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Eric Nuzum, Autor eines Sachbuchs über Vampire denkt, der Erfinder von "Dracula" liebte Männer. Und homoerotisch gehe es bei den Blutsaugern eh zu.

Von Christian Scheuß

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an die Szene aus "Tanz der Vampire" (1967). Dort macht sich Herbert, der Sohn von Graf Krolock an Albert heran, den Assistenten des Vampirjägers Professor Abronsius. Herbert hat leider Pech. Statt in den Nacken des jungen Mannes verbeißt er sich nur in einen Gedichtband. Und in "Interview mit einem Vampir" spielen Brad Pitt sowie Tom Cruise Untote, zwischen denen es ziemlich knistert. Homosexualität scheint in einer blutsaugenden, überwiegend von Männern bewohnten Welt, weit verbreitet zu sein.

Eric Nuzum, Autor des gerade erschienen Buches "The Dead Travel Fast" ist bei seinen Recherchen über den Vampir-Mythos auf zahlreiche Bezüge gestoßen, wie er im Interview mit dem Tagesspiegel berichtet. So nennt er ein Beispiel aus dem Originalroman von Bram Stoker: "Als Draculas Vampirfrauen sich an Jonathan Harker zu schaffen machen, erscheint Dracula und befiehlt: ‚Zurück, sage ich euch! Dieser Mann gehört mir!‘" Nuzum weist darauf hin, dass Biographen und Literaturwissenschaftler von der Homosexualität Stokers überzeugt sind. "Eine Menge Leute sind zu dem Schluss gekommen, dass Stoker schwul war. Das liegt an der großen Intimität, die zwischen seinen männlichen Figuren herrscht. Und natürlich findet man Parallelen dazu in seinem Leben, das durch die engen Männerfreundschaften, die er pflegte, Vorbildcharakter für die Homosexuellen seiner Zeit hatte. Es steht außer Frage, dass Stoker Männer liebte. Was wir nicht wissen ist, ob es eine rein geistige Liebe war oder auch körperlich.

So pflegte Bram Stoker eine lebenslange Freundschaft mit dem Schauspieler Henry Irving. Stoker, 1847 in Irland geboren, war zwar verheiratet, aber das heißt in dieser Zeit wenig. Seine Frau, Florence Balcombe, war zuvor noch vom schwulen Schriftsteller Oscar Wilde umworben worden. Und auch, wenn das Ehepaar einem Kind das Leben schenkte, so hatte Stoker doch offensichtlich Angst vor dem weiblichen Geschlechtsorgangen, wie Vampirautor Eric Nuzum er im Interview mit dem Tagesspiegel ausplaudert: "In seinem letzten Buch ‚The Lair of the White Worm‘ wird das sehr deutlich. Die Hauptfigur Lady Arabella, ein weiblicher, vampirähnlicher Wurm, hat dieses ‚Loch‘, das laut Stoker ‚riecht wie ein Schlachthaus‘".

Vampire, die sexuell aufgeschlossen sind, finden sich auch in der jüngsten Adaption des Blutsaugermythos. Der schwule Drehbuchautor Alan Ball (Six Feet Under, American Beauty) lässt in "True Blood" Vampire mit halbnackten Männern knutschen, Vampirblut wird als stark wirkendes Viagra für Lebende gedealt und die Vampirbar sieht aus, wie eine schwule SM-Fetischkkneipe.



True Blood: Staffel 5 beginnt mit Coming-out

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#1 darkon
  • 15.12.2008, 13:56h
  • Ihr solltet im Artikel etwas korrigieren, bzw ergänzen.
    Alan Ball mag das Drehbuch für True Blood geschrieben haben, aber die Serie basiert auf den "Sookie Stackhouse"-Romanen von Charlaine Harris. Dort geht es auch munter schwul und lesbisch zu.

    Also bei aller Leistung von Alan Ball, Charlaine als die wahre Schöpferin des "True Blood"-Universums sollte nicht vergessen werden. Ihre Bücher sind wesentlich besser als die Cover im "kinderbuch"-Look es erahnen lassen.
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