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Im Fall des 43-jährigen Flugbegleiters Toshi Uto bleibt die Lufthansa hart: Das Flugunternehmen besteht weiterhin auf der fristlosen Kündigung. Grund: Uto war in Japan verhaftet worden, als er sich mit seinem 17-jährigen Lebensgefährten traf.

Beim Gütetermin vor dem Amtsgericht Frankfurt kamen sich die beiden Parteien am Donnerstag nicht näher. Die Lufthansa argumentierte, Uto habe mit seinem Verhalten der Firma geschadet. Der Flugbegleiter war im September in Japan wegen "Prostitution" verhaftet worden, als er im Crewhotel seinen Freund traf (queer.de berichtete). Später argumentierte die Polizei, Uto habe gegen ein lokales Gesetz verstoßen, das das Schutzalter für Schwule höher ansetzt als in Japan üblich. Allerdings war das Uto unbekannt, auch in den Dienstvorschriften und Länderbestimmungen der Lufthansa fand es keine Erwähnung. Der Flugbegleiter kam erst nach 19 Tagen Haft frei – und erhielt dann umgehend die Kündigung seines Arbeitgebers.

"Das Luftfahrtunternehmen argumentierte, Toshi hätte wissen müssen, dass Sex mit einem 17-jährigen in Japan strafbar sei", erklärte Prozessbeobachter Thomas Kolb. "Die Airline stützte sich dabei auf den Brief eines Denunzianten, der längere Zeit vor der Verhaftung bereits bei seinem Arbeitgeber wegen dessen Beziehung zu dem jungen Mann angeschwärzt hatte. Darin habe der Denunziant auf die Strafbarkeit hingewiesen." Allerdings konnte die Lufthansa diesen Brief nicht vorlegen. Man habe ihn nicht aufbewahrt, erklärte die Anwältin des Luftfahrtunternehmens. "Weder die LH-Anwältin noch Toshis Anwalt konnten mit Sicherheit sagen, ob Toshi eine Straftat oder lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen hatte. Dass Toshis Verhalten in Deutschland völlig legal gewesen wäre, dem mochte auch LH nicht widersprechen", so Kolb.

Die Lufthansa-Anwältin erklärte ferner, eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses sei der Airline nicht zuzumuten, denn das Vertrauensverhältnis sei zerstört. "Wir fliegen ja auch Schulklassen", argumentierte sie nach Angaben von Kolb. Außerdem habe Uto dem Unternehmen einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt. "Nicht erörtert wurde die Frage, ob der anonyme Denunziant, der ja offenbar ebenfalls bei Lufthansa arbeitet, möglicherweise der Polizei den Tipp gegeben hatte und somit die Verhaftung samt der gesamten Negativpresse für Lufthansa ausgelöst hatte", erklärte Beobachter Kolb weiter.

Die Lufthansa gab vor Gericht zu erkennen, dass eine Abfindung für Toshi denkbar sei. Dieser lehnte aber ab und besteht auf der Rücknahme der Kündigung.

Falls sich die Parteien nicht vorher einigen, treffen sie sich am 19. März vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt wieder. (dk)



59 Kommentare

#1 RabaukeAnonym
  • 05.12.2008, 16:12h
  • "Die Anwältin der LH argumentierte: "Wir fliegen ja auch Schulklassen". Wie jetzt, liebe LH???? Ahh, achhhhhhh daaaher weht der Wind? Alles klar, "Sie fliegen ja auch Schulklassen". Wie war das mit Vorurteilen und nicht doch ein klein wenig homophoben Gedankengutes. "Ohhhh ein Homo.......schnell, liebe Eltern..........fix haltet eure Kinder fest.

    DIE FRAU RA. von LUFTHANSA HAT DOCH DEN SCHUSS NICHT GEHÖRT.
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#2 alexander
  • 05.12.2008, 16:27h
  • obwohl man im allgemeinen von der LH nur positives hört, ist dieser fall doch sehr merkwürdig. denn wenn man jedem denunzianten gehör schenkt, wird es hart in dieser firma. zumal die argumentation der anwältin so saudumm ist, das man es nicht glauben kann !

    "wir fliegen ja auch schulklassen !"

    na, die fliegen doch auch priester ???????????? die sind in der mehrzahl und wie man weiss, weitaus gefährlicher als ein einzelner flugbegleiter !
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#3 JuerzAnonym
  • 05.12.2008, 17:36h
  • Brüder und Schwestern,was heißt das ?!!!!!!!!,meidet die LH,schnell werden sie ein Manko in ihrer Kasse vorfinden
    Wir deutschen mach immer den gleiche Fehler,regen uns eine kurze Weile auf,aber unternehmen nichts,da sind uns andere lÄNDER ein Vorbild
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#4 Franky_EyesProfil
  • 05.12.2008, 18:09hBerlin
  • Dann halt mit einer anderen in Zukunft fliegen.

