© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?2145
https://queer.de/b?2145
Schwule Pool-Party im Zweiten Weltkrieg
- 21. Januar 2018,

Bei einer Wohnungsauflösung machte Geoff Story aus St. Louis einen Sensationsfund: Auf einer Filmrolle entdeckte er Aufnahmen einer schwulen Pool-Party im Jahr 1945.
In einer Zeit, als Homosexualität in den USA noch illegal war, sieht man Dutzende junge Männer, die ausgelassen miteinander Spaß haben und sich küssen. Sogar ein Soldat in Uniform ist in dem 25 Minuten langen Filmmaterial zu sehen.
Veranstalter der schwulen Pool-Party war St. Louis' Promifrisör Elvin "Buddy" Walton (1921-2009), der u.a. Präsidentengattin Eleanore Roosevelt und der Schauspielerin Ethel Merman die Haare machte.
"Diese Männer sind in ihren Zwanzigern, in der Sonne, schwimmend, als würden sie es immer so tun", sagte Story im St. Louis Public Radio. Der Film hinterlasse einen mit mit einem "süßen Schmerz", da man viel Glück sieht, aber von der Vergänglichkeit wisse. "Man kann es nicht glauben, dass es so lange her ist, und man kann es nicht berühren - es ist weg."
Gefunden hatte Story die Filmdose, die harmlos mit "Picnic" beschriftet war, bereits 1996 - doch erst jetzt hat er begonnen, die Aufnahmen zu digitalisieren. Zusammen mit der Produzentin Beth Prusaczyk plant er unter dem Titel "Gay Home Movie" einen Dokumentarfilm über das schwule Leben in den Vierziger- und Fünfzigerjahren und führt dafür zurzeit Interviews mit Freunden und Angehörigen der im Film gezeigten Männer durch.
Der Film werde "ein breites Spektrum von Menschen auf einer sehr tiefen Ebene" ansprechen, sagte Graden über das Material. "Wie stehen die Chancen, dass jemand diese Kanister mit altem Filmmaterial aufhebt? Es ist fast so, als ob diese Männer versuchen, aus dem Grab heraus mit uns zu reden." Besonders bewegt habe ihn der Moment, in dem in dem Film gegen Ende des zweiten Weltkriegs ein Soldat einen anderen Mann küsst. "Da liegt so viel Schönheit drin."
Mehr Infos zum Projekt gibt es auf einer eigenen Homepage. (mize)












Aber trotzdem tun sie mir auch leid, weil sie nicht einfach so leben konnten wie sie sind.