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Als erster Landesverband hat die Evangelische Kirche im Rheinland Pfarrer und Kirchenbeamte in Eingetragenen Lebenspartnerschaften im Besoldungs- und Versorgungsrecht mit Ehepaaren gleichgestellt.

Das entschied die Landessynode in Bad Neuenahr am Freitagvormittag. Kirchenbedienstete in einer Homo-Ehe haben damit dieselben Ansprüche auf Ortszuschlag (Aufschlag auf das Grundgehalt) und Hinterbliebenenrenten wie Ehepaare und sind mit privat-rechtlich Beschäftigten der Kirche in Eingetragenen Lebenspartnerschaften gleichgestellt.

Damit weicht die rheinische Kirche vom Besoldungs- und Versorgungsrechtrecht des Landes Nordrhein-Westfalen und anderer Landeskirchen ab. Im Vordergrund der Entscheidung stand eine Grundsatzfrage, denn faktisch geht es um zurzeit lediglich zwölf Fälle Eingetragener Lebenspartnerschaften in der rheinischen Kirche und Mehrkosten von 19.740 Euro pro Jahr.

Der Lesben- und Schwulenverband bezeichnete die Gleichstellung als "längst überfällig" und als ein "wichtiges Zeichen auch für Politikerinnen und Politiker, die sich bislang aus vermeintlich religiösen Gründen die Gleichstellung verweigern". (pm/dk)

In der Begründung wird betont, dass die Diskussion um die ethische Beurteilung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit dieser Entscheidung nicht fortgesetzt werden soll. Die Neuregelung impliziere auch nicht die "Gleichordnung" von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft, vollziehe aber die "Einordnung" der eingetragenen Lebenspartnerschaften in das System des Besoldungs- und Versorgungsrechts der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Traditionell orientierte Protestanten hatten im Vorfeld der Entscheidung die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben scharf kritisiert. Evangelikal orientierte Gruppen wie die Evangelische Sammlung im Rheinland argumentieren, dass Homosexualität Sünde ist und deshalb nicht anerkannt werden sollte. (pm/dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

11 Kommentare

#1 holger
  • 16.01.2009, 15:57h
  • ich freue mich sehr über den synodenbeschluss, vor allen dingen deshalb, weil die rheinische kirche damit das land nrw überholt hat.

    ich hoffe, dass jetzt auch endlich das land die gleichstellung der beamten voranbringt
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#2 goddamned liberalAnonym
  • 16.01.2009, 19:59h
  • Schön, dass meine Kirchensteuer eine gute Investition zu sein scheint.

    Und jetzt werden die Hassprediger aus allen Ecken Gift und Galle über unsere Kulturprotestanten ausspeien.

    Was solls: Viel Feind, viel Ehr!
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#3 VolumeProProfil
#4 stromboliProfil
  • 17.01.2009, 06:31hberlin
  • Antwort auf #3 von VolumePro
  • "vor allen dingen deshalb, weil die rheinische kirche damit das land nrw überholt hat"...; "Familienzuschlag Stufe 1" ...
    jetzt weiß ich, warum die tunten aus dem stonewall auf die strasse gingen...
    Ein gelungenes gesamtbild!
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#5 AntichristProfil
  • 17.01.2009, 09:09hHH
  • Stimmt mich mit den Kirchen zwar noch lange nicht versöhnlich, zeigt aber das man wohl tatsächlich so (gaaaaaaaaanz) langsam in Kirchenkreisen zu denken anfängt. Nach offen schwulen Pfarrern sowie Homopärchen in den evangelischen Kirchen, nun auch die Gleichstellung im Besoldungsrecht in zumindest einem Landesverband. Glückwunsch zur richtigen Entscheidung.
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#6 goddamned liberalAnonym
  • 17.01.2009, 10:22h
  • @stromboli

    In Stonewall sind die Schwulen auf die Strasse gegangen, weil sie nicht länger Opfer von Polizeirazzien sein wollten.

