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Verlobung mit versteckter Kamera

Wie homophob sind die Polen wirklich? Um dies herauszufinden, haben sich die beiden Vlogger und LGBTI-Aktivisten Jakub Kwiecinski und David Mycek über hundertmal auf Warschaus Straßen einen Heiratsantrag gemacht.

Einer der beiden fragte jeweils einen Passanten, ob er ein Foto des Moments machen könnte, in dem er vor seiner Liebe auf die Knie geht - erst in letzter Minute stellte sich heraus, dass der Partner ein anderer Mann ist. Die Reaktionen haben Jakub und David mit versteckter Kamera gefilmt:

Direktlink | Das Video. Englische Untertitel gibt es über den entsprechenden Button

Das Ergebnis ihres sozialen Experiments hat die beiden positiv überrascht: Nur wenige Passanten lehnten es ab, ein Foto des Antrags zu machen, während die große Mehrheit dem Paar gratulierte und ihm alles Gute wünschte. Nur in einem Fall wurden die beiden schwulen Männer beschimpft und mussten von einem Marktplatz fliehen.

"Es scheint so, als ob die Polen doch viel offener sind als viele denken", so das Resümee der beiden Aktivisten. Ihr Rat: "Polnische Politiker sollten auf das Volk hören."

Polens nationalkonservative Regierung gilt als ausgesprochen homophob. Im vergangenen Monat hatte Staatspräsident Andrzej Duda sogar mit einem Gesetz gegen "Werbung" für Homosexualität an Schulen geliebäugelt (queer.de berichtete). "Ich denke, dass diese Art von Propaganda nicht in Schulen stattfinden sollte", meinte der frühere Abgeordnete der Kaczyński-Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS). "Die extreme liberale Ideologie meint, das mit der Zeit alles erlaubt ist. Ich stimmte damit nicht überein."

Die Einstellung der Polen gegenüber LGBTI hatte sich in den letzten Jahren eigentlich liberalisiert, zum CSD nach Warschau kommen zehntausende Menschen. Zugleich bestimmt eine homophobe und menschenfeindliche Haltung der Regierung den öffentlichen Diskurs. So bezeichnete der Verteidigungsminister den CSD als "Sodomiten-Parade" (queer.de berichtete). LGBTI-Organisationen führen Angriffe gegen ihre Büros oder CSD-Teilnehmer auch auf diese Rhetorik zurück (queer.de berichtete). (cw)



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#1 t3wfsdAnonym
  • 02.12.2018, 09:40h
  • Die Videos wurden in einer Stadt in einem bestimmten Stadtteil gemacht.

    Wahrscheinlich wären die Reaktionen in anderen Stadtteilen und auf dem Land ganz anders ausgefallen.

    In jedem Fall waren die Reaktionen im Video nicht repräsentativ für alle Polen.

    Leider ist Polen ultra-konservativ und ultra-katholisch. Es wird noch viele Jahre dauern bis Polen die Ehe für alle einführt.
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#2 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 02.12.2018, 12:58h
  • Warschau (eine Großstadt) ist nicht Polen. Das Experiment hätte ganz anders in der tiefsten strengreligiösen Provinz ausgehen. Vielleicht wären dort beide so verprügelt worden, dass sie erkennen müssten, das Polen nicht soweit ist, auch Dank der jetzigen rechten Regierung dort.
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#3 Ith__Ehemaliges Profil
  • 02.12.2018, 21:55h
  • Einmal fliehen müssen kann im realen Leben für eine radikale und dauerhafte Veränderung des eigenen Verhaltens allerdings nun auch reichen.

    Weil, einmal abgeknallt oder abgestochen werden, oder auch bloß effizient verdroschen, ist ggf. auch körperlich nicht reversibel. Von den psychologischen Folgen auch bei überlebten Zwischenfällen mal ganz zu schweigen.
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#4 Ralph
  • 03.02.2019, 17:17h
  • In Deutschland war's ja ähnlich. Breiteste Mehrheiten für die Eheöffnung, aber das Thema war kaum jemandem wichtig genug, um deswegen CDU/CSU nicht mehr zu wählen.
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