Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?989

Du hast keinen dicken Bauch, keine Muskelberge und wild behaart bist Du auch nicht. Wie hast Du es trotzdem geschafft, German Mr. Leather zu werden?

Das müsstest Du vor allem die Jury fragen. Ich denke, die sie hat meine Antworten auf die Frage, was ich während meiner "Regentschaftszeit" tun würde, positiv beurteilt. Das hat wohl andere Dinge, wie zum Beispiel mein geringes Alter, wieder wettgemacht.

Warum ist das ein Nachteil, dass Du als Jüngster ins Rennen gegangen bist?

Weil der Altersdurchschnitt der Lederszene um einiges höher liegt. Der gewählte Vertreter soll die gesamte Lederszene repräsentieren. Aber ich denke, das wird in diesem Jahr kein Problem sein: Ich selber bin ein traditionsliebender Mensch, ich weiß, wo die Lederszene herkommt und ehre ihre Wurzeln.

Was hast Du vor in Deiner "Regentschaftszeit"?

Es ist mir wichtig, innerhalb der Fetischcommunity Vorurteile abzubauen. Ich möchte auch mich für mehr Kommunikation in den Lederkneipen stark machen – allerdings gilt das wohl für alle schwulen Lokale. Meist schleichen die Kerle ziellos umher und versuchen krampfhaft, etwas fürs Bett oder den Darkroom zu finden. Warum kann man sich nicht einfach mal gut unterhalten, egal, ob man vom anderen mehr will oder nicht. Und dieses "Mehr" muss immer ohne Ausnahme safe ablaufen. Ich bin ein absoluter Bareback-Gegner.

Warum nennst Du Dich "Krieger"?

So wie Namen wie Schuster oder Schmidt aus Berufen hervorgegangen sind, so hat sich bei mir der Name Krieger aus meiner Berufung gebildet. Mein Ziel war es schon immer, für positive Aspekte im Leben zu kämpfen: Mehr Frieden, mehr Nächstenliebe, mehr Toleranz. Manchmal wird das als provozierend empfunden, selbst wenn es nicht so gemeint war.

Wieviele Tattoos hast Du an Deinem Körper?

Eins. (lacht)

Wirklich?

Ein paar Tattoos sehe ich noch als einzelne, weil sie nicht im Rahmen des Gesamtkunstwerkes entstanden sind. Das waren die ersten zwei. Ich hab mir Mühe gegeben, alle zu integrieren, damit alles eins wird. Es werden auch noch einige mehr werden. Da sind auch viele heilige Symbole mit eingearbeitet, auch heilige Zahlen. Die Zahlen sieben und 22 sind meine Glückszahlen, die treten immer wieder auf, genauso Engelsymbole, Flügel und ähnliches. Es soll ein Schutz sein und sind auch dazu da, mich an den Weg zu binden, den ich eingeschlagen habe. Dann werde ich mir in den Hintern beißen, weil mein ganzer Körper voller Tattoos ist.



#1 wolfAnonym
  • 11.05.2004, 14:38h
  • hallo,
    nix gegn lebenslang, aber so lange hat man tatoos
    und ich wage zu bezweifeln ob man das sogenannte kunstwerk mit 60 noch als hängende gärten so toll findet. sei´s drum jedem das seine.

    aber warum treibt die fetisch und lederszene so einen kult um sich selbst ?

    wäre doch mal schön von älteren schwulen männern sowas wie community zu erfahren,
    oder sind die alle so verklemmt oder verheiratet ?

    gruß
  • Antworten » | Direktlink »
#2 köln-riehlAnonym
  • 11.05.2004, 17:51h
  • Wer denkt, das er als alter Faltensack ohne Tattoos besser
    aussieht, muss es halt bleiben lassen. Wer da eitel ist,
    sollte lieber vorher an seinen Körper denken, unabhängig
    ob tätowiert oder nicht! (nicht nur den Schließmuskel
    trainieren!)