    Mein Freund meint sowieso, das die Emirates Airline bequemer ist.
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#5 gatopardo
  • 05.12.2008, 21:05h
  • Gewisse Medien stehen sensationslüstern bei Fuss und vorverurteilen "Unzucht mit Minderjährigen" in der nationalen Fluggesellschaft, in der sexuelle Orientierung völlig unbedeutend war und ist. Bevor sich die Spiesser nicht wieder beruhigt haben, dass ihre Schulinder an Bord eventuell der Anmache von Kinderschändern ausgesetzt sein könnten,muss die LH wohl ein hartes Durchgreifen inszenieren. Die Entscheidung des Arbeitsgerichtes bleibt abzuwarten und alles andere ist Spekulation.
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 05.12.2008, 21:53h
  • Sieh an, sieh an...

    Und vor etwa zwei Wochen, als über den Fall hier zum ersten Mal berichtet wurde, durfte man sich noch von zahlreichen schwulen Kommentatoren anhören, dass - wie so oft, wenn es um homophobe Hassverbrechen (obgleich das reaktionäre deutsche Strafrecht diesen Terminus ja gar nicht kennt...) geht - ganz sicher das vermeintliche Opfer schuldig sei und man der vorbildlichen Lufthansa doch auf gar keinen Fall Homophobie unterstellen könne.

    Damit bestätigt sich einmal mehr, dass man durch pseudo-fortschrittliche Gebärden wie die Unterstützung des CSD, die der Community und jedem kritisch denkenden und fragenden Journalisten dann natürlich gleich unter die Nase gerieben wird, noch lange nicht über jeden Verdacht der Homophobie erhaben ist.

    Inzwischen geht es hier nach der bekannten Faktenlage nicht mehr nur um einen Verdacht, sondern um einen ziemlich eindeutigen Fall dreister und skandalöser Ungleichbehandlung, an dem dringend ein deutliches Exempel statuiert werden sollte. Allerdings habe ich da bei der deutschen Justiz meine Bedenken. Und bei der deutschen "Gay Community" bzw. "Homo-Bewegung" sowie deren Konsumverhalten und politischem Engagement ebenfalls.
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#7 SaschaEhemaliges Profil
  • 05.12.2008, 21:59h
  • Antwort auf #5 von gatopardo
  • @madridEU:
    Angesichts eines deutschen "Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes", das bis heute noch nicht einmal die Minimalanforderungen der EU erfüllt, hält sich die positive Erwartung in Sachen Arbeitsgericht in engen Grenzen. Aber vielleicht bestätigt die Ausnahme ja mal die Regel.
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#8 gatopardo
  • 05.12.2008, 22:38h
  • Antwort auf #4 von Franky_Eyes
  • Damit kannst Du aber nur in die Emirate fliegen, falls Du da überhaupt hinwillst und auf LH verzichten möchtest. Ansonsten wird es wohl schwierig, Lufthansa zu vermeiden, wenn man in Deutschland lebt. Das wäre ja fast so, als würde man die DB nicht nehmen und auf eine andere Gesellschaft ausweichen wollen.
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#9 gatopardo
  • 05.12.2008, 23:17h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • Bei allem Zweifel an der "homofreundlichen" LH sollten wir aber doch bei dem von Dir erwähnten Konsumverhalten die Kirche im Dorf lassen. Man stelle sich vor, wie überfordert die schwule Gemeinde sein würde, wenn sie LH boykottieren wollte und alle die gleichen Strecken bedienenden Fluglinien homogerecht absuchen müsste, um dann statt mit LH z.B. mit Emirates nach Dubai oder IranAir nach Teheran oder Alitalia nach Rom zu fliegen, mit AirPortugal nach Lissabon und auf LOT nach Warschau umsteigen müsste. Die Liste ist so lang, dass sie hier gar nicht reinpasst.
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#10 Tim_ChrisProfil
  • 06.12.2008, 00:14hBremen
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • Bevor du hier mit "Ungleichbehandlung" und "Homophobie" um dich beißt, sollte man vielleicht erst mal überlegen, wie der Fall wohl ausgegangen wäre, wenn der 17 Jährige Lover des Flugbegleiters eine "Sie" gewesen wäre. Bei gleichen Umständen, gleicher Denunziation zuvor und gleichen Folgen mit Knast in Japan, hätte die LH dann tatsächlich anders gehandelt? Gab es denn jemals einen solchen Fall, um daraus Rückschlüsse ziehen zu können, dass ihr Handeln tatsächlich homophob begründet ist und der Flugbegleiter nur aufgrund seiner Homosexualität entlassen wurde und ihm als Hete überhaupt nichts passiert wäre?
    Wie inzwischen nicht nur wir wissen, gehen pädophile Übergriffe und pädophile Orientierung überwiegend von Heten aus. Also hätte die LH denn in einem solchen Fall tatsächlich anders entschieden, wenn es sich um eine Hete gehandelt hätte?
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