Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?9951

Das Bistum Fulda verteidigt die Worte ihres Bischofs Heinz Josef Algermissen, der letzte Woche die Homo-Ehe als "abartig" bezeichnet hatte.

Nicht "alle Handlungen von Menschen in gleicher Weise richtig und nicht alle Lebensformen gleich gut", erklärte Christof Ohnesorge, Pressesprecher des Bistum Fuldas. "Homosexuelle Beziehungen lehnt die Kirche ab, da die Geschlechtlichkeit nach der Schöpfungsordnung auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet ist." Bischof Algermissen hatte bei einer Fragestunde vor rund 40 Jugendlichen die Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren sowie die Adoption durch Lesben und Schwule für "abartig" erklärt (queer.de berichtete).

Dafür war er auch aus der Politik scharf kritisiert worden. So erklärte Volker Beck, grüner Fraktionsgeschäftsführer im Bundestag, dass die Bezeichnung "abartig" eine "üble biologistische Entgleisung und Diffamierung" sei. "Sie ist für Demokraten nicht akzeptabel." Diffamierende Reden von Bischöfen müssten Konsequenzen haben, fordert Beck: "Die antisemitischen Ausfälle von Bischof Williamson und die antihomosexuellen Diffamierungen von Bischof Algermissen darf man nicht durchgehen lassen."

Williamson ist ein von Papst Benedikt XVI rehabilitierter Bischof, der in Interviews den Holocaust geleugnet hat (queer.de berichtete). Das Bistum Fulda wehrt sich allerdings gegen den Vorwurf, dass homofeindliche Äußerungen so schlimm seien wie judenfeindliche: "Bischof Algermissen verwahrt sich entschieden gegen jeden Versuch, seine Aussagen in die Nähe der entsetzlichen holocaustleugnerischen Äußerungen Williamsons zu bringen. Für Antisemitismus ist in der katholischen Kirche absolut kein Raum", erklärte Ohnesorge.

Weiterer Homo-Hasser zum Bischof ernannt

Papst Benedikt XVI hat unterdessen einen weiteren ultrakonservativen Priester zum Bischof ernannt: Gerhard Wagner ist neuer Weihbischof der Diözese Linz in Österreich. Er erklärte 2005, dass Schwule Schuld an der Zerstörungskraft des Hurrikans Katrina in New Orleans gehabt hätten. Schließlich hätten "Homo-Verbände" zwei Tage später eine Veranstaltung geplant, so Wagner im Pfarrblatt. Ferner sei nicht zufällig die Stadt "mit den besten Bordellen und den schönsten Huren" zerstört worden. Auch in der Belletristik weiß Wagner, wo der Teufel sein Unwesen treibt: Die Harry-Potter-Reihe ist nach Ansicht des 54-Jährigen "satanisch". (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

39 Kommentare

#1 Mirror
  • 02.02.2009, 17:05h
  • "Bischof Algermissen verwahrt sich entschieden gegen jeden Versuch, seine Aussagen in die Nähe der entsetzlichen holocaustleugnerischen Äußerungen Williamsons zu bringen. Für Antisemitismus ist in der katholischen Kirche absolut kein Raum", erklärte Ohnesorge.

    Nanu ? Waren seine Excellenz die letzten Tage
    auf Wolke 7 um zu frohlocken ?Oder kann er nur Lateinisch gedruckte Vatikanproduktionen lesen.?
    Das wird ja immer schlimmer.
    Jetzt sind es schon drei ,die zurücktreten müssten,ersst Finanzkrise dann Glaubenskrise und jetzt auch noch Auftrittskrise,einfach inflationär
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Mirror
  • 02.02.2009, 17:11h
  • Ferner sei nicht zufällig die Stadt "mit den besten Bordellen und den schönsten Huren" zerstört worden.

    ich frage mich woher der Herr Wagner das wohl weiss
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Mister_Jackpot
  • 02.02.2009, 17:17h
  • Demnach müssten Köln schon alle Naturkatastrophen heimgesucht haben, die man so kennt! Lieber Gott, lass Hirn regnen! :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MalteAnonym
  • 02.02.2009, 17:42h
  • "Sie ist für Demokraten nicht akzeptabel."

    Das stimmt! Aber Volker Beck vergisst dabei, dass auf diese Katholen das Wort Demokrat eh nicht passt. Wer Demokratie am liebsten abschaffen würde, um wieder wie im Mittelalter selbst zu herrschen, interessiert sich natürlich nicht dafür, ob man ihn für demokratisch hält oder nicht.

    ----------------

    "Für Antisemitismus ist in der katholischen Kirche absolut kein Raum"

    Hetze gegen Juden ist also weniger schlimm als gegen Schwule. Wenn wirklich für Antisemitismus in der katholischen Kirche kein Raum wäre, würde der Papst solche Leute nicht hoffieren und wieder aufnehmen.