    Schön das es mal wieder einen Mr.Leather gibt, der gegen
    Bareback ist. Der letzte hat ja selbst eindrucksvoll auf
    Lederparties demonstriert, das er das ganz anders sieht.
    Da hilft auch nicht mehr die scheinheilige Werbung der
    AIDS-Hilfe die er gemacht hat. Hoffentlich predigt der Neue
    nicht auch nur Wasser und trinkt selbst Schnaps.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 leglaisAnonym
  • 12.05.2004, 06:52h
  • Hallo Wolf,
    Du beklagst eine mangelnde community von älteren Schwulen! Wieso wundert Dich das? Ältere werden nach wie vor fast diskriminiert - weil sie älter sind. Es gibt immer noch genug hirnlose Junge, die nicht daran denken, daß sie auch mal älter werden und so ist auch ihre Wahl der Worte in den verschiedensten Foren. Mich wundert das nicht, daß die Älteren einen anderen Weg suchen, wo die Jüngeren eben auch ausgeschlossen sind. Und diesen Weg gibt´s, glaub´mir.
    Ciao
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Peter ThommenAnonym
  • 12.05.2004, 15:00h
  • Hallo Wolf! Leider werden die meisten Menschen nicht älter und weiser, sondern nur weisser...
    Traditionell schlüpften früher eher die älteren schwulen Männer aus dem Geschäftsanzug in die Lederklamotten... Heute schlüpfen immer mehr Schwule ganz allgemein in einen Fetisch hinein! Wir dürfen das durchaus als einen Versuch zu nonverbaler Kommunikation verstehen. Leider muss er scheitern, weil zuwenige diese Symbole verstehen! Oder sie kommen eben nicht über die Symbolsprache hinaus.
    Bareback ist ein weiterer Versuch der definitiven Annäherung und der eigenen Befindlichkeit! Letztlich ein hilfloser Versuch, IN irgendeine - halt auch negative - Identität zu 'verschwinden'. Ein gesellschaftliches Abtreten in Fetischräume...
    Wer nicht in der Jugend Kommunikation gelernt hat, wird es auch als Lederkerl, als älterer Schwuler, als Ex-Hetero... nicht schaffen, sich mit seiner Persönlichkeit zu vermitteln. Fetische reichen halt nicht aus. Drum werden weiterhin die Leute stumm in den Bars herumhocken und in den Saunas herumcruisen... :-(
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MuratBlnAnonym
  • 17.05.2004, 16:47h
  • Soso,
    GML Philip will also dafür sorgen, oder es zumindest versuchen, dass es in unserer allgemeinen schwulen Szenenwelt wieder mehr Kommunikation geben soll. Ob ihm das gelingen wird?
    Ich verkehr seit 18 Jahren hauptsächlich in der Jeans- und Lederszene, aber nicht nur, kenne Szenen in verschieden Metropolen, und was mir in den letzten Jahren immer mehr auffällt, dass die Kommunikation in der allgemeinen schwulen Welt so ziemlich nachlässt, nicht nur in der Szene.
    Woran das wohl liegt? Das liegt an dieser ganzen (Kitsch)Mode, die immer mehr im Kommen ist, vor allem aus den USA. Mit Mode meine ich diese ganzen (Fetisch)Modeklamotten, und dann noch Bodystyling und Fitness, und diese ewige Sucht nach Perfektionismus. Nix gegen Leute, die sich mit Sport und Fitness gesundhalten und fit bleiben wollen, aber man merkt immer mehr, in der Szene und auch im Internet in chats und auf gayseiten, dass perfekter Body und regelmäßiger Studiogang immer mehr zur Mode wird. Wehe, wenn da mal einer daherkommt, der schon graue Haare hat, etwas unsportlich ist und etwas Bauch hat, und schon über 40 ist - ohjee, da hat man ja schon ausgesch......! (geht auch leider vielen meiner Bekannten so).
    In der Lederszene sind gottseidank auch noch Ältere gern gesehen und willkommen, auch die älteren Bären und so, die mir viel lieber sind als diese Jung'schen "Schönlinge" unter 30 alle - aber auch in der Lederszene lässt die Kommunikation allmählich sehr nach - leider! Menschliche Gespräche sind auch in der Lederszene immer weniger zu finden - es geht fast nur darum, wer am knackigsten aussieht, die besten Chaps anhat, und ob man gleich mit zum f..... gehen will oder nicht!
    Und was den Fetisch betrifft: auch ich habe so meine Fetische und Vorlieben, was so manche Klamotten betrifft - aber wichtig ist immer noch der Inhalt und die Person, denn die Hülle und Schale macht es alleine auch nicht - das hab ich in den letzten Jahren leider immer wieder feststellen müssen!
    Sprich: unsere schwule Welt wird an Kommunikation leider immer erbärmlicher, aber sobald dann die CSD's und Straßenfeste und alle anderen verschiedenen Paraden und Veranstaltungen kommen, da rennen die Schwestern dann alle schnellstens hin, egal ob Boys, Beautys oder Lederkerle, um vor der "normalen" Heterowelt einen auf Zusammenhalt, Toleranz und Keep-Smiling zu machen! Also alles purer Schein! Und deshalb meide ich solche Massenveranstaltungen seit Jahren nur noch, denn auf diese Schein-Paraden hab ich schon lange keinen Bock mehr! Man jammert ständig, wie böse und intolerant die Heten zu uns und uns gegenüber sind, aber wenn wir uns unter uns gegenseitig nicht mal tolerieren können, was sollen wir dann alle bitte von den Heten erwarten?
    Lange Rede kurzer Sinn: wollen wir alle GML Philip die Daumen drücken, dass er es evtl. hinkriegt, die Kommunikation in unserer schwulen Welt wieder hinbiegen kann! Toi toi toi!
    Gruß aus Berlin
    Murat
  • Antworten » | Direktlink »
#6 smtopAnonym
  • 18.05.2004, 11:48h
  • Hallo Philipp,

