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Mit Zärtlichkeit und voller Erotik führt der Film "Dream Boy" in die unschuldige Welt zweier verliebter amerikanischer Teenager, die versuchen ihren eigenen Weg zu finden.

Von Carsten Weidemann

Wie ein Blitz schlägt beim 15-jährigen Nathan das plötzliche Verlangen zum Nachbarsjungen, dem 17-jährigen Sportler Roy, ein. Bald stellt sich beim nächtlichen Lernen heraus, dass Nathans Gefühle überraschenderweise von Roy, der eigentlich eine Freundin hat, erwidert werden…

In dieser Adaption des gleichnamigen Bestsellers des schwulen Autors Jim Grimsley entführt uns Regisseur James Bolton in die verwunschene Welt der tief religiösen Südstaaten der USA. Als aus flüchtigen Berührungen eine ungeahnte Leidenschaft entsteht, trifft dies im Umfeld der beiden Jungen auf Misstrauen und Sorge. Nach einer, für ihre Schulkameraden schockierenden, Entdeckung finden sich Nathan und Roy auf eine harte Probe gestellt. Wird Roy zu Nathan stehen?

James Bolton ist in seinem Metier. Wie kaum ein anderer versteht er es, jugendliche Emotion roh und furchtlos zu portraitieren. Wie schon in seinem Debut Film "Eban und Charley" verzichtet er auf herkömmliche Klischees und jegliche zuckersüße Bildsprache. Er führt uns hinein in eine Welt, die trotz allen Schreckens auch Wunder beherbergt. Die erste sanfte Berührung, die versteckten Küsse und die Entdeckung der eigenen Sexualität werden von Bolton ohne falsche Scham gezeigt. Der Zuschauer kann nur ahnen, welche Abgründe sich im Elternhaus des schüchernen Nathan auftun.

James Bolton ist Regisseur, Drehbuch Autor und Produzent. Er wuchs in Florida auf und studierte Film an der katholischen Loyola Marymount Universität in Los Angeles. Sein erstaunlich offenherziger Erstlingsfilm "Eban und Charley" war ein viel beachteter Erfolg bei seinem Kinostart 2001. Er gewann damit den Großen Preis der Jury beim Chicago Reeling Festival und schaffte es mit dem Film, Vorurteile aller Art abzubauen – der Film handelt von dem Verhältnis eines 15-jährigen Jungen zu einem 29-jährigen Lehrer. Sein zweiter Film "The Graffiti Artist" wurde zur Panorama Sektion der Berlinale 2004 eingeladen und überzeugte bei Festivals weltweit, bevor er in den USA und in Europa in die Kinos kam und international im Fernsehen ausgestrahlt wurde.



13 Kommentare

#1 LarsAnonym
  • 11.12.2008, 17:36h
  • Schön, dass solche Filme gedreht werden und dann auch - zumindest offiziell - ihren Kinostart in Deutschland erleben. Ich würde ja auch gerne reingehen, nur: Wo werden sie gezeigt?

    Neulich stellte queer.de den Film "East/West" vor, nun ist es "Dream Boy". Ich habe in beiden Fällen nach Kinos gesucht, die die Filme zeigen, in meiner Umgebung Fehlanzeige, sowohl bei den großen Multiplexen als auch bei Programmkinos. Und auch in den Großstädten gibt es wohl nur sehr wenige Aufführungen, falls überhaupt...

    Was ich mich frage: Woran liegt das? Ist schwules Publikum so "kinofaul"? Schaut man sich lieber ausschließlich heterosexuelle Liebesgeschichten an? Oder sehen Kinos in uns einfach keine Zielgruppe und tut man obendrein von Verleihseite zu wenig? "Dream Boy" z.B. scheint nur mit Untertiteln vorzuliegen. Werbung für den Film hab ich auch keine gesehen, nichtmal auf TIMM, die präsentieren stattdessen "The Women"... Erfolgversprechende Präsentation und Vermarktung von Filmen stelle ich mir zumindest anders vor...

    Wirklich schade, dass Filme somit dem durchaus interessierten Publikum vorenthalten werden, denn wer will schon fürs Kino mal eben einige hundert Kilometer fahren?

    Bleibt also nur, auf die DVD-Version zu warten, die deutlich teurer ist als "normale" DVDs und dennoch nur mit OmU ausgestattet ist... Fernsehausstrahlungen waren bisher ohnehin äußerst unwahrscheinlich - aber da gibt's ja mit dem neuen Sender TIMM wenigstens einen kleinen Silberstreif der Hoffnung am Horizont ;-)
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#2 AndiAnonym
  • 11.12.2008, 18:56h
  • Antwort auf #1 von Lars
  • Laut kino.de läuft "Dreamboy" nur in Hamburg und München...das ist echt mager. Aber in den Cinemaxx-Kino wird seit kurzem unter dem Titel "Gay-Filmnacht" jeden Monat in 18 verschiedenen Städten ein schwuler Film gezeigt. Da stehen die Chancen ganz gut, dass "Dream Boy" bald dran kommt.

    www.gay-filmnacht.de

    @queer-Redaktion: Der Link zur Filmseite führt nur zum youtube-trailer.
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#3 LarsAnonym
  • 11.12.2008, 19:33h
  • Antwort auf #2 von Andi
  • Tja, da müsste dann nur noch das einzige Cinemaxx in meiner Nähe mitmachen - tut's aber natürlich nicht... Am besten mal hinschrieben und Bedarf anmelden :-)

    Wobei "Gay-Filmnacht" ja echt eine etwas übertriebene Bezeichnung ist, dafür dass ein einziger Film gezeigt wird... Erwarten würde man da eher eine längere Veranstaltung mit 2-3 Filmen am Stück...

