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Das unbekannte Leiden des Reinhard Drücke

Bild: Frank Ahland

Im Landkreis Unna wurde am Dienstag der erste Stolperstein verlegt, der einem Opfer der Schwulenverfolgung im Nationalsozialismus gewidmet ist - Schüler eines Gymnasiums beteiligten sich an der Zeremonie.

Auf Anregung der örtlichen Aidshilfe erinnert der Gedenkstein an das Schicksal von Reinhard Drücke, der 1912 in Unna geboren wurde. Ihm wurde am 21. Oktober 1941 wegen mehrfacher Vergehen nach Paragraf 175 der Prozess gemacht. Nach Verbüßung seiner eigentlichen Gefängnisstrafe von sieben Monaten nahmen die Nazis ihn in Vorbeugehaft und verschleppten ihn ins KZ.

Am 29. April 1945 wurde Drücke von den Amerikanern in Dachau befreit. Er überlebte Todesmärsche und eine Infektion mit dem gefährlichen Typhus-Erreger. Im antihomosexuellen Klima der jungen Bundesrepublik musste er in seiner Nachbarschaft wegen seiner Homosexualität weitere Diskriminierungen erleiden. Er starb am 31. August 1970 an den Folgen einer Krebserkrankung.


Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung des Stolpersteins (Foto: Manuel Izdebski)

Zur Verlegung des Stolpersteins reisten auch Nichten und Neffen von Reinhard Drücke nach Unna an. Ihnen war das Schicksal ihres Onkels als KZ-Häftling nicht bekannt. Erst durch die Forschungsarbeit für den Stolperstein wurde das Familiengeheimnis gelüftet. Schülerinnen und Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Unna beteiligten sich mit mehreren Programmbeiträgen an der kleinen Zeremonie. Die Bildungseinrichtung hat sich in diesem Jahr dem landesweiten Projekt "Schule der Vielfalt - Schule gegen Homophobie" verschrieben.

Die Verlegung des Stolpersteins fand auch das Interesse des WDR-Fernsehens. Ein Bericht wird am Dienstagabend um 19:30 Uhr in der Lokalzeit aus Dortmund zu sehen sein. (mi)


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