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Macho-Nachhilfe vom schwulen Türken
- 29. Oktober 2015,
Bild: Universum FilmIm heute gestarteten Kinofilm "Macho Man" lässt sich Christian Ulmen (li.) als Hetero-Softie Daniel "Männlichkeits-Nachhilfe" vom Türken Cem (Dar Salim) geben, der sich am Ende natürlich als schwul herausstellt.
In sein Regiedebüt hat Christof Wahl tatsächlich alle Klischees hineingepackt, die er finden konnte: Im Türkei-Urlaub verliebt sich Daniel, der von seinen 68er-Eltern "zum Weichei und Frauenversteher erzogen" wurde (O-Ton Presseheft), in die türkischstämmige Kölnerin Aylin (Aylin Tezel). Damit er in deren traditioneller Großfamilie jedoch überhaupt eine Chance hat, lässt er sich von Aylins Bruder Cem einen Macho-Crashkurs geben - inklusive Griechen-Witze und dem Besuch einer Bauchtanz-Show.
Der Versuch, sich über Stereotype lustig zu machen und sie dadurch zu entlarven, geht in "Macho Man" leider nach hinten los - zu bemüht sind die Dialoge, die so gar nicht zu den dumpfen Pointen passen wollen. Selbst die Tageszeitung "Die Welt" nennt den Film nur eine "große, eine dumme Tragödie".
Frédéric Schwilden schreibt in der heutigen Ausgabe sehr treffend: "Trotzdem ist der schwule und als hart falsch verstandene Deutschtürke im Film kein Vorbild, kein Held, über den man auf dem Neuköllner Pausenhof sagt, 'hey voll schwul, aber cool', sondern vor allen Dingen eine Lachnummer. In dem Sinne, dass seine tragende Rolle darin besteht, Leute zum Lachen zu bringen. Und so inszeniert der Film 'Macho Man' den schwulen Deutschtürken, so ähnlich wie der bayerische Innenminister Joachim Hermann den farbigen Künstler Roberto Blanco sieht - als wunderbaren Schwulen, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen wird." (mize)











