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Queerer Vogel
- 01. Januar 2015,

Biologen der Western Illinois University in Macomb haben einen Rotkardinal entdeckt, der halb weiblich und halb männlich ist.
Die beiden Geschlechter von Cardinalis cardinalis unterscheiden sich in der Färbung des Gefieders. Während das Männchen ein auffallend scharlachrotes Federkleid trägt, hat das Weibchen ein hellgraues Gefieder. Der von Professor Brian Peer und seinem Kollegen Robert Motz über ein Jahr lang beobachtete Vogel ist jedoch genau zur einen Hälfte rot und zur anderen hellgrau. In der Dezember-Ausgabe des "Wilson Journal of Ornithology" haben die beiden Wissenschaftler über ihre Entdeckung berichtet.
Der Vogel habe sich weder wie ein typisch männlicher noch wie ein typisch weiblicher Rotkardinal verhalten, schreiben die Biologen. Auch habe er nicht gesungen und während der Beobachtungszeit keinen Partner gefunden.
Obwohl der Versuch, den queeren Rotkardinal zu fangen und ihm DNA-Proben zu entnehmen, misslang, identifizierten ihn Peer und Motz als Gynander oder "Halbseiten-Hermaphrodit". So werden Organismen genannt, in deren Körper durch Vorgänge in der frühembryonalen Zellteilung sowohl männliche wie auch weibliche Zellen vorkommen. Gynander wurden u.a. bei Schmetterlingen, Krebsen und anderen Vögeln beobachtet.
Bereits 1969 hatten Wissenschaftler einen queeren Rotkardinal entdeckt - bei diesem Exemplar war die rote Hälfte jedoch auf der anderen Seite. (mize)










