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Die Homoerotik der Homophoben - diesmal Indonesien
- 06. Juni 2017,

In der indonesischen Stadt Surakarta, auch als Solo bekannt, haben vier Bodybuilder gegen Homosexualität demonstriert - mit eingeölten nackten Oberkörpern.
Mit ihrer Aktion forderten die homophoben Männer eine Verbannung von LGBTI-Menschen aus Fitnessstudios, berichtete die Zeitung "Tribun Solo" - eine Reaktion auf die Festnahme von 141 Männern im Mai bei einer mutmaßlichen "schwulen Party" im Sportclub "Atlantis" in der Hauptstadt Jakarta (queer.de berichtete).
"Fitnessstudios sind kein Ort der Sünde", hieß es auf einem Transparent. Auf anderen Schildern war zu lesen: "Indonesien darf nicht Sodom und Gomorra werden" oder "Lasst uns entschieden gegen LGBT vorgehen, die Zerstörer der Moral der Nation".
Ein Youtube-Video zeigt Ausschnitte des Protests:
Die skurrile Aktion reiht sich ein in eine zunehmend feindliche Stimmung gegenüber Homo- und Transsexuellen im mehrheitlich muslimischen Indonesien - im vergangenen Monat wurden in der Provinz Aceh sogar erstmals zwei wegen Homosexualität verurteilte Männer öffentlich ausgepeitscht (queer.de berichtete).
Die vier protestierenden Bodybuilder sind da noch vergleichsweise harmlos. Dass sie mit ihrer Aktion zudem manches schwule Auge erfreut haben dürften, ist kein ausschließlich indonesisches Phänomen: Auch in Frankreich demonstrierte 2013 eine Männergruppe namens "Les Hommen" halbnackt gegen die Ehe für alle (queer.de berichtete). (mize)
















