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Plädoyer für die Regenbogen-Burka!
- 18. August 2016,

Plädoyer für die Regenbogen-Burka! Mit der Bundesburkaverbotsverordnung wird bekanntlich bald alles gut in Deutschland. Wir appellieren dennoch an die SPD, in der Koalition mutig für eine Sonderausnahmeregelung bei Regenbogen-Verschleierung zu kämpfen!
Will die Bundesregierung wirklich diplomatische Verwicklungen riskieren, wenn der schwule US-Aktivist Michael Petrelis (Foto oben), der seit Jahren bei jeder Gelegenheit mit seiner Regenbogen-Burka durch San Franciscos Castro-Viertel spaziert, bei einer Deutschlandreise am Frankfurt Airport abgeführt und gar entkleidet würde?
Dasselbe gilt für die italienische Künstlerin Grace Zanotto alias "Super Burka Girl", die in Begleitung einer Freundin in Tarn-Burka unbehelligt durch Indien marschieren konnte. Rückt künftig bei einer Performance in Berlin die Polizei an? (Quergestreift sieht eine Regenbogen-Burka übrigens sogar noch besser aus...)

Selbst in der polnischen Hauptstadt Warschau durfte sich 2013 eine CSD-Teilnehmerin ohne Einschreiten der Ordnungskräfte bunt verschleiern, um sich mit queeren Muslimen zu solidarisieren.

Für die "United Colours of Burqa", liebe SPD, bräuchten wir sogar eine Gruppenbefreiungsklausel vom Burkaverbot - natürlich nur bei sechs bis sieben Personen und bei gesetzlich genau definierten Farben.

Aber vielleicht merkt doch noch jemand anhand dieser Beispiele, wie absurd es ist, ein bestimmtes Kleidungsstück zu verbieten, das sowohl aus religiöser Überzeugung als auch aus politischem Protest (gegen religiösen Extremismus ebenso wie gegen rechte Populisten) oder als Ausdruck künstlerischer Freiheit getragen werden kann. Und bevor das Bundesverfassungsgericht die ohnehin nutzlose und grundgesetzwidrige Bundesburkaverbotsverordnung wieder kassiert. (mize)
















