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In den Neuenglandstaaten Vermont, New Hampshire und Maine prüfen die Parlamente derzeit die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

In Vermont ist letzte Woche ein Gesetzentwurf ins Parlament eingebracht worden, während er in Maine in den Ausschüssen beraten wird. Dort hat ein Senator der Demokraten, die in beiden Parlamentskammern die Mehrheit stellen, bereits Mitte Januar den Gesetzgebungsprozess gestartet (queer.de berichtete). In New Hampshire finden zudem Anhörungen über gleiche Eherechte statt – auch hier stellen die eher homofreundlich eingestellten Demokraten die Mehrheit.

Das ländliche Vermont an der Grenze zu Kanada hat im Jahre 2000 als erster US-Bundesstaat Eingetragene Partnerschaften eingeführt und gilt daher als Vorreiter. US-Aktivisten haben die Entscheidung damals begrüßt, warnten aber davor, dass der Unterschied zwischen "Civil Unions" und "Marriage" die moderne Entsprechung von "Separate, but equal" sei – mit diesem Passus wurde die Rassentrennung umschrieben, die bis in die 1960er Jahre in Teilen der USA legal war.

"Ich persönlich denke, dass alle Menschen gleich behandelt werden sollten", erklärte jetzt der demokratische Abgeordnete Mark Larson, der den Gesetzentwurf in Vermont eingebracht hat. Er hat gute Aussichten, die Mehrheit im Parlament zu erlangen – bei den Republikanern hat allerdings bisher nur die Fraktionssprecherin Patti Komline erklärt, sie würde für die Ehe-Öffnung stimmen. Auch gilt der republikanische Gouverneur Jim Douglas als Ehe-Gegner und könnte – wie sein kalifornischer Amtskollege Arnold Schwarzenegger 2005 und 2007 – die Einführung durch sein Veto verhindern.

In New Hampshire haben bei einer Anhörung des parlamentarischen Rechtsausschusses Gegner und Befürworter der Homo-Ehe ihre Argumente ausgetauscht. Prominentester Redner war Gene Robinson, der erste schwule Bischof in der anglikanischen Kirche. Er erklärte, die Ehe-Öffnung sei eine Sache der Fairness: "Meine Damen und Herren, bitte lassen Sie sich nicht von religiösen Gegnern der Gleichbehandlung einschüchtern", appellierte er an die Ausschussmitglieder.

Auf der anderen Seite vertrat der republikanische Abgeordnete Daniel Itse die These, dass eine Gleichstellung der Insitution Ehe schaden würde: "Junge Leute sehen jetzt keine Notwendigkeit mehr im Heiraten", so Itse. Daher wolle seine Partei ein Verbot der Homo-Ehe in der Verfassung anstreben.

Bislang haben mit Massachusetts und Connecticut bereits zwei Neuengland-Staaten die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Im Westküstenstaat Kalifornien ist derzeit unklar, ob gleichgeschlechtliche Paare weiter die gleichen Rechte haben. Bei einem Referendum hat sich eine knappe Mehrheit der Wähler gegen Ehe-Rechte für Schwule und Lesben ausgesprochen (queer.de berichtete). Die Gerichte werden allerdings im Frühjahr darüber entscheiden, ob das Volk Grundrechte für eine bestimmte Gruppe mit einfacher Mehrheit abschaffen kann. In der Verfassung des Staates wird jedem Bürger – unabhängig von dessen sexueller Orientierung – die Gleichbehandlung versprochen. (dk)