Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/b?2477

Das Glory Hole ist museumsreif!

Bild: Neil Buckley

Zur Sammlung des Western Australian Museum in Perth gehört jetzt auch die Tür einer ehemaligen Bahnhofsklappe mit "Ehrenloch" - ein konservativer Politiker ist empört.

Gespendet wurde das historische Glory Hole von den Schwestern der perpetuellen Indulgenz. Ihr Mitglied Mother Greta alias Neil Buckley hatte die Holztür 1997 aus dem Bahnhof von Gosnells, einem Vorort von Perth, kurz vor dem Abriss des Gebäudes vor den Bulldozern für die Zukunft gerettet.

"Es ist wirklich ein wichtiger Teil der Sozialgeschichte, und so hatten wir nun mal Sex zu einer Zeit, als Homosexualität illegal war", begründete Buckley die Übergabe der Klappentür an das Museum. Dessen Chef Alec Coles sprach in lokalen Medien von einer "angemessenen Anschaffung", da es Aufgabe der Institution sei, jeden Aspekt der Gesellschaft zu reflektieren.



Kritik kam dagegen von der konservativen Opposition: Tony Krsticevic, Kultursprecher der Liberal Party, bezeichnete das Glory Hole als "geschmacklos" und unangemessen: "Ich bin nicht sicher, ob dies ein geeignetes Ausstellungstück für Schüler ist."

Ob die Klappentür jemals öffentlich ausgestellt wird, ist derweil noch unklar. Bis 2020 ist das Western Australian Museum sowieso wegen Umbauarbeiten geschlossen. (mize)



-w-

#1 Homonklin44Profil
  • 13.12.2018, 09:07hTauroa Point
  • ""Ich bin nicht sicher, ob dies ein geeignetes Ausstellungstück für Schüler ist.""

    Es ist wohl genau das Gloryhole, durch dass der sich damals als Studi oder Berufsschüler die Nille hat putzen lassen, deshalb ist er peinlich berührt. Möglichkeit # 1.

    Und wieso sollen Schüler nicht was fürs geile Leben lernen? Heißt es doch immer.

    Sie verschwinden immer mehr, die Freudenlöcher. Einige davon könnte man auch hierzulande mal sammeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LotiAnonym
  • 14.12.2018, 12:18h
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Nee Danke, lass mal stecken;-)
    Diese zum Großteil verkommenen Dreckslöcher von damals auf den Klappen werfen bei mir auch negative Erinnerungen auf. Soll ich jetzt weiter ins Deteil gehen?
    Was in Australien unbedingt gut und sicherlich richtig ist, muß hier nicht gleich ins Museum.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 stromboliProfil
  • 14.12.2018, 15:19hberlin
  • Antwort auf #2 von Loti
  • warum sollte in australien was anders betrachtet und gewertet werden wie in europa und rest der welt.

    Öffentliche "bedürfnisanstalten" waren und sind weiterhin in gegenden mit verfolgung durch justiz & gesellschaft eine durchaus notwendiege einrichtung gewesen!
    Auch wenn es nicht dem wohnzimmergeschmack des gewöhnlichen homosexuellen ( in anlehnung an Dannecker& Praunheim) entsprach , hatte es seine eigene "kultur& und erotik"!

    Und sie sind ja nicht mit dem verschwinden der bedürfnissanstalten an der strasse entschwunden, sondern immer noch in institutionen ( unis-schulen- rathäusern und bundestag (!) ) incl. bohrloch vorhanden.

    Habe gerade vor wochen beim geburtstag des eisenherz - berlin im rathaus schöneberg ein solches bewundern dürfen.

