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Die Metropole im Nordwesten Englands ist einen Besuch wert. Nicht nur zum CSD locken ein großes Gay Village und nette Britboys.

Von Norbert Blech

"I would like to leave this city", sangen Oasis über ihre Heimatstadt Manchester, und wer mit den Sounds von den Smiths, Joy Division oder The Verve vertraut ist, der muss vermuten, dass die alte Industriestadt im Nordwesten Englands viel Anlass zur Depression bietet.
Manchester ist in der Tat nicht sonderlich hübsch. Wer allerdings das Ruhrgebiet kennt, der wird Manchester gar nicht so hässlich finden. Neben Bauruinen, die immerhin von der bewegten Geschichte zeugen, und Bausünden wie dem Piccadilly-Hotel, das heimische Erinnerungen an Ost-Berlin weckt, hat die Stadt auch viele schöne Seiten. Die meisten alten Speicherhäuser sind renoviert, der Stolz der alten Industriestadt lebt an vielen Stellen neu auf. Und zu den schönsten Ecken zählt zweifellos die schwule Canal Street.

Das Gay Village von Manchester

Spätestens seit der Kultserie "Queer as folk" ist diese Straße weltweit bekannt – hier reiht sich eine schwule Kneipe an die nächste, gefüllt mit jungem, süßem, gar ansprechbarem Publikum. Die Leute in Manchester sind freundlich, als Fremder wird man gern und schnell in ein Gespräch verwickelt. Hier lohnt ein abendlicher Kneipenbummel, ein Muss sind die durch "Queer as Folk" bekannte Kneipe Via Fossa und die nagelneue, durchgestylte Queer-Bar.

Auch wenn das Logo an die deutsche Webseite queer.de erinnert, stecken hinter der Kneipe keine Journalisten, sondern die Macher von "Essential" (8 Minshull Street), einer der populärsten Homo-Discos der Stadt. Bei einem Wochenendtrip empfiehlt sich ein Besuch am Freitag, bei dem House und Pop auf zwei Ebenen und halbnackte Jungs in Partystimmung geboten werden. Für den Samstag sei "Poptastic" im Club Mutz Nutz (105-107 Princess Street) empfohlen, denn eine Prise Britpop sollte man bei der Reise nicht missen. Neben jungen Schülern und Studenten bis hin zu einem leicht alternativen Publikum bietet die Party mit der Kassiererin das wohl älteste Schwulenmuttchen der Stadt.

Im schwulen Viertel von Manchester, das im letzten Jahr den Europride beherbergte, findet sich auch eine Filliale vom Homo-Shop Clonezone und eine Sauna (beide Sackville Street) sowie eine Menge Fastfood (statt wegen des Namens in McTucky's zu gehen, rät der Autor zu den Buden in der Bloom Street). Insgesamt bedient das Gay Village alle erdenklichen Vorlieben. Lesben sollten die Velvet-Bar auf der Canal Street besuchen.

Shoppen und Schlafen

Auch ansonsten hat die Stadt viel zu bieten: das Rathaus sollte man ebenso von innen sehen wie die Kathedrale, der Eintritt in die zahlreichen Museen ist kostenlos. Theater, Oper und Musicals sowie internationale Küche gibt es fast so reichlich wie in London.

Und natürlich Shops: In der Fußgängerzone Market Street finden sich die wichtigsten Läden, darunter Ketten für die bei den jungen Lads so beliebte Sportkleidung, Virgin und HMV und eine Niederlassung der guten H&M-Alternative Next. Am nördlichen Ende der Straße, in der Nähe der historischen Kathedrale, laden Modeketten, Marks and Spencer, Selfridges und das edle Harvey Nichols zum Flanieren ein. Die ganze Gegend ist nach einem verheerenden Bombenanschlag der IRA 1996 neu aufgebaut worden – nun findet sich hier ein futuristisches Museum zum Thema Städte direkt neben der mittelalterlichen Bibliothekt, in der Marx und Engels Teile des Kommunistischen Manifests schrieben. Neu aufgebaut ist auch das Arndale Center, eine Shopping-Mall nach amerikanischen Vorbild, die auf zwei Etagen alle erdenklichen Shops anbietet – samt Trödelmarkt im Keller.

Speaking of Trödelmarkt, an der kultigen Shoppingmeile Oldham Street findet sich ein ganzes alternatives Kaufhaus mit First- und Secondhandmoden, Kitsch'n'Kram, Hanfzubehör, Frisören, Tätowierern und ähnlichem, dazu gibt es dank Café und ein paar Spielekonsolen Jugendzentrumsflair gratis.

Zum Übernachten in Manchester eignet sich das Britannia an der zentralen Portland Street. In dem ehemaligen großen Warenhaus steigen neuerdings bevorzugt Bands wie die Libertines ab. Preiswerter und dabei noch immer zentral gelegen ist die recht neue Jugendherberge mit Zimmern ab 19 Pfund pro Nacht. Dort in Castlefield, wo sich drei Kanäle und drei Brücken aus verschiedenen Jahrhunderten treffen, begann vor ca. 2000 Jahren mit dem römischen Außenposten Mancunium die Geschichte der Stadt. Echte Manchesterianer nennen sich noch heute Mancunians. Das luxuriöseste Hotel findet sich hingegen in der neuesten Gegend Manchesters, den Quays. Manchesters Docklands sind bequem und schnell per Straßenbahn aus der Innenstadt zu erreichen und bieten nebem dem Lowry-Hotel (5 Sterne, rund 260 Pfund per Doppelzimmer/Nacht), ein geräumiges Kaufhaus mit Designer-Outles sowie einige Museen. Das Imperial War Museum North, erbaut von Daniel Libeskind, stellt vor allem die Schrecken des Krieges dar.

Wer sogar Zeit für einen Tagestrip mit nach Manchester bringt, dem sei der Ausflug ins benachbarte Liverpool empfohlen. Auch ein Besuch des Seebads Blackpool oder des Nationalparks Peak District sind der Erörterung wert. Von zahlreichen deutschen Städten aus fliegen Lufthansa und British Airways Manchester an, in Köln und Stuttgart in Konkurrenz zum Billigflieder HLX.



#1 SaschaAnonym
  • 07.05.2004, 18:04h
  • Soso, das Ruhrgebiet ist also hässlich. Immer diese Schnöselschreiber aus Düsseldorf...
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#2 M.Anonym
  • 07.10.2004, 01:38h
  • Ganz gut getroffen, wuerde ich sagen. Fuer die "Maedels" gibts neuerdings auch noch "Vanilla", eine Bar neben dem clonezone-shop. Eine zweite Sauna befindet sich ein bisschen abseits von der Canal Street. Fuer aktuelle Veranstaltungen am besten in einer Bar oder im clonezone das kostenlose Mag "outnorthwest" aufgabeln.
    Viel Spass...
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