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Hommage an Tom of Finland

Yuliang Liu, Mars and Venus

Zur Münchner CSD-Woche zeigt die Kunstbehandlung ab 5. Juli eine Auswahl der Illustrationen aus dem aktuellen Sammelband "Mein schwules Auge".

Der diesjährige, mittlerweile 14. Band befasst sich in Bild und Text mit dem inzwischen ikonografischen Werk von Tom of Finland, bürgerlich Touko Laaksonen (1920-1991), und dessen Wirkung auf nachfolgende Künstlergenerationen (queer.de berichtete).


Sven Oliver, MGE

Der Herausgeber von "Mein schwules Auge" Rinaldo Hopf - nicht nur durch seine Serie "Golden Queers" fast selbst schon eine Ikone der "schwulen Kunst" - war 2017 "Resident Artist" in der Tom of Finland Foundation und ist seit vielen Jahren mit regelmäßigen Ausstellungen in der Kunstbehandlung zu sehen.

Vernissage und Signierstunde mit Rinaldo Hopf ist am Donnerstag, den 5. Juli ab 20 Uhr. Das Buch kann für 19,90 Euro u.a. bei amazon.de bestellt werden. (cw)


-w-

#1 schwarzerkater
#2 Gerlinde24Profil
#3 AuntieBiotic
#4 Gerlinde24Profil
  • 01.07.2018, 05:47hBerlin
  • Antwort auf #3 von AuntieBiotic
  • Ich frage mich die ganze Zeit, warum schwule Männer solche unästhetischen Bilder mögen, wo nur nackte Haut, sexuelle Anspielungen und Ähnliches zählt? In den Fünfzigern gab es wundervolle ästhetische Nacktbilder von schwulen Männern, die die Schönheit des männlichen Körpers feierten, ohne anzüglich oder vulgär zu sein.
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#5 AuntieBiotic
#6 ursus
  • 01.07.2018, 16:00h
  • Antwort auf #4 von Gerlinde24
  • "Ich frage mich die ganze Zeit, warum schwule Männer solche unästhetischen Bilder mögen, wo nur nackte Haut, sexuelle Anspielungen und Ähnliches zählt?"

    ich kann nicht für "die schwulen männer" sprechen, aber ich vermute mal, dass viele solche bilder mögen, WEIL sie nackte haut, sexuelle anspielungen und "ähnliches" zeigen. schwule erotik hat, wer hätte es gedacht, was mit schwuler sexualität zu tun.

    wobei anzumerken ist, dass "nackte haut" ausgerechnet bei einem ausgeprägten fetischisten wie tom nicht wirklich die hauptattraktion seiner bilder darstellt.

    die im besten sinne scham-lose darstellung lustvoller mann-männlicher sexualität darf aber tatsächlich nicht nur als sein erotisches markenzeichen verstanden werden, sondern auch als ein politisch-emanzipatorisches signal, dessen ausstrahlende wirkung auf unzählige schwule männer überhaupt nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

    statt dich zu fragen, was mit schwulen männern wohl nicht stimmt, die, oh wunder, auf schwule erotik stehen, könntest du vielleicht dir selbst mal die frage stellen, weshalb du erotische darstellungen als "unästhetisch" empfindest und auch noch das bedürfnis verspürst, deine diesbezüglichen subjektiven abwertungen öffentlich zu machen. mich befremden nicht diese darstellungen, sondern deine abwertende reaktion.
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#7 Gerlinde24Profil
  • 02.07.2018, 02:07hBerlin
  • Antwort auf #5 von AuntieBiotic
  • Ästhetisch gesehen, ließen die Fünfziger viel Raum für Fantasie. In Filmen ging es nicht "zur Sache", sondern man zeigte einen Blick aufs Schlafzimmer, und ließ den Zuschauer seinen eigenen Film drehen.
    Schau Dir mal die Bilder lesbischer Frauen an. Da ist auch Nacktheit, aber keine Geilheit, aber viel Sinnlichkeit.
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#8 AuntieBiotic
#9 ursus
  • 02.07.2018, 14:00h
  • Antwort auf #7 von Gerlinde24
  • "Ästhetisch gesehen, ließen die Fünfziger viel Raum für Fantasie." In Filmen ging es nicht "zur Sache", sondern man zeigte einen Blick aufs Schlafzimmer, und ließ den Zuschauer seinen eigenen Film drehen."

    in den fünfziger jahren wurde nichts explizit sexuelles gezeigt, weil es moralisch verpönt und gesetzlich verboten war. das lag nicht daran, dass alle ach so viel wert auf "ästhetik" legten, sondern an der ausgeprägten moralpanik dieser zeit. die aus dieser durch und durch verklemmten zeit stammende gleichsetzung von "explizit sexuell" mit "unästhetisch" allen ernstes in einem queeren forum als objektiv oder gar als vorbildlich zu präsentieren, halte ich immer noch für ziemlich befremdlich.

    genau wegen der moralpanik dieser jahre waren toms bilder auch politisch relevant: sie brachen mit der übel verklemmten sexualmoral dieser zeit und stellten ihr eine sexbejahende sicht gegenüber. gerade für schwule männer war das eine existenzielle notwendigkeit.

    wenn man es ein bisschen pathetisch formulieren will, kann man sagen: menschen wie tom haben strafrechtliche verfolgung riskiert, um den blick auf eine freiere welt zu ermöglichen. es ist nicht zuletzt diese politisch-emanzipatorische bedeutung von toms bildern, wegen der sie heute sogar im moma ausgestellt werden.

    indem du, ganz nach den moralischen vorgaben der fünfziger jahre (die du offenbar so tief verinnerlicht hast, dass dir nicht einmal bewusst wird,dass es sich dabei eben nicht um objektive ästhetische kriterien, sondern um blanke sexualfeindlichkeit handelt) das verschämte unsichtbarmachen von sexualität als die "bessere" alternative hinstellst, greifst du erreichte freiheiten der sichtbarkeit an, für die menschen wie tom den kopf hingehalten haben, und die zumal für queere menschen immer noch geradezu überlebenswichtig sind.

    was mich daran so befremdet, ist nicht einmal, dass du das tust, sondern dass du offenbar so ganz und gar nicht reflektieren möchtest, was du da tust.
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