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Eine neue schwedische Studie legt nahe, dass HIV-negative Männer durch Oralsex mit HIV-positiven Männern Antikörper entwickeln, die eine Virus-Infektion verhindern.

Forscher des angesehenen Karolinska Institutet in Stockholm veröffentlichen ihre Ergebnisse nun im Fachmagazin "AIDS". Demnach haben die Wissenschaftler die Speichelflüssigkeit von 25 HIV-negativen Männern untersucht, die eine sexuelle Beziehung mit HIV-Positiven führten. Von ihnen berichteten 24, dass den Penis ihres Partners ungeschützt mit dem Mund stimulierten. Als Kontrollgruppe untersuchten die Forscher auch den Speichel von 22 HIV-negativen Männern, die Oralsex mit ihrem HIV-negativen Partner betrieben.

Der Speichel von 15 der Männer in Beziehung mit HIV-Positiven konnten den Virus bei Tests neutralisieren – bei der Kontrollgruppe waren es nur sechs, was darauf schließen lässt, dass Speichel generell eine schützende Wirkung zukommt. Bei weiteren Tests konnten die Forscher bestimmte Antikörper isolieren: Sie fanden bei 13 Proben der Männer in Beziehung mit HIV-Positiven Autoantikörper der Klasse IgA1. Bei der Kontrollgruppe konnten sie diese bei keinem einzigen Probanden feststellen.

Zwei Jahre nach diesen Tests haben die Forscher erneut Speichel der 25 Männer untersucht. Sie erhielten fast genau die gleichen Ergebnisse. Alle Männer blieben zudem in diesem Zeitraum HIV-negativ.

Es ist das erste Mal, dass eine solche Reaktion in der Speichelflüssigkeit festgestellt wird. Dies könnte auch erklären, warum von einer Infektion durch Oralsex nur äußert selten berichtet wird. (dk)



#1 AnonymerAnonym
  • 06.02.2009, 17:32h
  • "Dies könnte auch erklären, warum von einer Infektion durch Oralsex nur äußert selten berichtet wird"

    Ich gehöre wohl zu diesen seltenen Fällen. Ich lebe seit mehreren Jahren mit einem HIV-positiven Mann zusammen. Wir haben konsequent Safer Sex betrieben, nur eben auch Oralverkehr ohne Kondom und ohne Ejakulation.
    Irgendwann habe ich mich aber dann doch infiziert. Nochmal: Es gab kein gerissenes Kondom beim Analverkehr und Oralverkehr fand nur ohne Ejakulation statt, da hat wohl der Speichel bei mir versagt.
    Mein Partner war zudem erfolgreich therapiert, seine Virenlast lag unterhalb der Nachweisgrenze, doch trat dann irgendwann ein Therapieversagen auf, das Virus wurde gegen seine Medikamente resistent und die Virenlast stieg wieder an. Das wurde aber erst offenbar, als es dann schon zu spät war und bei mir Symptome einer frischen akuten HIV-Infektion auftraten. Und zufälligerweise hat das Virus in meinem Körper die gleiche Resistenz.
    Nun muss ich dazu sagen, dass ich zu der Zeit, als ich mich infizierte, wohl gereiztes Zahnfleisch mit gelegentlichen Bluten hatte, und wo ich wohl besser auf Oralverkehr hätte verzichten sollen.
    So richtig konnte ich mir aber nicht vorstellen, dass da etwas passieren könnte, sagen doch viele Ärzte und auch die DAH, bei erfolgreicher Therapie mit Virenlast unter der Nachweisgrenze kann nichts passieren, da kann man doch sogar beim Ficken das Kondem weglassen, was wir nie gemacht haben.
    Tja, so schnell kann's gehen.
    Ich weiß nicht, was ich von solchen Studien wie auch der berühmten Schweizer Studie halten soll. Sie haben meiner Meinung nach keinerlei praktische Bewandtnis.
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#2 xyAnonym
  • 06.02.2009, 17:47h
  • Wir hatten das hier schon mindestens einmal: Was Überschriften bei Leuten, die nicht so ganz genau lesen - und vielleicht auch nicht so ganz genau nachdenken - bewirken können. Daß man Berichte von Wissenschaftlern, die in Fachzeitschriften (mögliche - viel ist dabei ja Spekulation) Ergebnisse von Forschungen publizieren, nicht darstellen darf, als handele es sich bereits um gesicherte, verläßliche Erkenntnisse. Natürlich sollen diese öffentlich gemacht und diskutiert werden. Aber vielleicht künftig lieber ohne reißerische Überschrift, die eine Vermutung bereits als Tatsache darstellt, in diesem Falle vermittelnd: "Blasen impft gegen HIV."
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#3 Thomas999999999999Anonym
  • 06.02.2009, 18:47h
  • So, Artikel bitte nochmal genau durchlesen:

