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Die indische Regierung hat erklärt, dass Homosexualität eine "Perversion" sei und deswegen weiterhin verboten werden müsse – derzeit verhandelt ein Gericht in Neu-Delhi über die Verfassungsmäßigkeit des Paragrafen 377.

Einige Homo-Aktivisten hatten gegen das Antihomo-Gesetz geklagt, weil es gegen die Grundrechte von Schwulen und Lesben verstoße. In einer offiziellen Stellungnahme hat nun die indische Regierung erklärt, dass sie befürchte, eine Legalisierung könnte einen verheerenden Einfluss auf die indische Kultur haben. Die Verfassung sei kein Freifahrtschein für eine "fremde Kultur", heißt es in der Stellungnahme.

Ferner zweifelte die Regierung an, ob das Gericht überhaupt das Homo-Verbot aufheben könne: "Gesetze zu beschließen sollte dem Parlament überlassen sein, nicht den Gerichten. Deren Aufgabe ist es, die Gesetze zu interpretieren."

Ein Anwalt der Regierung hatte zuvor versucht, Homosexualität als Krankheit zu definieren. Der oberste Richter reagierte recht ungehalten auf diese Aussage: "Zeigen Sie uns doch eine wissenschaftliche Abhandlung, die bestätigt, dass das eine Krankheit ist. Die WHO verneint das." Die Regierung argumentierte daraufhin, dass Homosexualität zu Aids führen könne. Daraufhin der Richter: "Es ist ein Fakt, dass es Homosexualität das Risiko steigert, Aids zu bekommen. Das macht sie aber nicht selbst zu einer Krankheit."

Paragraf 377 wurde 1861 von den britischen Kolonialherren eingeführt. Schwulen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Während im ehemaligen Mutterland Großbritannien Homosexualität bereits vor 40 Jahren legalisiert wurde, behielt das alte Gesetz in Indien seine Gültigkeit. Allerdings nahm die Zustimmung für die archaische Bestimmung in den letzten Jahren mehr und mehr ab. Im August erst forderte der Gesundheitsminister eine Abschaffung des Paragrafen (queer.de berichtete). Auch Prominente setzen sich für eine Legalisierung von Homosexualität ein (queer.de berichtete).

In den indischen Großstädten hat sich trotz des Gesetzes eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt. Auch in den Nachrichten und Bollywood-Filmen ist immer öfter Homosexualität ein Thema. (dk)



24 Kommentare

#1 alexander
  • 08.12.2008, 16:14h
  • offensichtlich ist noch keinem der herren aufgefallen, dass sie seit dem britischen empire, fremdbestimmt, auch kulturell, leben ?

    aber mit atomwaffen spielen !
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.12.2008, 17:01h
  • Ich bin auch für eine Abschaffung des § 377! Wenn Indien weltoffen sein will, kommt es daran nicht vorbei. Dennoch frage ich mich: Gibt es eigentlich im Hinduismus überhaupt eine Einstellung oder ein Beleg für oder gegen Homosexualität? Das würde mich mal echt interessieren!
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#3 AxelBerlinAnonym
#4 hwAnonym
#5 hwAnonym
  • 08.12.2008, 18:27h
  • Antwort auf #4 von hw
  • ach, wir kommen dann durch den kamin.
    die luftüberwachung gibt das her, so
    die erfahrungen.
    wir müssen denen dann nur noch klarmachen,
    daß unser schwarz unnatürlich ist..
    wir könnten was von santa claus erzählen ?
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#6 Fred BangkokAnonym
  • 08.12.2008, 18:39h
  • Viele Hindus unterscheiden sich leider kaum in ihrer Homophopie,und auch sonst
    von konservativen Moslemen,oder funtamentalen Christen--,haben sie doch noch vor einigen Jahrzenten die Witwenverbrennungen praktiziert,Kuehe sind heilig und Witwen wurden bei lebedigem Leibe verbrannt
    Habe einige Inder hier in Bangkok (Touristen ) gesprochen und die haesslichsten Bemerkungen ueber Schwule,Lesben,Ladyboy oder Kathoys anhoeren muessen.Ich dachte erst sie seinen Moslems auf Grund der Einstellungen.
    Bin echt froh in einem buddistischen Land zu leben,meiner Meinung nach die toleranteste Lehr
    weltweit.
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#7 heilige ratteAnonym
  • 08.12.2008, 18:48h
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • doch ja. bei den üblichen verdächtigen. halt die götters so im vedischen "olymp".
    erwähnt werden vielfältige formen der sexualität.
    die vielen stories aus dem hinduistischen Pantheon sind reich an erotischen abenteuern, heterosexuellen und auch homosexuellen, sogar geschlechtsumwandlungen oder ideen von einem dritten geschlecht kommen vor.
    sexualität ist in der indischen tradition ein thema großer Bandbreite. zum beispiel die geschichte, daß der hochgott vishnu eine weibliche form als mohini angenommen hatte, um es mit shiva zu treiben.
    vishnu wird zur frau, um etwas zu bewirken, aber er kämpft und tötet als mann. Oder

    oder shiva, der erst mit seiner gemahlin parvati kinderlos blieb. !!!!
    shiva war erst durch die verbindung mit dem männlichen feuergott agni zur zeugung eines nachkommens fähig,
    als dieser den Samen Shivas aufnahm.
    shiva als ardhanarishvara ist der gott, der zur hälfte männlich und weiblich ist.
    ..und shiva nahm im ramayana die gestalt einer frau an, um parvati zu erfreuen.
    oder die homoerotische zuneigung von krishna und arjuna, der beiden helden der mahabharata. in einer legende verwandelte sich arjuna in eine frau,
    um das "geheimnis der geheimnisse" mit krishna teilen zu können. well done !!!
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#8 AxelBerlinAnonym
#9 hwAnonym
  • 08.12.2008, 20:49h
  • Antwort auf #8 von AxelBerlin
  • du meinst die mampfen die deco,
    um zu hause dann mal was durch
    die blume sagen zu können ?
    so ne art workshop ?

    wir gehen da mal vorbei ?
    wenn du bei der sant-claus-nummer
    mitmachst, orientierst du dich bei
    der farbwahl deiner abendgarderobe
    bitte an den kästchen, neben "hw"

    ach ja, danke für den hinweis !
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#10 stromboliProfil
  • 09.12.2008, 09:40hberlin
  • Antwort auf #2 von FoXXXyness
  • typische form des erbe der kolonialherrschaft; hier der puritanisch englischen...
    Das sehen wir ebenso in jamaika und die hassbegründungen sind ebenfalls in ihrer dümmlichkeit gleich: in unserer kultur existiert so etwas nicht...
    man kann da dann den bogen hin zu den kolonialerbschaften im islamischen raum machen und auch der christianisierte schwarze kontinent vergisst seine ursprünglichen traditionen sexueller abweichungen; fertig ist die roadmap of hate..
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