Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?1143

Liebesgrüße aus Vilnius

Litauen wartete beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song Contests am Donnerstag mit Küssen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren auf - und verzückte damit den LGBT-Verband der Heimat.

Signale der sexuellen Vielfalt sind beim Eurovision Song Contest nicht wirklich eine Überraschung: Ganz abgesehen vom vielen Getanze mit bewusst oder unbewusst homoerotischem Subtext, dem ein oder anderen leicht tuntigen Sänger und überwiegend männlichem Publikum in der jeweiligen Halle sind da natürlich die Siege von Dana International und Conchita Wurst zu nennen.

Auch gleichgeschlechtliche Küsse hat es schon auf ESC-Bühnen gegeben, etwa beim Hochzeitssong aus Finnland 2013 oder im gleichen Jahr bei der ironischen Selbstvorstellung Schwedens.

Trotzdem setzte der litauische Beitrag gestern einen weiteren wichtigen Schritt: Als sich Monika Linkyte und Vaidas Baumila in der Perfomance zu ihrem Liebeslied "This Time" knutschten, mussten auch die vier Background-Tänzer und -Tänzerinnen ran: Mann küsste Mann, Frau küsste Frau.

Nun könnte man das mit einer Mischung aus Zynismus und Erfahrung als Versuch werten, einfach Stimmen des schwulen Publikums zu ergattern - wäre da nicht das Signal, das man damit auch in die Heimat sendet. In ein Land, das bereits seit 2010 eine Art Anti-Homo-Propaganda-Gesetz hat und in dem Fernsehsender eine Ausstrahlung von Spots der LGBT-Organisation LGL verweigern (queer.de berichtete).

So freute sich LGL am Freitag auf Facebook über diese "Botschaft der Toleranz", die mehr erreicht habe als alle litauischen Politiker zusammen. "Das bedeutet uns sehr viel. Vielen Dank!" Dass der litauische Beitrag - anders als im Vorjahr - ins Finale gewählt wurde, verstärke die Botschaft, die nun so am Samstag in über 40 Länder ausgestrahlt werde.

Bereits das Musikvideo hatte ein sich küssendes schwules Paar gezeigt. Sänger Vaidas Baumila sagte in einem Interview, er sei heterosexuell, LGBT-Rechte seien ihm wegen seiner schwulen Freunde aber wichtig. Auch der Kuss könne dabei helfen: "Menschen haben Angst vor Dingen, die sie nicht verstehen. Wir müssen ihnen zeigen, dass die Angst in diesem Fall unbegründet ist." (nb)


-w-
-w-


Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich News aus der queeren Welt sowie über anstehende Termine auf dem Laufenden.

#1 VeganBearEhemaliges Profil
  • 22.05.2015, 12:09h
  • Ein starkes Signal, das zu Recht vom Publikum bejubelt wurde.
    Noch stärker wäre es gewesen, wenn die Background-Sänger_innen bzw. -tänzer_innen während des gesamten Songs jeweils ein männliches und ein weibliches Pärchen gebildet hätten.
    So hat das Ganze doch ein wenig den Anschein, daß ein gleichgeschlechtlicher Kuß ja mal sein darf, daß aber ansonsten und "normalerweise" "natürlich" Männlein und Weiblein zur Paarbildung vorgesehen sind.
  • Direktlink »
#2 PatroklosEhemaliges Profil
  • 22.05.2015, 12:11h
  • Darum sind sie auch zurecht im Finale, was man von Aserbaidschan, Schweden und Rußland absolut nicht behaupten kann!
  • Direktlink »
#3 123tgfAnonym
  • 22.05.2015, 12:28h
  • Schlecht: Die gleichgeschlechtlichen Paare halten ihre Körper weit voneinander entfernt, während das verschiedengeschlechtliche Paar in der Mitte auch "untenrum" nah beieinander steht. Außerdem war es nur ein kurzer Moment und sowohl davor und danach haben die Backgroundsänger wieder verschiedengeschlechtliche Paare gebildet. Besser wäre es gewesen durch den ganzen Song hindurch auch die gleichgeschlechtliche Paarung beizubehalten.
  • Direktlink »