    Das war der Grundstein zu dem rechtlichen Fortschritt, den wir heute in zivilisierten Staaten (und mittlerweile auch Religionsgemeinschaften, v.a. im Protestantismus und im liberalen Judentum) erleben!
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#7 stromboliProfil
  • 17.01.2009, 10:39hberlin
  • Antwort auf #6 von goddamned liberal
  • für eine kleine zeitspanne, haben betroffene das sie umgebende system DURCHSCHAUT ! Das ist der auslöser, die explosive kraft, die wut und erkenntnis: so nicht, nicht mit uns!
    Du bist der, der die reste einsammelt, im angebotsmüll der beschwichtigungen es sich bequem macht.
    Die geschichte braucht beides; aber tu nicht so, als würdest du was in dieser welt verändern. Bescheide dich mit deiner rolle!
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#8 goddamned liberalAnonym
  • 17.01.2009, 11:29h
  • @stromboli

    Der weltweite Kampf für Bürgerrechte ist bei weitem unbequemer als die Gemütlichkeit eines scheinbar subversiven selbstgewählten Ghettos, in das uns gewisse 'Freunde' wie Gerhard Amendt oder Hans Christoph Buch gerne wieder verweisen möchten.

    Der weltweite Kampf für Bürgerrechte wird von repressiven klerikalen und heteronormativen Systemen und ihren Vertretern - von Teheran über Wyoming bis Jamaika - mit Gewalt und Tod geahndet.

    Weder der Tod von Fannyann Eddy noch der von Matthew Sheppard noch der Tod vieler anonymer Saudis und Iraner hat etwas Gemütliches.

    Auch die politische Lobbyarbeit gegen solche Verbrechen ist ziemlich mühsam und ungemütlich. Ungemütlicher jedenfalls, als sich auf pseudo-linken Dogmen auszuruhen und so der Reaktion das Aktionsfeld zu überlassen....
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#9 GerdAnonym
  • 17.01.2009, 15:51h
  • Als lutherisches Kirchenmitglied freut mich diese Entscheidung der Landeskirche Rheinland sehr.

    Viele lutherische, reformierte und uniierte Landeskirchen der EKD haben in den vergangenen Jahren öffentliche Segnungsgottesdienste in den Kirchen ermöglicht und ebenso wurde von der EKD ein Grundsatzdokument verfasst, wonach homosexuelle Paare ethische Verantwortungsgemeinschaften sind, die es zu unterstützen und zu befürworten gilt. Auch gibt es ein weiteres Papier der EKD, wonach homosexuelle Pfarrer mit Ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen.

    Daher ich lobe die lutherischen, reformierten und uniierten Landeskirchen der EKD sehr und es freut mich, dass jetzt die Landeskirche Rheinland voranschreitet und die Gleichstellung im Besoldungs- und Versorgungsrecht durchsetzt.

    Davon ist die Katholische Kirchenleitung noch Lichtjahre entfernt und versagt hier moralisch zutiefst. Kein Wunder daher, das die Katholische Kirche einen Priestermangel hat und dort die Altersstruktur der katholischen Priester bei 60 Jahren mittlerweile liegt. Nur wenn die Katholiken endlich das Pflichtzölibat im Klerus aufheben und endlich auch Frauen als Priesterin zulassen, besteht eine reellle Chance, dass sich die Katholische Kirche zum Besseren verändert.

    Ich für meinen Teil bin aber froh, dass ich Lutheraner bin und nicht mich in der Katholischen Kirche befinde.
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#10 stromboliProfil
  • 18.01.2009, 09:54hberlin
  • Antwort auf #8 von goddamned liberal
  • ich seh dich bildlich als frontkanonier die geschütze mit vorlagegranaten ala steuerrechtsangleichung bestücken, die bastion ehevorteile beschießend... lol , mußte sein der scherz...
    wenn aber beweislasten zusammengetragen werden, sollte man mehr respekt denen erweisen , die auch durch die 10te steuerrechtsnovelle nicht hätten gerettet werden können! Also verhunzen und manipulieren wir nicht mit nebensächlichkeiten das andenken von Fannyann Eddy noch von Matthew Sheppard noch den Tod vieler anonymer Saudis und Iraner!!
    Ums zu verdeutlichen warum steuerrechtsfragen keine BÜRGERRECHTSFRAGEN sind, muß man an die Ursachen (!) der ungleichungen herangehen. Nicht an die schaumkronen sichtbarer finanzieller behinderungen!
    Für einen, sich selbst als liberal sehenden, machst du ja den richigen ansatz: "repressiv klerikale und heteronormative Systeme" gilt es zu bekämpfen; da ist die "steuergerechtigkeit " ein nebenscharmützel im weltweiten kampf um bürgerrechte! Dich nur mal so recht beim wort nehmend!
    Ansonsten gilt: auch kleinvieh macht mist!
    ...da ist jeder willkommen!
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