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Drei der vier Regierungsparteien der Mitte-Rechts-Koalition in Schweden haben einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ins Parlament eingebracht.

Die konservative Sammlungspartei, die Liberalen sowie die Zentrumspartei sprechen sich genau wie die oppositionellen Sozialdemokraten, Grüne und Linke für eine geschlechtsneutrale Definition der Ehe aus. Einzig die Christdemokraten, die bei der letzten Reichstagswahl 6,6 Prozent der Stimmen erreichen, streben an, die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau zu erhalten. Allerdings wollen die anderen Regierungsparteien der in den schwedischen Freikirchen verankerten christlichen Partei kein Vetorecht in dieser Frage mehr zugestehen und zusammen mit der Opposition die Änderung beschließen.

"Das Hauptanliegen dieses Gesetzentwurfes ist, dass das Geschlecht einer Person nicht länger bestimmen soll, wen sie heiraten darf und wen nicht", erklärte Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt von der Sammlungspartei. "Das Ehegesetz und andere Gesetze, die das Eherecht betreffen, sollen zukünftig geschlechtsneutral formuliert werden."

Der Gesetzentwurf beginnt mit den Worten: "Unabhängig von ihrer sexueller Orientierung wollen Menschen in einer stabilen Beziehung ihre Gefühle und ihr Verlangen, miteinander zu leben, öffentlich bekunden."

In der schwedischen Bevölkerung gibt es eine große Mehrheit für die Öffnung der Ehe. Auch die evangelisch-lutherische Kirche, der drei Viertel der Bevölkerung angehören, unterstützt die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben in der Ehe-Frage (queer.de berichtete). Bereits im letzten Jahr hatte Ministerpräsident Reinfeldt angekündigt, dass ein geschlechtsneutrales Ehegesetz bis Mai 2009 in Kraft treten könne (queer.de berichtete).

In Schweden gibt es seit 1995 Eingetragene Partnerschaften ("registrerat partnerskap"), die bereits jetzt weitgehend dieselben Rechte und Pflichten beinhalten wie die Hetero-Ehe. Wird die Ehe-Öffnung Gesetz, wäre Schweden das siebte Land, das Schwule und Lesben gleich behandelt.

Zuletzt hat Nachbarland Norwegen die Ehe zum 1. Januar 2009 geöffnet (queer.de berichtete). (dk)



14 Kommentare

#1 gerdAnonym
  • 22.01.2009, 15:50h
  • Na das nenne ich dann eine sehr schöne Meldung aus Schweden. Davon können osteuropäische Regierungen wie Polen oder Russland noch viel lernen.

    Für Schweden freut es mich sehr.
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#2 alexander
  • 22.01.2009, 16:55h
  • wunderbar, die geschlechtsneutrale definition, lässt endlich menschlichkeit und würde zu !
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#3 MalteAnonym
  • 22.01.2009, 17:00h
  • Schön, dass sowohl in Politik als auch Bevölkerung solche eine überwältigende Mehrheit für die Eheöffnung ist!

    Es wäre schön, wenn wir auch in Deutschland etwas weiter wären, aber die Skandinavier waren ja schon immer fortschrittlicher als wir!!!

    Auch wenn wir Deutschen wohl noch etwas länger warten müssen, so ist jeder Staat, der diesen Schritt endlich vollzieht ein Gewinn!
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#4 gatopardo
  • 22.01.2009, 18:35h
  • Schon merkwürdig, dass von Spanien bis Norwegen bislang nur europäische Monarchien die totale Gleichstellung haben.
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#5 SaschaEhemaliges Profil
  • 22.01.2009, 20:16h
  • Antwort auf #1 von gerd
  • Davon können und sollten in erster Linie die deutsche Regierung bzw. die deutschen Parteien etwas lernen. Denn hier sind ja noch nicht einmal die "Sozialdemokraten" so weit, für eine demokratische und soziale (und nicht klerikale) Definition der Ehe einzutreten.

    Und nur eine einzige wahrnehmbare Partei ist so weit, die einseitige Privilegierung von Zweierbeziehungen nach mittelalterlichem Muster grundsätzlich in Frage zu stellen.
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#6 AxelBerlinAnonym
  • 22.01.2009, 20:28h
  • Antwort auf #4 von gatopardo
  • das ist doch klar. die monarchen haben angst, wenn die schwulen die eheöffnung mit gewalt fordern, dass sie dann wieder die ersten sind, die auf der
    guillotine enden.
    bürgerrechte für den proleten, freiheit für den adel.
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#7 AntichristProfil
  • 23.01.2009, 07:15hHH
  • Antwort auf #5 von Sascha
  • @Sascha: "Davon können und sollten in erster Linie die deutsche Regierung bzw. die deutschen Parteien etwas lernen."
    Das klingt nach: "Scheiß auf die anderen Länder, Hauptsache bei uns kriegt man endlich den Arsch hoch." Es muss sicher in Deutschland noch viel getan werden bis unser Land auch für uns Homos die sichere sowie gleichberechtigte Heimat ist, die sie sein sollte. Dennoch sollten gerade Osteuropäische ebenso wie muslimische Länder aus dem Agieren solcher Länder wie Schweden, Norwegen, Spanien lernen. Lernen dass durch Öffnung der Ehen, durch rechtliche Anerkennung, durch staatliche Antidiskriminierung ein Staat weder untergeht noch vom unterstellten "Moloch" verschwult, noch die Familie zerstört wird. Das ihre vorgeschobene Argumentation gegen Gleichberechtigung oder überhaupt Toleranz gegenüber uns Homos nichts anderes als das dummdreiste Geschwätz religiöser Fanatiker ist, die um ihre Macht fürchten.
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#8 gatopardo
  • 23.01.2009, 13:59h
  • Antwort auf #6 von AxelBerlin
  • Nun ja, bei heutigen parlamentarischen Monarchien sind wohl eher keine vorrevolutionären Verhältnisse gegeben, die 1789 zum grossen Zittern des Adels in Europa führten. Vielleicht gehören Schwule heutzutage einfach geballt zum königlichen Treiben bei Hofe und Majestät raunen den Parlamentariern die Gleichstellung zu ?
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#9 hwAnonym
#10 gatopardo
  • 23.01.2009, 15:22h
  • Antwort auf #9 von hw
  • So kann man´s sehen, ja.
    Obwohl eingefleischter Linker,Republikaner und gar schwuler Anti-Monachist, so verhält sich ein Spanier dem Königshause überaus loyal, was Majestäten gewissermassen honorieren. Das ist nur meine Erfahrung, da es nach Franco nichts anderes gab,was uns vor einem Gemetzel bewahrte. Sicher liegen die Gründe in traditionell demokratischen europäischen Monarchien woanders. Aber es fällt doch auf, dass die Gleichstellung im Vergleich zu den Republiken dort so zügig vorangeht ?
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