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Das CSD-Experiment von Lars Steinhöfel

Am vergangenen Samstag war "Unter uns"-Star Lars Steinhöfel den ganzen Tag als Frau verkleidet auf den Straßen Berlins unterwegs - die Reaktionen haben ihn erschüttert.

"Ich dachte, es ist CSD, ich geh mal als Frau raus, wen stört das schon?", meinte der schwule Schauspieler zu seiner dreistündigen Schmink-Session mit Make-up-Artist Jerome Kutcher. "Ich dachte bisher, alles ist rosig und den Leuten sei es egal. Aber leider stimmt das nicht. Viele haben sich zu boshaften Aussagen hinreißen lassen, obwohl sie keinerlei Berührungspunkte mit mir hatten."

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Sein CSD-Experiment bereut Steinhöfel jedoch nicht: "Ich habe noch mehr als vorher größten Respekt für alle Transgender-Menschen, die sich täglich einfach nur wohl in ihrer Haut fühlen wollen und dann auf solche Kommentare stoßen. Wir haben als Gesellschaft noch viel zu tun!"

In der RTL-Soap "Unter uns" ist der 31-Jährige seit 2005 als Ingo "Easy" Winter zu sehen. Die Figur war bislang stockhetero, in den jüngsten Folgen fragt sich Easy jedoch zunehmend, ob er nicht doch eher auf Männer steht. In der Folge am Donnerstag kommt es sogar zu einem gleichgeschlechtlichen Kuss...

Der Schauspieler selbst hatte sich im Januar 2014 als schwul geoutet (queer.de berichtete). "Ich möchte mit diesem Bekenntnis Jugendlichen Mut machen, zu ihrer Sexualität zu stehen", sagte er damals in dem Interview. "Es gibt noch immer leider dieses Bild, dass schwul sein etwas mit Schwäche zu tun hat. Dann gesteht man sich das nicht ein. Aber nun bin ich in dem Alter, zu meiner Sexualität zu stehen und will so anderen Mut machen."

Der in Düsseldorf lebende Schauspieler hatte zuvor einige Beziehungen zu Frauen. "Erst habe ich gedacht, ich bin bisexuell. Es hat ja auch alles funktioniert, aber irgendwann fühlt man sich zu einer besonderen Art hingezogen und beschließt, diesen Weg zu gehen." (cw)


In der "Unter uns"-Folge am Donnerstag küssen sich Easy und Finn (Bild: RTL)


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#1 MuggleAnonym
  • 26.07.2017, 15:55h
  • Man musste nicht in Frauenkleidern unterwegs sein um sich abfällige Kommentare anzuhören.

    Als ich mit meinem Partner am Tag des CSDs (nach der Parade) händchenhaltend über die Straße gelaufen bin rief auch ein Typ aus dem Auto ob der CSD nicht schon vorbei sei...
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#2 MarcAnonym
  • 26.07.2017, 16:36h
  • Der Klassiker, wenn Heteros wieder mal erzählen, LSGBTQ sollen sich nicht so anstellen, in Deutschland gebe es doch gar keine Diskriminierung:
    Einfach anbieten, einmal Hand in Hand oder eng umschlungen über irgendein Volksfest oder eine ganz normale deutsche Fußgängerzone zu flanieren. Wenn sie sich darauf einlassen (und warum eigentlich nicht, wenn es doch alles gar kein Problem ist!?), werden sie ihre Einblicke schon sammeln!
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#3 RobbiAnonym
  • 26.07.2017, 19:10h
  • CSD - Berlin ... Einmal und nicht mehr wieder.

    Am Wochenende waren wir, als Kölner, in Berlin zum CSD. Wir wollten uns nach Hamburg und München auch einmal den Hauptstadt CSD ansehen.

    Soviel homophobe Anmachen wie ich dort an einem Wochenende erlebt habe, habe ich in 34 Jahren im Rheinland noch nicht erlebt.

    Ich habe die Berichterstattung in div. Medien eher als "Pankimache" wahrgenommen.

    Weder mein Mann noch ich leiden unter mangeldem Selbstbewußtsein, noch würden wir im Zweifek einer gepflegten Keilerei aus dem Weg gehen und zeigen das auch nach außen.

    Das fing schon Freitag Abend kurz nach der Ankunft an da wurden wir vor einem Dönerladen blöd angemacht. Homos sind Mädchen und prügeln sich nicht. Als ich ihm das Angebot gemacht habe das er seinem Vater heute Abend erzählen könnte das ihm ein Mädchen den Arsch aufgerissen hat zog er mit seiner Clique von dannen.

    Erlebnisse dieser Art hatten wir binnen 48 Std. mehr als 10 und irgendwann war man es einfach leid zu antworten, weil es nur noch lästig wurde.

    Ich kann mir schon gut vorstellen, das man als Transe nochmehr angepöbelt wird. Hier kann ich nur mit Kopf schütteln und denke mir Berin hatte mal den Ruf offen und tolerant zu sein.

    Aber es gilt dann eher die Vergangenheitsform, uns sieht man in Berlin jedenfalls so schnell nicht mehr.
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