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Schwuler Dauerkuss erregt Tel Aviv

84 Minuten lang küssen sich zwei Männer in der Videoinstallation "First Kiss" - weil sie seit Ende Oktober im Schaufenster einer Tel Aviver Galerie lief, rückte nun die Polizei an.

Aus Jugendschutzgründen müsse der Film der beiden Videokünstler Idan Bitton und Alfredo Calle Ferran entfernt werden, ordneten die Beamten laut einem Bericht der Zeitung "Haaretz" am vergangenen Donnerstag gegenüber der Galerie "indie" an. Zuvor hatte es Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben.

Direktlink | Der Film "First Kiss" auf Youtube

Die Polizei stieß sich nicht nur an dem fünf Jahre alten Video, das auf Youtube über zwei Millionen Aufrufe hat, sondern auch an der Fotografie "Kim" des Künstlers Yael Meiri. Die Aufnahme, auf der sich ein Mann mit der Hand vorn in die Hose greift, sei ebenfalls sexuell zu explizit für Minderjährige, so die Beamten. Beide Werke gehören zur am 25. Oktober eröffneten Gruppenausstellung "Post Pride", die ironischerweise eine Welt thematisiert, in der die Gleichstellung von LGBTI erreicht ist.

Gepostet von Omri Shapira am Freitag, 9. November 2018
Facebook / Omri Shapira

"Zweifellos ist hier der Einfluss der Regierung zu spüren", verurteilte Tel Avivs LGBTQ Association die Zensur. "WIr werden im öffentlichen Raum eingeschränkt, was bedeutet, dass auch unser Leben eingeschränkt wird." Der Vorfall zeige, dass selbst Israels liberale Metropole nicht frei von Homophobie sei.

Auch Ausstellungskurator Omri Shapira, der beim Polizeieinsatz am letzten Donnerstag zunächst die Jalousie der Galerie herunterließ, damit niemand mehr hineingucken kann, leistete Widerstand. Am Abend zog er die Rolladen wieder hoch - bis zum Ausstellungsende am Sonntag. (cw)


-w-

#1 StreisandFanAnonym
#2 thorium222Profil
  • 12.11.2018, 12:34hMr
  • Ich hoffe, das geht vor Gericht. Was genau soll an einem schwulen Kuss denn jugendgefährdend sein?
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#3 kuesschen11Profil
  • 12.11.2018, 15:06hFrankfurt/Main
  • Was für eine zärtlich-liebevolle Videoinstallation von zwei küssenden Männern. Es ist gar nichts "jugendgefährdend".

    Wäre die Polizei in Tel Aviv auch eingeschritten, wenn ein Mann mit einer Frau im Video sich küssend gezeigt hätte?

    Auch in diesem Land regieren homophobe Mächte hinter den Kulissen und sie sind größtenteils mitunter das Ergebnis von Religion, die Vielfalt in der "Schöpfungsordnung" nicht anerkennen will.
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#4 JasperAnonym
  • 13.11.2018, 15:47h
  • Was soll an einem Kuss den jugendgefährdend sein?

    Würde man bei einem Hetero-Kuss genauso zensieren?
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#5 FinnAnonym