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FDP-Chef Guido Westerwelle will 2009 Außenminister werden – und dann Staaten, die die Todesstrafe gegen Lesben und Schwule verhängen keine Entwicklungshilfe mehr zahlen. Außerdem spricht er über seinen Wunsch nach Kindern.

Der 46-Jährige will offensiv um den Einzug ins Auswärtige Amt kämpfen: "Wenn ich mir ein solches Amt nicht zutrauen würde, hätte ich nicht Vorsitzender der FDP werden dürfen", sagte Westerwelle in einem Interview im am Donnerstag erscheinenden Magazin "Stern".

Er würde als erster offen Schwuler ein Bundesministerium leiten. Ein Hindernis sieht der FDP-Chef darin nicht: "Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung hat überhaupt kein Problem mit meinem Privatleben. Es würde unserer Außenpolitik übrigens gut anstehen, wenn sie diesen Geist der deutschen Toleranz in andere Länder tragen würde." Daher sprach Westerwelle sich ausdrücklich dafür aus, Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen, die Frauen als Menschen zweiter Klasse behandelten "oder wo Männer und Frauen hingerichtet werden, nur weil sie homosexuell sind".

Auch im Falle einer Wahlniederlage will Westerwelle in der Politik bleiben. Im "Stern" bezeichnete sich der Liberalenchef als "zufriedenen - und sogar öfter als man es verlangen darf - glücklichen Menschen". Schade sei allerdings, dass es sich für ihn nicht ergeben habe, Kinder zu haben. "Wenn ich sehe, wie viel Glück mit Kindern verbunden ist, kann ich manchmal schon melancholisch werden, ja." Er habe keine Ausstiegsfantasien - "was soll ich auf einem fetten Motorrad wochenlang in der Wüste?" Und auch das Alter schrecke den 46-Jährigen nicht: "Dazu bin ich noch nicht nah genug dran."

Westerwelle ist seit 2001 FDP-Bundesvorsitzender und seit den vorgezogenen Wahlen 2005 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Der agile Rheinländer hatte erst 2004 ein Coming-out in der Öffentlichkeit, als er erstmals zu einem offiziellen Anlass mit seinem Lebenspartner erschien (queer.de berichtete). Davor war seine Homosexualität eher ein offenes Geheimnis, über die in der Regel nicht berichtet wurde.

Auf queer.de hat das Coming-out damals zu allerlei Abwehrreaktionen geführt. Die Leserin "Annette" zeigte sich empört über den Bericht: "So ein Schwachsinn. Ich finde es eine Unverschämtheit zu behaupten, Guido Westerwelle ist schwul… Andere haben auch geschrieben, er ist hetero und ich weiß es zu 100 Prozent, dass er hetero ist." (dk/pm)



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79 Kommentare

#1 CarstenFfm
  • 10.12.2008, 10:16h
  • Sehr gut!

    Man sollte konsequenterweise auch den Staaten die Entwicklungshilfe streichen, die Schwule "nur" ins Gefängnis stecken.

    Bei der FDP darf man allerdings immer skeptisch sein, ob sie solche Versprechen auch halten, falls sie an die macht kommen
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#2 yavannahAnonym
  • 10.12.2008, 10:29h
  • Antwort auf #1 von CarstenFfm
  • eben, denke ich mir auch. der vorschlag an sich ist ja löblich, aber wie soll der mit der union bzw. von der doch eher wankelmütigen FDP umgesetzt werden? man muss sich schon fragen, wie viel populismus dahinter ist.

    den letzten absatz fand ich aber lustig!
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#3 Thomas62Anonym
  • 10.12.2008, 10:45h
  • Was ist denn mit Herrn Westerwelle los? So kennt man ihn doch gar nicht.
    Will er jetzt mit Hilfe der Stimmen der Schwulen und Lesben Aussenminister werden? Das hieße, daß die FDP erstens in die kommende Koaliton gewählt werden müßte und zweitens, daß der/die zukünftige Bundeskanzler/in sich nicht an einem schwulen Aussenminister stoßen würde. Wohl aber einige andere Staatschefs die sich prinzipiell weigern mit Westerwelle zu reden - so geschehen seinerzeit bei Sharon.
    Was wäre denn wenn Westerwelle als Aussenminister mit den Scheichs von Saudi-Arabien parlieren müßte, was wenn er mit diesem iranischen Irren verhandeln müßte, wenn er mit Putin oder seinem Hampelmann in Moskau verhandeln müßte - das alles sind (ekelhafte) Aufgaben die ein Aussenminister nun mal tun muß und er muß sich auch mit diesen Leuten gut stellen. Ob er will oder nicht.
    Er wird wohl keinen Erfolg haben mit der "Erpressung" daß diejenigen Staaten keine Entwicklungshilfe mehr bekommen werden, dann würden andere Staaten entsprechend in die Bresche springen. Unsere Welt ist viel zu sehr ineinander verzahnt und verbunden-im guten wie im bösen als daß (ausgerechnet) jemand wie Westerwelle diesbezüglich was erreichen könnte. Hatte er doch für sein öffentliches Outing noch Tante Merkel gebraucht. (In Szene gesetztes Dinner mit Fam. Merkel sowie Herrn Westerwelle nebst Lebenspartner.)
    Da ist Volker Beck aus einem ganz anderen Holz geschnitzt!
    Ich sag nur zu Herrn Westerwelle:
    SCHUSTER BLEIB BEI DEINEN LEISTEN!
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#4 LiberalerAnonym
  • 10.12.2008, 10:46h
  • Danke für die klaren Worte, Guido. Die FDP hat bei der nächsten Wahl auf jeden Fall meine Stimme! Nach der endlosen großen Koalition ist eine Regierung wichtig, welche die Steuern senkt. Es ist klasse, dass sich der zukünftige Außenminister so sehr für unsere Rechte einsetzen will. Ich glaube ihm das, denn Westerwelle ist politisch sicherlich einer der ehrlichsten Analytiker und weiß, was gerade falsch läuft. GO GUIDO!
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#5 gatopardo
  • 10.12.2008, 10:55h
  • Naja,warten wir´s mal ab, wenn Schickerias Lieblingsschwuler in einer homophoben Welt
    erst den Aussenminister macht.
    Man muss sich aber wundern, wie sich die Hetero-Gemeinschaft hinterm Ofen einrichtet und auch nicht die geringsten Zeichen einer beginnenden Homosexualität um sich herum wahrnehmen möchte wie dieser amüsante Leserbrief einer Anette 2004. So hörte ich bereits dreimal von "Normalen", dass Gerüchte über Haiders sexuelle Identität nicht stimmen könnten, da er doch Familienvater und Rechtspopulist sei.
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#6 GerdAnonym
  • 10.12.2008, 11:03h
  • Es ist sehr erfreulich, dass wir mit Guido Westerwelle einen offen homosexuellen Mann an der Spitze einer deutschen Partei haben. Dies erstmal vorab.

