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Sieg vor Gericht: Carmen darf nach Hause

Sieg vor Gericht: Carmen darf nach Hause. Vor 15 Monaten kam Carmen mit Hilfe einer Leihmutter in Thailand zur Welt - jetzt erst darf sie mit ihren beiden schwulen Vätern nach Spanien ausreisen.

Ein Familiengericht in Bangkok sprach am Dienstag dem amerikanisch-spanischen Ehepaar Gordon Lake und Manuel Santos das Sorgerecht zu. Zuvor hatte sich die Leihmutter Patidta Kusolgang geweigert, die für die Ausreise notwendigen Papiere zu unterschreiben. Die Regenbogenfamilie blieb notgedrungen in Thailand, sammelte Spenden für Miete und Lebenshaltungskosten ein und zog vor Gericht. Über den Fall wurde weltweit berichtet.

Um ihr zweites Kind zu bekommen - Sohn Alvaros wurde vor drei Jahren von einer indischen Leitmutter geboren -, hatten die beiden 41 Jahre alten Männer insgesamt 35.000 Euro bezahlt, nur ein Teil davon ging an die 34-jährige Thailänderin. Der biologische Vater von Carmen ist Lake. Das Kind wurde mit einer Spendereizelle gezeugt, die Leihmutter ist damit biologisch nicht mit ihm verwandt. Da sie Carmen jedoch austrug, gilt sie rechtlich als Mutter.

Zunächst lief bei dem über eine Agentur abgeschlossenen Geschäft alles nach Plan. Einen Tag nach der Geburt unterzeichnete die Leihmutter die notwendigen Papiere, damit die beiden Väter Carmen aus dem Krankenhaus mitnehmen konnten. Zehn Tage später schickte sie jedoch eine SMS, dass sie es sich anders überlegt habe. Grund ist vermutlich Homophobie: Gegenüber thailändischen Medien erklärte Patidta Kusolgang, dass ihre Tochter bei einem "echten Ehepaar" aufwachsen sollte.

Die Vermittlung von Leihmüttern war jahrelang ein einträgliches Geschäft in Thailand. Nach dem Militärputsch vor zwei Jahren sind entsprechende Verträge mittlerweile jedoch illegal. (cw)


-w-

#1 Patroklos
  • 27.04.2016, 09:05h
  • Herzlichen Glückwunsch an die beiden Männer, daß sie den Prozeß gewonnen haben und ihre Tochter nun zu sich nehmen können! Ich wünsche den Dreien alles Gute!
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#2 odradekAnonym
  • 27.04.2016, 14:25h
  • Ich halte Leihmutterschaft, wie sie hier praktiziert wird, für die Ausnutzung der Armut in Südasien. Warum wird der thailändischen Mutter eine fremde Eizelle eingesetzt? Weil die zwar das Kind austragen soll, aber thailändisch soll das Kind auf keinen Fall sein.
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#3 korngoldwolfgangAnonym
  • 04.07.2018, 15:41h
  • Antwort auf #2 von odradek
  • Ausnutzung? Echt? Wer zwingt diese Frauen, Leihmütter zu sein? Das ist ihre Wahl und ihre Entscheidung. Wenn sie nichts mehr können und wollen, dann mögen sie sich damit beschäftigen. Ich glaube, dass niemand ihnen verbieten darf, auf solche Weise das Geld zu verdienen. Es wird schon eine Menschenrechtsverletzung. Solche Erscheinung kann man leider bei uns in Deutschland beobachten, weil die Leihmutterschaft hier verboten ist.
    Natürlich kann widersprochen werden, dass die Armut diese Frauen dazu zwingt. Es gibt aber einen richtigen Ausweg aus jeder Situation.
    Nehmen wir aber an, dass die Leihmutterschaft in armen Ländern wirklich eine Ausnutzung sei. Ok, dann muss man sie bei uns erlauben, und man wird arme Frauen in Südasien nicht ausnutzen.
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#4 bernsteinerichAnonym
  • 04.07.2018, 15:47h
  • Antwort auf #3 von korngoldwolfgang
  • Die Leihmutterschaft wird nicht nur in armen Ländern praktiziert. Ohne die USA zu erwähnen, kann ich die Ukraine, die ein nicht sehr entwickeltes Land ist, als Beispiel anführen. Dort bekommen die Leihmütter einen guten Lohn, eine würdige Versorgung usw. In Indien ist die Situation natürlich gar nicht so heiter. Indien ist aber sehr billig für Wunscheltern. Von den USA ist die Rede nicht, weil alles dort auf hohem Niveau ist. Es gibt nur eine Kleinigkeit: viel zu teuer.
    So fahren Europäer u. a. Deutschen nach Indien, denn die Leihmutterschaft ist dort niedrig im Preis, oder in die Ukraine, wo die Medizin und Bedingungen qualitativ und günstig sind, oder in die USA, wenn sie genug Geld dafür haben.
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#5 stromboliProfil
  • 04.07.2018, 16:14hberlin
  • Antwort auf #3 von korngoldwolfgang
  • gut dass frauen auch hier unter lohnabhängigkeit und schlechterer bezahlung stehen...
    Das macht deren bereitschft größer, im falle aller fälle auch hier sich im selbstverwertungsgeschäft "leihmütterschaft" zu betätigen.

    Warum auch nicht.. Prostitution des körperlich verwertbaren ist eine der grundlagen unseres kapitalistischen denkmodel..
    Wenn also der bauch zur maschine wird, erhält die samenspende so nur ihren adäquaten zwillingspart.
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