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Schwule Sex-Tipps von Hermann Gröhe
- 04. Mai 2016,

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat am Mittwoch die neue Info-Kampagne "Liebesleben" vorgestellt - ein Motiv zeigt ein schwules Paar beim Akrobaten-Sex auf dem Nachttisch.
Unter dem Slogan "Liebesleben" sollen ab sofort alle Präventionsmaßnahmen und Informationen der Bundesregierung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) gebündelt werden, kündigte Gröhe gemeinsam mit der Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Dr. Heidrun Thaiss, und dem Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung, Volker Leienbach, in Berlin an. Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich die BZgA damit von ihrer Marke "Gib Aids keine Chance".
Die aktuelle Kampagne soll mit Cartoon-Motiven am Mitte Mai auf über 65.000 Plakatflächen in Deutschland zu sehen sein. Damit soll "humorvoll, verständlich und plakativ" die Kernbotschaften unters Volk gebracht werden - sie lauten: "Benutz Kondome" und "Wenn was nicht stimmt, ab zum Arzt".

Die Kampagne ist Teil der vor wenigen Wochen beschlossenen Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (queer.de berichtete). Mit dem Papier will die Regierung dazu beitragen, die UN-Entwicklungsziele zu erreichen, die vorsehen, die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden.
"'Gib Aids keine Chance' hat bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV geschaffen", erklärte Gesundheitsminister Gröhe anlässlich der Vorstellung der Kampagne. Er lobte die Präventionsarbeit und die "hochwertige Behandlung" in Deutschland. "Die Zahlen zeigen aber auch, dass diese Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Jetzt geht es darum, die Bekämpfung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mit einem übergreifenden Ansatz fortzusetzen und zu verstärken", so Gröhe.
Der Slogan "Gib Aids keine Chance" war 1987 für die Präventionskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eingeführt worden. Damit feierte Deutschland erhebliche Erfolge: Im Vergleich zu Nachbarländern steckten sich hierzulande weit weniger Menschen mit HIV an. Noch heute ist die Zahl der HIV-Neudiagnosen halb so hoch wie in Frankreich oder Großbritannien, obwohl dort jeweils 20 Millionen weniger Menschen leben.
"'Gib AIDS keine Chance' war sehr erfolgreich, baute Wissen auf und Ängste ab und trug entscheidend zu einem gesellschaftlichen Klima der Solidarität bei", erklärte Ex-Gesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU). Süssmuth hatte sich damals für eine offensive Präventionskampagne eingesetzt und galt während der Aids-Krise als Gegenspielerin des CSU-Politikers Peter Gauweiler, der die Grundrechte von Erkrankten nach dem Bundesseuchengesetz einschränken wollte.
Süssmuth begrüßte die neue Kampagne und zeigte sich überzeugt, dass mit ihr die erfolgreiche Präventionsarbeit in Deutschland fortgesetzt werden könne. (pm/cw)
Links zum Thema:
» Homepage der "Liebesleben"-Kampagne
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