    Auch läßt es sich nicht leugnen, dass unter Guido Westerwelles Führung, die FDP wieder gewaltig an Boden gut gemacht hat. Vor seiner Zeit war die FDP in den 1990er fast überall aus den Landesparlamenten rausgeflogen und jetzt ist sie fast überall wieder vertreten und regiert sogar in Bayern (!), in Nordrhein-Westfalen, in Niedersachsen und in Baden-Württemberg mit.

    Das bei einem Wahlsieg von Schwarz/Gelb Guido Westerwelle Ausseminister wird, dürfte so gut wie sicher dann sein. Die FDP hat da traditionell bei Schwarz/Geld das Zugriffsrecht auf dieses Amt.

    Und wenn dann ein offen homosexueller deutscher Außenminister in Drittweltstaaten anreist und das Thema Homosexualität zum Thema macht, so ist dies für die Legalisierung von Homosexualität in Drittweltstaaten durchaus von Vorteil. Mit Sicherheit hat dies bisher vor Ihm kein anderer Außenminister thematisiert, auch Joschka Fischer nicht, da diesem andere Themen außenpolitisch wichtiger waren.

    Und die FDP hat zudem in ihrem Parteiprogramm geplant, das Ehegattensplitting auf Lebenspartnerschaften auzuweiten und die verpartnerten Bundesbeamten (Soldaten, usw.) gleichzustellen. Alles Forderungen, die die SPD bisher in der Grossen Koalition nicht umgesetzt hat.

    Eine Schwarz/Gelbe Koalition hat daher durchaus gewisse Reize für homosexuelle WählerInnen.

    Inwieweit die FDP aber dann in der Verantwortung tatsächlich auch handelt, da bin ich wiederum sehr unschlüssig, denn schliesslich ist die CSU mit in der Koalition. Andererseits gäbe es mit CDU-Bürgermeister Ole von Beust einen politischen Strippenzieher, mit dem Guido Westerwelle und die Bundesfraktion der FDP zusammenarbeiten könnte.

    Die deutsche Entwicklungshilfe gehört reformiert. Guido Westerwelle hatte da auch Recht, als er die Streichung von Entwicklungshilfe an China forderte: einem unserer stärksten Konkurrenten auf dem Weltmarkt, das schon lange kein Entwicklungsland mehr ist und daher keine Entwicklunghilfe mehr nötig hat.

    Entwicklungshilfe ist verstärkt auch auf das Thema Legalisierung von Homosexualität auszurichten. Dies ist ein Teil der Allgemeinen Menschenrechte.

    Übrigens heute ist der 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung und die Europäische Union und die Mercosor Staaten in Südamerika haben bei der UNO eine Initiative zur weltweiten Legalisierung von Homosexualität eingebracht. Homosexualität gehört endlich in Drittwelstaaten legalisiert.
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#7 CarstenFfm
  • 10.12.2008, 11:11h
  • Ich hab mal in die Diskussion damals geschaut.... Annette hat sich ja echt mächtig ins Zeug gelegt.
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#8 bananasEhemaliges Profil
  • 10.12.2008, 11:13h
  • Noch mehr kann man den Wahlkampf nicht "heraus hängen lassen". Wieso erst als Aussenminister? Wieso im Ausland. Es gab genug schwul/lesbische Themen im Inland, wo Westerwelle den Kopf eingezogen und seine Partei sich fast ausschließlich heraus gehalten hat.
    @madridEU: Ich glaub, Schickerias Lieblingsschwuler ist jemand anderes, oder?
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#9 stromboliProfil
  • 10.12.2008, 11:18hberlin
  • Antwort auf #6 von Gerd
  • "Schwarz/Geld" ..
    ach gerd.... , wars nur ein druckfehler oder stand dir freud dabei pate???
    Fischer hat übrigens einen homoseuellen diplomaten in madagaskar durchgesetzt, gegen deren wiederstand.
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#10 gatopardo