    -----------------

    "Gerhard Wagner ist neuer Weihbischof der Diözese Linz in Österreich. Er erklärte 2005, dass Schwule Schuld an der Zerstörungskraft des Hurrikans Katrina in New Orleans gehabt hätten.
    (...)
    Auch in der Belletristik weiß Wagner, wo der Teufel sein Unwesen treibt: Die Harry-Potter-Reihe ist nach Ansicht des 54-Jährigen "satanisch"."

    Ist ja auch klar: Harry Potter-Bücher haben Kinder und Jugendliche nach vielen lese-mageren Jahren wieder zum Lesen gebracht. Das ist der katholischen Kirche natürlich ein Dorn im Auge. Wer gerne liest, wird gebildet und durchschaut diese Organisation!

    Leute, die so dumm daherfaseln, könnte man eigentlich nur auslachen. Schlimm ist nur, dass es genug dumme Menschen gibt, die darauf reinfallen und ihnen folgen. Und diese "Schäfchen" geben dieser Organisation die Macht, aus blödem Gefasel und verbaler Hetze wirklich Taten werden zu lassen, die uns schaden...

    Elton John hat recht:
    Religion sollte jeder für sich selbst leben, aber sobald es organisiert wird, geht es früher oder später um ganz andere Ziele...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MalteAnonym
  • 02.02.2009, 17:45h
  • "Zerstörungskraft des Hurrikans Katrina(...)
    Ferner sei nicht zufällig die Stadt "mit den besten Bordellen und den schönsten Huren" zerstört worden."

    Die katholische Kirche muss es ja wissen!!

    Eigentlich liegt es zwar an den klimatischen Verhältnissen und der Küstenlage von New Orleans, aber mit Wissenschaft hatte die Kirche es ja noch nie. Die würden ja heute noch behaupten, die Erde sei eine Scheibe, wenn sie dafür nicht ausgelacht würden...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 gerdAnonym
  • 02.02.2009, 18:02h
  • Die katholische Kirchenleitung sollte dringend von den lutherischen, reformierten und uniierten Bischöfen und Kirchenpräsidenten der EKD, den anglikanischen Bischöfen in der Episcopalchurch in den Vereinigten Staaten, den lutherischen Bischöfen in den skandinavischen Staaten oder den altkatholischen Bischöfen lernen.

    In diesen Kirchen aber auch weiteren anderen christlichen Kirchen werden homosexuelle Paare als ethische Verantwortungsgemeinschaften zweier Erwachsener unterstützt und akzeptiert (siehe beispielsweise das Grundsatzdokument der EKD "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken").

    Bischof Algermissen und seine katholischen Amtsbrüder fordern Keuschheit von homosexuellen Menschen. Das aber können sie ethisch und menschlich vergessen. Die Liebe zweier homosexueller Menschen zueinander ist viel stärker als ihre nicht mehr zeitgemäße Haltung zu Pflichtzölibat im katholischen Priestertum und ihre verzerrte Haltung in der katholischen Sexualmorallehre, wo es unter anderem dem Vatikan um Machterhalt in der Gesellschaft in Wahrheit geht.

    Anstatt also gegen homosexuelle Paare anzupöbeln und Ihnen Ihre Rechte zu verwehren, sollten deutsche, katholische Bischöfe wie Algermissen dringend von den lutherischen Bischöfen der EKD lernen, die das Lebenspartnerschaftsinstitut in Deutschland unterstützen und homosexuelle Paare akzeptieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KerberosAnonym
  • 02.02.2009, 18:38h
  • Die Demenz schreitet offensichtlich voran. Wie kann man nur einen Menschen mit solchem "Weitblick" wie Gerhard Wagner ihn an den Tag legt in solch eine führende Position wählen. Herr Algermissen, haben dazu nicht auch einen Kommentar? Hier wäre er bitter nötig! Ich jedenfalls schliesse mich dem Kommentar an den ich an anderer, nichtkirchlicher Stelle bereits gefunden habe:

    "...Was wäre das für ein Gott, der eine Stadt mit Nachtklubs und Abtreibungskliniken in Sintflutmanier platt macht, aber über Auschwitz, Ruanda, Dafur usw. usf. die Sonne scheinen lässt?..."

    Damit ist zu Wagner alles gesagt! Aber auch der Blick nach Osten verheisst nichts Gutes! Das Mittelalter ist eindeutig auf dem Vormarsch. Wird nicht wohl mehr lange dauern und ich muß meinen Globus plattwalzen...
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Katrin
  • 02.02.2009, 18:49h
  • In der Gedenkstätte Bergen-Belsen hängt eine Informationstafel auf der mitgeteilt wird, das neben Juden, Zigeunern und Sozies auch Schwule umgebracht wurden. Nach Algermissen sind homofeindliche Äusserungen nicht so schlimm wie judenfeindliche. Dann ist wohl auch der Mord an Schwulen nicht so schlimm wie der an Juden. Bleibt noch die Einordnung der Zigeuner auf der Skala.