    Scheinbar ist dieser youtube-Trailer alles, was der Verleiher tut, um für den Film zu werben... Kein Wunder, wenn er in der Masse der Mainstreamfilme untergeht..
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#4 seb1983
#5 AndiAnonym
#6 Liedel
  • 11.12.2008, 23:28h
  • Hab den bei der Berlinale schon gesehen, muss sagen: echt ergreifend! Beide Hauptdarsteller anwesend...wobei es zumindest bei der Vorstellung, die ich besucht habe, nachher ein bisschen fies zuging Das vorwiegend schwule Publikum stand Schlange um Autogramme beim Darsteller des Nathan, während der andere so ganz links liegen gelassen wurde...naja, Geschmackssache halt.

    Der wird echt so wenig in den Kinos gezeigt? Hmm. Jede noch so langweilige Praunheim-Doku wird ja mittlerweile kaum ein Jahr nach der Berlinale im TV gezeigt. Kann nur hoffen, dass es bei diesem Film nicht so lange dauert, damit die Jungs in der Provinz auch was davon haben.

    Be Dream Boy, be the first one to see good movies, be Berlin
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#7 PflegekraftAnonym
  • 12.12.2008, 12:07h
  • Antwort auf #1 von Lars
  • Hallo Lars,

    auch mich stört, das viele "gay-movies" nur als OmU vorliegen. Ich komme zwar bei Englisch und Spanisch ein wenig mit, aber bei Französisch und Tcheschich etc. hört es dann auf.
    Daher habe ich mich mal bei Pro-Fun erkundigt, warum das so ist. Die Antwort war erschreckent simpel: Es ist ihnen zu teuer, die Filme die sie verteiben synchronisieren zu lassen. Es wäre, in Anbetracht der begrenzten Zielgruppe, völlig aussreichend sie mit Untertiteln versehen zu lassen.

    Was soll man dazu sagen?
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#8 Olaf_LEO
  • 12.12.2008, 12:30h
  • Antwort auf #7 von Pflegekraft
  • Es ist kein Wunder, dass sich für einen so kleinen Markt wie den schwul-lesbischen in Deutschland Synchronisierung nicht lohnt. Auch bei größeren Märkten (etwa dem holländischen) wird nicht synchronisiert, sondern das meisten in OmU gezeigt.

    Eigentlich gefällt mir das auch besser: Französisch oder Spanisch hat einfach einen ganz anderen Klang als Deutsch und der Film wirkt dadurch ganz anders. Außerdem lernt man bei britischen oder amerikanischen Filmen besser Englisch. Deswegen sprechen die Holländer oder Schweden so gutes Englisch, während die Leute hier oft einen nervigen deutschen Akzent haben, wenn sie Englisch sprechen.
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#9 stromboliProfil
  • 12.12.2008, 13:06hberlin
  • Antwort auf #8 von Olaf_LEO
  • synchronationen werden nicht einfach so aus dem ärmel geschüttelt; es bedarf der vorarbeit einer guten, bildentsprechenden übersetzung, tontechnik und ausgebildete synchronsprecher ( nicht keucher für tschechiche pornos)! Abgesehen für die kosten ( hier trägt dann das argument der zu erwartenden besucher ... themengebundenes publikum würd ich das nennen) gibt es eine weitere erklärung der unterschiede in europa:
    Synchronisation war ein protektionistisches mittel zum schutze der künstler. Während im stummfilm verständlich nicht nötig , kam es mit aufkommen des tonfilmes zu folgender situation: filme wurden im ursprungsland und in den europäischen gedoppelt; heisst in zwei versionen gedreht. Beispiel hitchkock der in deutschland SECRET AGEND in engl. und deutscher fassung zeitgleich drehte! Der faschismus erfand schlieslich die synchronisation als bollwerk. Americanisches nicht mehr dem "kulturbild " entsprach, wurde übertünscht mit der behauptung, deutschen künstlern so lohn und brot zu verschaffen ( göbbels 1934 ). Zuvor hatte schon italien den selben weg beschritten, und spanien folgte. Aber es ging auch darum , die amerikaner zwingen zu wollen, selbst die synchronisation europäischer filme einzuführen; was die aus verständlichen ( markt)gründen bis heute verweigerten. Nach dem krieg war es eine notwendige broterwerbsbeschaffung!
    Holland z.b. und andere skandinavische staaten synchronisieren auch keine filme, egal welcher art. Auch eine frage der seh und hörgewohnheiten. Gewöhnungsbedürftig, aber wenn im kopf , ungleich reicher an wahrnehmung und autenzität!
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#10 stromboliProfil