    Und ja, auch wenn es nicht jedermann/frau geschmack bedient, solcherlei gehört ins museum, weil zeitgeschichte!
    Teil schwul-männlicher sexualität vor allem.
    Lobenswert so die ausstellung im vormals SCHWULEN MUSEUM , vor der übernahme durch die feministische sichtweise auf unsere ( schwule!) sexualitäten.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LotiAnonym
  • 16.12.2018, 07:46h
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • Auch ich erinnere mich noch sehr gut an die zahlreichen Klappen mit den Löchern in Berlin-West. An die stundenlangen Fahrten mit der U-Bahn von einer zur anderen. Unterwegs traf man dann schon mal die üblichen Verdächtigen. Doch an manchen Orten war es schon derart verdreckt, sodass ich nur noch Naserümpfend die Örtlichkeit verließ. Im übrigen gab es zu dieser Zeit und im Sommer die herrliche Alternative Sex im Tiergarten zu haben. Auch des nachts bei Vollmond. Selbst die Praunheim konnte dem nicht wiederstehen und cruiste auf der noch damaligen Liebesinsel herum, bevor diese wegen eines brutalen Mordes geschlossen wurde. Und nein, ich vermisse diese Löcher nicht. Denn sie zogen auch minderjährige an, zur Freude mancher Klappenbewohner.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 stromboliProfil
  • 16.12.2018, 10:24hberlin
  • Antwort auf #4 von Loti
  • "Denn sie zogen auch minderjährige an, zur Freude mancher Klappenbewohner."

    Ja wo sonst sollte zu jenen zeiten der "minderjährige" denn sonst seine ersten gehversuche richtung triebabfuhr und identiätsfindung erfahren..
    Die gesellschaft bot und bietet auch heute immer noch keine altersgemäße erfahrungsmöglichkeiten an, in denen sich heranwachsende in "geborgenheit ihrer liebsten freizeitbeschäftigung hingeben könnten.

    Ich will den schmuddel der klappe aber auch nicht verklären, wenngleich es da spannungsfelder gab, die heute nur noch in sogenannten fetischphantasien zu realisieren sind.
    Siehe "gangbang" .
    Auch hier eingeräumt: sicher nichts für zarte gefühle.
    Etwas entspannter umgang täte hier not.
    Empfehlenswert immer noch
    de.wikipedia.org/wiki/Frank_Ripploh

    Taxi zum Klo !

    Und was die "minderjährigkkeit anbelangt, klingst du wie die besorgten eltern jener zeit...
    Wir gingen mit 14 in die lehre!
    Wurden so teil des kapitalistischen reproduktionsprozesses bei. Meine generation stand nach dem ersten halbjahr lehre schon als teilvollwertige produktionskraft der arbeiterschaft, dem deutschen wirtschaftswunder zur verfügung.
    Volljährig wurde ich mit 21!
    Volljährigkeit mit 18 galt schon als bedrohung sozialen gefüges , bestehend aus abhängigkeit und unterordnung.
    Erzähl du mir nicht , wann ich mich nicht mehr minderjährig fühlte!

    Mal so gedanklich dahingerotzt, und ob der tatsache, dass uns unsere jugend unser sexuelles erwachen, so vorenthalten wurde, würde ich dir empfehlen, noch mal in deiner ganz persönlichen erinnerung nachzuforschen...
    Wie denn diese "fürsorgliche regelmentierung" von loti wahrgenommen wurde und "sexualmoral nicht im verklärten alterrückblick, zur reaktionären sexualpolitik der adenauerzeit mutiert.

    Aus solchen gedankeneskapismus hin in eine scheinbar sichere welt heraus, entsteht der heutige populismus rechter couleur.
    Da flackert die trübe funzel der "frühsexualisierungen, ausufernd beschrieben von afd und der bdm riege um storch, beverfoerde, kelle, kuby &coInnen.

    Da kommt auch die "schutzwürdigkeitsargumentation wieder hoch, die ein jahrhundert lag den § 175 "legitimierte.

    Auch und gerade unter diesem blick auf geschichte und ertragenes leid, ist das "glory Hole" mehr als nur ein loch in einer wand/tür.
  • Antworten » | Direktlink »