    "Der Speichel von 15 der Männer in Beziehung mit HIV-Positiven konnten den Virus bei Tests neutralisieren – bei der Kontrollgruppe waren es nur sechs..."

    Frage: wenn bei der Kontrollgruppe nur negative Männer waren, wie bzw. WAS konnte der Speichel dieser Kontrollgruppe (Alles negative) dann überhaupt neutralisieren????????

    Sehr bedenklich!!!!!!!!!!!!!!
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#4 Tim_ChrisProfil
  • 06.02.2009, 19:58hBremen
  • Warum existiert das Virus dann noch immer in einem solch erschreckenden Ausmaß oder hat sich überhaupt so explosionsartig ausgebreitet? Hatten die Männer vor Aids keinen Oralverkehr oder nur mit Gummi geblasen? Hat sich das Immunsystem seit Auftreten von Aids bei negativen Männern auf mysteriöse Weise irgendwie verändert, dass der Speichel auf einmal eine solche Wirkung haben soll?

    Ich finde das "Ergebnis" dieser Studie zwar interessant, aber auch sehr bedenklich. Darauf verlassen sollte sich keiner, der an seiner Gesundheit hängt.
    Dennoch sollte weiter geforscht werden, denn WENN diese 15 Männer tatsächlich Antikörper gegen HIV entwickelt haben, dann muss herausgefunden werden weshalb, welche Komponenten müssen zusammen kommen, welche Voraussetzungen gegeben sein und wie kann man diese Schutzfunktion auch anderen Menschen zugänglich machen.
    So ist es allenfalls ein Anfang und ein minimaler Hoffnungsschimmer, der sich am Ende auch wieder als leere Luftblase entpuppen könnte.
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#5 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 06.02.2009, 21:31h
  • Nun ja, wer hofft, ist oft leichtgläubig. Deshalb sind solche Meldungen m.E. schier vom (Infektions)Teufel, was ich jetzt nicht religiös meine.

    Vor Wochen stand in diesen Spalten, Schweizer Wissenschaftler haben die HIV-Infektion und damit Aids schon in die Schublade geschoben, wo sie auch so was beinahe Harmloses wie die Zuckerkrankheit abgelegt haben, und nun kommt aus Schweden die Nachricht, das Blasen pur ist nicht nur ungefährlich, sondern macht sogar resistent. - Na dann kann ich mich ja bald wieder tummeln wie in meinen Jugendjahren. Es lebe die leichtfertig posaunende Wissenschaft! Egal, ob ich an ihr früher als vielleicht notwendig krepiere.

    Wobei es womöglich gar nicht an den Wissenschaftlern liegt, sondern an der arg verkürzenden Berichterstattung. - Ja, es gibt 2 Links unter dem Artikel, aber trotzdem wäre es angebracht, solche Meldung nicht unreflektiert in diese Spalten zu stellen. Und ist es gerade nicht möglich, sich sachverständige Stimmen einzuholen,so ist es nicht aktuellfeindlich, solche Meldung erst einmal der Sensationspresse zu überlassen. Von der weiß hoffentlich jeder, was er von ihr zu halten hat. Aber in unserer ureigenen Presse...
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#6 TomAnonym
  • 07.02.2009, 14:29h
  • Hä? muss ich das verstehen?
    wenn jemand anti-körper im speichel hat muss er doch den virus haben, sonst hätten sich keine bilden können. ist doch biologie grundkurs.
    meine vermutung ist, dass es sehr gering viruslastige infektionen gibt, die der HIV-test nicht packt...??!
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#7 frageAnonym
  • 07.02.2009, 19:18h
  • und wenn sich wirklich nur der antikörper bildet, sind diese männer dann nicht bei einem standard-antikörper-test "positiv"? oder gibts genau für solche fälle den kontrolltest?
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