Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9736
  • 10. Dezember 2008, noch kein Kommentar

Die japanische Badekultur blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Schon seit Generationen wissen die Japaner die Wohltaten eines heißen Bades zu schätzen und entspannen gern Körper, Seele und Geist in einem der über 3.000 Onsen, die es im Land gibt.

Diese "natürlichen" Warmwasserbäder, gespeist von heißen Quellen, befinden sich zumeist in reizvoller Umgebung: mitten im Wald, an einem Fluss, an einem rauschenden Wasserfall, am Meer oder auf 2.300 Meter Höhe. Und so verwundert es nicht, dass sich Orte wie beispielsweise Ito, Hakone, Dogo oder Beppu zu beliebten Touristenzentren entwickelt haben.

Ein japanisches Volkslied besagt, dass ein Onsen alles heilen kann, nur die Liebe nicht, und so dienen diese heißen Quellen nicht nur der Entspannung, sondern auch der Heilung von Krankheiten, je nach der Zusammensetzung des Wassers. Die Temperaturen reichen von sehr heiß (über 42 Grad), heiß und warm bis kühl (unter 25 Grad). Sicherlich nicht das gesündeste, aber das "härteste" Badevergnügen bietet die Quelle von Kusatu. Wegen der extrem hohen Temperaturen (über 60 Grad) wird das Wasser erst einmal eine halbe Stunde von Bediensteten mit großen Holzpaddeln auf circa 47 Grad "kalt geklopft", bevor die Mutigen eintauchen können, um nach genau drei Minuten das Bad krebsrot wieder verlassen zu dürfen.

Die landesüblichen Übernachtungsmöglichkeiten sind die Ryokan. Der Ursprung der Ryokan reicht ins 10. Jahrhundert zurück, als sie Pilgern, Kaufleuten und Wanderarbeitern eine Schlafstätte boten. Heutzutage zeichnen sich diese "Gästehäuser" aus durch hervorragendes Essen, elegante japanische Gärten, schöne Bäder, teilweise mit heißem Quellwasser gefüllte Badelandschaften, und nicht zuletzt exzellenten Service. Die Zimmerausstattung mutet für den westlichen Besucher meistens recht schlicht an: auf den Böden liegen dicke Tatami (Reisstroh)- Matten; niedrige Lacktische mit Sitzkissen sind oft die einzigen Möbelstücke; die Betten werden in einem Wandschrank aufbewahrt, und nur in einer Nische des Raumes hängt ein (Roll-)Bild. Darunter steht vielleicht ein Blumengesteck (Ikebana). Abends werden dann die Matratzen (Futons) auf dem Fußboden ausgebreitet. Doch zunehmend stellt man sich auf eine internationale Klientel ein.

Die Ortschaft Kurokawa-Onsen auf der Insel Kyushu bietet besonders viele heiße Quellen. Holzhäuser, Bogenbrücken und zahlreiche Gässchen mit alten Laternen versetzen die Besucher über hundert Jahre zurück. Hier erholte sich der einheimische Adel bereits vor langer Zeit von seinen Amtsgeschäften. Die hiesigen Ryokan sind zumeist klein und verfügen nur über wenige Zimmer. In besonders eindrucksvoller Lage erhebt sich das kleine Ryokan Wakaba oberhalb des kleinen Gebirgsbaches, der durch Kurokowa fließt.

Äußerst beeindruckend zeigt sich die Landschaft auf der Insel Yakushima. 7.000 Jahre alte Baumriesen, umwuchert von Moosen und Schlingpflanzen erheben sich im Inneren der Insel. Der Wald gehört mit seinen uralten Zedern zum Weltnaturerbe der UNESCO. Hier sprudeln die heißen Quellen teilweise direkt am Meer. Das erst im Jahr 2006 eröffnete Ryokan Jomon No Yado Manten verwöhnt seine Gäste mit einem großem Thermal-Badebereich im Freien. (pm)