    Eines ist sicher: Gott muss Algermissen lieben, sonst hätte er Bene nicht angewiesen Algermissen zum Bischof zu machen. Juden liebt er weniger obwohl es ja der gleiche Gott ist, die Sozies mag er garnicht, die sind ja auch gottlos und die Zigeuner rangieren da auch noch irgendwo rum. Und die Erde ist eine Scheibe und Galileo des Satans. Und Algermissens Oberklasse Gefährt ist echt klasse und Frauen sind nicht zu wählen, sondern zum Gebären da. Gelobet sie der Herr.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 schwarzwaldbub
  • 02.02.2009, 19:33h
  • Schwestern,

    Zu Recht hat sich Bischofs Heinz Josef Algermissen diese Empörung erworben. Ob sich ein katholischer Bischoff nun rassistisch, sexistisch, antisemitisch oder homophob – es bleibt inakzeptabel!

    Ich kann nur alle Mitbürger/innen dazu aufrufen, aus dieser destruktiven Kirche, die bewusst und absichtlich versucht, einen Keil zwischen Menschen unterschiedlicher sexueller Identität, Frauen , und zwischen dem Rest der Menschheit und Jüd/inn/en zu treiben )-:= auszutreten.

    Gibt die katholische Kirche nun bald wieder auch die Jagt auf Hexen frei?

    Ein Kirchenaustritt ist ganz leicht (www.kirchenaustritt.de), tut der Kirche weh und amortisiert sich schnell.

    Katholik/inn/en möchte ich gerne auf die Altkatholische Kirche aufmerksam machen.

    Ein jede Woche sehr zorniger

    Fabian )-:=
  • Antworten » | Direktlink »
#10 stephan
  • 02.02.2009, 20:08h
  • Nicht "alle Handlungen von Menschen in gleicher Weise richtig und nicht alle Lebensformen gleich gut", erklärte Christof Ohnesorge, Pressesprecher des Bistum Fuldas. "Homosexuelle Beziehungen lehnt die Kirche ab, da die Geschlechtlichkeit nach der Schöpfungsordnung auf die eheliche Liebe von Mann und Frau hingeordnet ist."

    Dass nicht alle Handlungen von Menschen in gleicher Weise richtig und gut sind, darin muss man Ohnesorge wohl zustimmen. Abgrundtief schlecht und verwerflich, ja widerlich, ist es zum Beispiel, wenn vonseiten der Kirchen und sonstigen Religionsgemeinschaften unentwegt Stimmung gegen eine Minderheit gemacht wird. Dies widerspricht zutiefst dem Grundtenor der Evangelien, aber dafür haben die Kirchenfürsten wohl ohnehin jedes Gespür verloren, haben sie sich doch auch sonst überall von der Lehre des Mannes aus Nazareth soweit entfernt, dass ein unparteiisch Beobachter in ihnen nur noch eine moderne Inkarnation des Pharisäertum sehen kann.

    Dass gerade die kath. Kirche es sich immer wieder herausnimmt, die Schöpfungsordnung zu interpretieren, kann doch nur als Witz angesehen werden, hatte sie doch noch nie ein besonderes Verständnis für das, was wir Naturwissenschaftler als Gesetze der Natur erkannt haben. Zugegeben: Wir haben keine endgültigen Wahrheiten und alle wissenschaftlichen Aussagen haben einen begrenzten Gültigkeitsbereich, dafür aber beruht auf diesen Gesetzen der Wert unserer Kultur und unsere ganze Weltanschauung und Technik, der sich ja auch die Kirche mittlerweile reichlich bedienen. Sie sollten also auch in diesem Fall die Beurteilung der 'Schöpfungsordnung' denen überlassen, die etwas davon verstehen und nicht glauben, Wahrheit könne man durch Definitionen festlegen.

    Also: Homosexualität gehört - nach allem, was wir wissen - zur Natur- und Schöpfungsordnung und daraus muss jede Gesellschaft die logischen Konsequenzen ziehen. Dass Menschen die Nähe zum eigenen Geschlecht suchen und ihre Liebe, Zuneigung und gegenseitige Fürsorge den gleichen Wert hat, wie andere menschliche Beziehungen z.B. die Ehe zwischen verschiedengeschlechtlichen Personen, ist für jeden unvoreingenommenen Beobachter evident!

    Pervers hingegen scheint der Zölibat und die Aufforderung zur sexuellen Enthaltsamkeit zu sein. Er kommt in der Natur nur als krankhafte Erscheinungsform vor, wenn zum Beispiel autistische Menschen zur Nähe mit anderen Menschen nicht in der Lage sind.

    Die ganze kath. Kirche ist (wie noch viele andere religiöse Organisationen) eine lächerliche und dumme Veranstaltung, die immerzu einfachen Menschen simple Weltanschauungen bietet und sie dabei zugunsten der eigenen Pfründe ausnutzt!

    Lächerlich und widerlich!
  • Antworten » | Direktlink »