Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?2453

Asyl in Oldenburg

  • 19. November 2018, noch kein Kommentar
Bild: Stephan Walzl

In seiner Heimat Russland wird Dimitrij Sokolovs Theaterstück "Russian Boy" über eine schwule Liebe nicht aufgeführt - so feierte es am Samstag im Oldenburgischen Staatstheater Premiere.

Die Handlung: Artjom hat es aus dem Dorf heraus nach Moskau geschafft und ist bereit, für seinen Traum von Ruhm und Glück alles zu geben. Mischa verliebt sich in Artjom, ist aber mit Lena verheiratet, die lange nichts von den Gefühlen ihres Gatten ahnt. Bis ihr Traum von einem "Mann wie ein Baum", bei dem sie Geborgenheit findet, jäh zerplatzt. Mischa zerbricht an dem Zwiespalt zwischen den Erwartungen der russischen Gesellschaft, wie ein Mann zu sein hat, und seinen Gefühlen. Ljudmilla, Artjoms Mutter, ist allein im Dorf geblieben und zehrt von den Erinnerungen an den Sohn. Ein persönliches Glück wird es für sie nicht mehr geben, denn wer will schon eine mit einem schwulen Sohn.

Sehr unaufgeregt, mit leisem Humor erzählt Dimitrij Sokolov vom Streben nach Glück seiner vier Protagonist*innen. Die persönlichen, sehr intimen Geschichten und Schicksale werden jedoch zum Politikum, weil sie in Russland stattfinden, einem Land, in dem Homophobie zum guten Ton gehört und Homosexualität in der Gesellschaft tabuisiert wird.

"Ich habe 'Russian Boy' im Bewusstsein geschrieben, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass das Stück in russischen Theatern gespielt werden wird", erklärt Sokolov. "Zu groß die Angst vor Sanktionen und Repressionen, die andere Bühnen und Künstler schon erfahren haben und immer noch erfahren. Dennoch war es mir wichtig, ein Stück über eine schwule Liebe zu schreiben, um zu zeigen: Es gibt uns, wir kämpfen um unser Recht auf Liebe, um unser Recht auf Glück, genauso wie alle Menschen überall auf der Welt."

Die nächsten Vorstellungen sind am 24. und 29. November sowie am 2., 6., 9. und 14. Dezember in der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters. (cw)


-w-