Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?2201

Endlich eine Straße für Lottchen!

Bild: Tobias Sauter (Hirschfeld-Stiftung / twitter)

Am Samstag wurde in Berlin der Charlotte-von-Mahlsdorf-Ring eingeweiht - benannt nach der bekanntesten Transperson der DDR.

Charlotte von Mahlsdorf wurde 1928 als Lothar Berfelde geboren. Bereits als Kind identifizierte sie sich als Mädchen. Ihr Name leitete sich aus ihrem Wohnviertel ab, Freunde nannten sie kurz "Lottchen".

Nach der Befreiung vom Faschismus begann sie, Haushaltsgegenstände zu sammeln. Aus dieser Sammlung entstand 1960 das Gründerzeitmuseum, das später auch zu einem Ostberliner Lesben- und Schwulentreffpunkt wurde. Nach der Wende kam allerdings heraus, dass sich von Mahlsdorf 1971 als inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit verpflichtet hatte - kurz nachdem sie beim Verkauf angeblicher Antiquitäten erwischt worden war. Bis 1976 lieferte sie Informationen an das MfS.

Nach einem Überfall von Neonazis auf ihr Museum im Jahr 1991 überlegte Lottchen erstmals, Deutschland zu verlassen. 1997 zog sie schließlich nach Schweden ins Exil. 2002 erlag sie bei einem Berlinbesuch einem Herzinfarkt. Am 18. März wäre Charlotte von Mahlsdorf 90 Jahre alt geworden. Für ihre unbestrittenen Verdienste erhielt sie 1992 das Bundesverdienstkreuz.

Den Beschluss, eine Straße nach Lottchen zu benennen, fasste die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf bereits vor sechs Jahren. Die lange Wartezeit hat sich jedoch gelohnt: Der Charlotte-von-Mahlsdorf-Ring befindet sich nun schräg gegenüber vom Gründerzeitmuseum in einem neuen Eigenheimgebiet.

Im Rahmen der Einweihung wurde der von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld mitfinanzierte neue Dokumentarfilm "Sonntagskind" aufgeführt. Die Regisseurin Carmen Bärwaldt hatte Charlotte von Mahlsdorf von 1995 bis zu ihrem Tod mehrfach getroffen. (mize)


-w-

#1 Patroklos
  • 18.03.2018, 11:28h
  • Dieses Jahr ist es 16 Jahre her (genauer gesagt am 30. April 2018), daß sie nicht mehr unter uns weilt, was man sich nur ziemlich schwer vorstellen kann. Dennoch finde ich es super, daß nun eine Straße nach ihr benannt wurde.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 HandwerksburscheAnonym
#3 giliatt 2Anonym
  • 19.03.2018, 22:57h
  • Hat Charlotte zweifelsohne verdient.

    Aktuell weiß ich aber ein anderes Projekt bezüglich einer Straßenbenennung. Gerade lief im TV die GLADBECK-Kiste. Held dieses Kriminalfalles ist für mich der Junge, der seine kleine Schwester den Erpressern zu entreißen versuchte und dafür mit einem Kopfschuss vor laufenden Kameras hingerichtet wurde.

    Emanuele de Giorgi (15).
  • Antworten » | Direktlink »