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"Schwuchtel" als Fashion-Statement

Im Rahmen seiner neuen "Hate Couture Collection" hat das italienische Modelabel Diesel eine mit zahlreichen "Faggot"-Schriftzügen geschmückte Bomberjacke auf den Markt gebracht.

"The more hate you wear, the less you care", lautet das Motto der Kollektion, zu der u.a. auch "Slut"-Jacken für Frauen gehören. Auf der Diesel-Homepage heißt es dazu: "Haters gonna hate? Klar! Wir haben Hater. Du hast Hater. Jeder hat Hater. Aber interessiert es uns? Nicht wirklich. Wir tragen den Hate."

Günstig ist das modische "Schwuchtel"-Bekenntnis nicht: Stolze 379 Euro muss man für das Kleidungsstück aus Satin auf den Tisch legen.

In sozialen Netzwerken wurde der Modekonzern für die "Faggot"-Jacke teils heftig kritisiert. "Nein, Diesel. Ein abfälliges Wort über den ganzen Rücken gekritzelt zu haben, ist nicht der Weg, sich gegen Hass zu wehren", schrieb etwa der britische Schauspieler Andrew Hayden-Smith (Billy aus "Banana" und "Cucumber") auf Twitter.

Twitter / AndrewHaydSmith

Auch das SZ-Jugendmagazin "jetzt" ist der Meinung, dass das Modelabel mit seiner Kampagne "teilweise am Ziel vorbei" schieße. "Für den unbeteiligten Passanten, dem die Kampagne fremd ist, ist die Jacke von Diesel lediglich ein Kleidungsstück, auf welchem großflächig eine Beleidigung prangt", heißt es in einem Kommentar. "Die Jacke an sich wird also abhängig davon, wer sie trägt, gänzlich anders verstanden. Funktionierendes Aufbegehren gegen Hate Speech geht anders." (cw)


-w-

#1 TomDarkProfil
  • 21.10.2018, 21:21hHamburg
  • Die Jacke wird bestimmt der Renner und
    besonders in Ländern wie Russland, dem Iran oder Nigeria dem Hass entgegen wirken!

    Nett gedacht, aber Ziel leider verfehlt.

    Die Jacke ist so hässlich und überladen, dass sie auf der ganzen Welt kaum einer tragen wird.

    Aber mehr erwartet man von Diesel ja auch nicht. =)
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#2 NotGoodAnonym
  • 21.10.2018, 22:35h
  • Antwort auf #1 von TomDark
  • Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: diese Jacke ist total daneben.
    Es wurde Jahrzehnte lang dafür gearbeitet, um dieses Schimpfwort aus der Welt zu schaffen, und nun ist es auf ner Jacke zu lesen. Quasi "salonfähig(!)
    Klar, ist es als Provokation gedacht, aber ich finde es kontraproduktiv zur Arbeit der CSDs deutschlandweit. Ich weiß nicht ob Provokation hilfreich ist - wahrscheinlich eher nicht.

    Und diese Jacke in Russland tragen? Ganz ehrlich: ich würde es mich nicht trauen. In Indonesien übrigens auch nicht. Überall wo es Gewalt gegenüber LSBTTIQ gibt, ist diese Jacke ungeeignet.

    Das Wort "equality" hätte seinen positiven Effekt auf der Jacke gehabt. Hätte ich deutlich besser gefunden.
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#3 TomDarkProfil
  • 21.10.2018, 23:06hHamburg
  • Antwort auf #2 von NotGood
  • Der erste Absatz war natürlich ironisch gemeint. ;-)

    In den besagten Ländern mit der Jacke auf die Straße zu gehen, ist wohl eher nicht zu empfehlen.

    Ich denke, da sind nicht nur Gesetze und Mentalität anders, sondern auch der Humor. =)
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#4 Homonklin44Profil
  • 22.10.2018, 10:25hTauroa Point
  • Ich mag zwar Bomberjacken, wenn sie Airbase-Aufnäher haben und im Original Jet-Style gehalten sind, aber mit so einer würde ich nie im Leben herum laufen. Nicht, weil mich "Schwuchtel" stören würde- das hört man nun ja auf der Straße bald täglich irgendwo.

    Aber das schaut ja einfach bloß aus, als hätte einer mit Malerfarben über den Stoff gesudelt. Woran da das tolle Disign sein soll,hä? Für so viel Zaster bekommt man im 2nd-Hand Shop 20 Bomberjacken, und viel Schönere! Andere gehen dafür einen Monat arbeiten!
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#5 Alexander_FAnonym
  • 22.10.2018, 12:13h
  • Fast 400 , und das für eine beschmierte Bomberjacke? Wo ich mir beim H&M oder Militärladen eine für um die 50 und im Bauhaus eine Spraydose für 7 holen kann?

    Dass Diesel überhaupt davon ausgeht, irgendjemand bei gesundem Menschenverstand sei bereit, für sowas Geld hinzublättern, zeugt schon von einer ziemlichen Chuzpe.

    Ansonsten zeugt sie nur von einer echt dämlichen Mitarbeitern in der PR-Abteilung. Mit dieser Kampagne wird Diesel Geschichte schreiben; blöd nur, dass es die Geschichte der Griffe ins Klo ist.
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#6 NotGoodAnonym
  • 22.10.2018, 18:17h
  • Antwort auf #3 von TomDark
  • Stimmt, der "Humor" ist gleichfalls unterschiedlich in einigen Ländern. Da ist dann schnell schluss mit lustig.
    Man könnte höchstens noch mit schwarzem Spray diese olle Schrift übersprühen - bevor man in ein "unlustiges" Land reist.
    Aber wer will schon in ein "schluss-mit-lustig" Land reisen?
    Fazit: die Jacke hinterlässt in jeder erdenklichen Situation einen äußerst schlechten "Geschmack."
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#7 MrDGAnonym
  • 27.10.2018, 00:13h
  • Warum seid ihr alle immer sofort so beleidigt?

    Das ist doch ein perfektes Bespiel dafür, dass Provokation super funktioniert! Und leider auch bei Schwulen. Denn hinter diesem bescheidenen Verhalten und den Aussagen, dass dies nicht der "richtige" Weg ist (was auch immer das sein soll), steckt eine riesige Angst. Und genau von dieser Angst profitieren diejenigen, die Homosexualität von der Welt vernichten wollen.

    Ich finde die Jacke super. Und hätte ich momentan dieses Geld zur Verfügung würde ich Sie mir wahrscheinlich auch kaufen.
    Es ist eine effektive Art den Hassern und der Gesellschaft laut und klar zu sagen: Ich werde mich nicht verstecken und nicht nur das, sondern ich entnehme euch die Gelegenheit dieses Wort gegen mich zu benutzen.

    Und damit will ich natürlich nicht sagen, dass es sicher ist, diese Jacke überall auf der Welt zu tragen. Aber eure Meinung, dass die Idee so dämlich ist, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
    Im Gegenteil, ich finde sie wie gesagt sehr mutig und interessant.
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