Wir könnten uns solche Internetseiten , die in diesem Fall "Sexrisiko" im Allgemeinen mit Homosexualität im Besonderen gleichsetzt, letztlich weitgehend sparen, wenn wir endlich mit der reaktionären, sexuelle Vielfalt nahezu vollständig ausgrenzenden Sexualerziehung aufräumen würden.

    Auch angesichts der sowohl unter hetero- als auch homosexuellen Jugendlichen wieder stark zunehmenden Informations- und Aufklärungsdefizite in Sachen sexuell übertragbarer Krankheiten und der steigenden HIV-Neuinfektionen darf also der angeblich so sinnvolle Status quo deutscher Sexualerziehung und -aufklärung füglich bezweifelt werden, und grundlegende gesellschafts- sowie bildunspolitische Veränderungen sind dringend erforderlich!
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