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Zensor gefeuert - schwuler Film kann starten

  • 14. August 2017, noch kein Kommentar

Die indische Filmzulassungsbehörde hat ihren Vorsitzenden abberufen, weil dieser gegen den Willen der Mehrheit das Gay-Drama "Ka Bodyscapes" nicht freigeben wollte.

Seit anderhalb Jahren blockierte Pahlaj Nihalani vom Central Board Of Film Certification (CBFC) den Kinostart des Films über einen jungen schwulen Maler, seinen zögerlichen Geliebten und eine Aktivistin in einer konservativen indischen Stadt - und ignorierte zuletzt sogar ein Gerichtsurteil. Bei einer Sitzung Ende Juli zogen seinen Kollegen deshalb die Notbremse.

"Wir denken, dass Herr Nihalani bei der Nichtzulassung von 'Ka Bodyscapes' falsch liegt", erklärte ein Mitglied des Kontrollgremiums gegenüber "Bollywood Hungama". "Wegen solch engstirniger Ansichten gerät das CBVF in den Verruf, fanatisch und homophob zu sein."

Der Film dürfte in Indien für einige Kontroversen sorgen. Regisseur Jayan Cherian erhielt bereits Todesdrohungen, nachdem bekannt wurde, dass er den Hindu-Gott Hanuman als schwul darstellt. Ob "Ka Bodyscapes" auch in Deutschland gezeigt wird, ist noch unklar.

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film

Homosexualität ist in Indien noch immer teilweise tabuisiert. Immer wieder hetzten hochrangige Politiker gegen Schwule und Lesben. So erklärte der frühere Gesundheitsminister und heutige Oppositionsführer Ghulam Nabi Azad, Homosexualität sei eine "westliche Krankheit".

Die Politik kann sich zudem nicht entscheiden, den Paragrafen 377 des Strafgesetzbuchs aufzuheben. Nach dem umstrittenen Gesetz, das noch aus der britischen Kolonialzeit stammt, können "geschlechtliche Aktivitäten gegen die Natur" mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Im Dezember 2013 hatte der Oberste Gerichtshof den umstrittenen Paragrafen wieder eingeführt, nachdem er 2009 vom Hohen Gericht in Neu-Delhi abgeschafft worden war. Nach der Wiedereinführung 2013 gab es einen krassen Anstieg der Fälle: Allein 2015 wurden 1.347 Menschen, darunter 14 Frauen und 14 Prozent Minderjährige, nach dem Paragrafen festgenommen. Die Polizei nutzt ihn auch zu Einschüchterung und Erpressung. (cw)


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