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Schwule Cruisingbar als Fashion-Statement
- 15. September 2017,

Das Pariser Modelabel Vetements präsentiert auf einem T-Shirt das Logo der Berliner Darkroom-Institution "Ficken 3000" - dazu den passenden Spruch "Share the Blame".
Das etwas schlabbrige Bekenntnis zum schwulen Keller-Quickie hat allerdings einen äußerst stolzen Preis: 625 Euro muss man im angeschlossenen Onlineshop für die Kreation von Designer Demna Gvasalia auf den Tisch legen - und es gibt nicht einmal die im Darkroom beliebte Größe XL.
Die "Berliner Zeitung" lobte in einem launischen Artikel zwar den "guten Geschmack der Macher", bezeichnete den Preis jedoch als "schlechten Witz": "Man könnte dafür viele, viele Abende im Ficken 3000 verbringen."
Die Cruisingbar in der Urbanstraße 70 in der Nähe des Hermannplatzes eröffnete bereits im vergangenen Jahrtausend - damals hieß sie noch "Ficken 2000". Sie hat täglich ab 22 Uhr bis lange nach Sonnenaufgang geöffnet.
Dass der Name zum Fashion-Statement wird, kommt nicht überraschend. "Das Ambiente wird Kulisse", beschrieb Martin Reichert bereits 2010 in einem treffenden "taz"-Beitrag den Wandel der schwulen Cruising-Kultur am Beispiel des "Ficken 3000": "Anhand des Darkrooms kann man sehr gut den alltäglichen Strukturwandel von Subkultur und Mainstreamgesellschaft erzählen." (mize)