    es ist doch immer wieder gut zu wissen, das es auch noch Kerls gibt, die eben nicht auf Bareback stehen und damit meiner Meinung nach Verantwortung für sich und andere zu übernehmen...

    Wir beide haben uns ja letztens in HH sehr offen und direkt unterhalten und ich hoffe, das Du Dir auch zukünftig treu bleibst.

    Ich denke Du wirst Deinen Weg gehen und lasse Dich nicht von anderen davon abbringen.

    Viel Glück in Chicago!

    cu Tom (& Hasso)
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MuratBlnAnonym
  • 18.05.2004, 20:17h
  • ups, hab's doch glatt vergessen vor lauter Thema "Kommunikation" da oben zu erwähnen:
    Keine Chance all den Bare-Back'ern!
    BareBack: NEIN !!!
    Safe: JA !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 GertAnonym
  • 20.05.2004, 14:55h
  • Finde ich gut, dass Bareback stärker zum Thema in der Lederszene gemacht wird.

    Schließlich stelle ich fest, dass gerade jüngere Männer, die sich in die Fetischszene neu hineinbegeben und dort Erfahrungen sammeln, häufig gerade von älteren Lederkerlen zum Bareback gedrängt/gepusht werden. Kommt dann noch mangelndes Selbstbewusstsein dieser jüngeren Männer hinzu, ist eine HIV-Infektion vorprogrammiert.

    Daher finde ich es gerade gut, dass ein jüngerer Ledertyp mal gewählt wurde, da er gerade zu einer der gefährdesten Gruppen innerhalb der homosexuellen Menschen gehört.

    Eigentlich müßte jedem jüngeren Mann unter 25, der in die Fetischszene tendiert, eine "Extraansage" gemacht werden.

    Dann kommt immer wieder der Einwand, "Wir sind alle erwachsen und Aufklärung gibt es genug". Aber ich denke der Eindruck von Fetisch führt gerade bei jüngeren Männern zu einer erhöhten Gefährdung, die der ältere Lederkerl sich immer "vor Augen" halten sollte.
    Jeder kann ja mal für sich beobachten, wie unsicher häufig jüngere, zurückhaltende "Anfänger" in einer Lederkneipe auftreten.
  • Antworten » | Direktlink »