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Erster Trans Pride in Pakistan

Bild: Dareecha

In Pakistans zweitgrößter Stadt Lahore demonstrierten am vergangenen Samstag erstmals in der Geschichte der islamischen Republik trans Menschen für ihre Rechte.

Viele Teilnehmer*innen hatten neben der Transgender-Flagge auch dunkelgrüne Nationalfahnen mit der weißen Mondsichel dabei. Die Pride-Demonstration erinnerte daran, dass Gewalt und Ausgrenzung gegenüber trans Menschen in Pakistan noch immer ein großes Problem ist - Menschenrechtsorganisation sprechen von über 50 Morden seit 2015.

Aus rechtlicher Sicht hat sich in diesem Jahr vieles verbessert. So verabschiedete die Nationalversammlung im Mai ein historisches Gesetz, das die Diskriminierung von trans Menschen an Schulen, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und im öffentlichen Nahverkehr verbietet (queer.de berichtete). Für die Änderung des Geschlechtseintrags in offiziellen Dokumenten genügt nun eine Aussage zur Selbstbestimmung - neben dem Eintrag "männlich" und "weiblich" sind auch "gemischt" und "keins" möglich.

Homosexuelle Handlungen können hingegen nach pakistanischen Gesetzen, die auf britischem Kolonialrecht basieren, sowie nach Scharia-Recht mit Geldstrafen, Haft und Folter (sowie nach Scharia-Recht theoretisch auch mit dem Tod) bestraft werden. Laut Menschenrechtsorganisationen werden die Bestimmungen in der Praxis kaum verfolgt, auch wenn es gelegentlich zu Erpressungen durch Polizeibeamte komme. (cw)



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#1 DominikAnonym
  • 31.12.2018, 16:24h
  • In Mega-Cities wie Lahore (mind. 11 Mio. Einwohner) und Karatschi (mind. 15 Mio. Einwohner) fallen solche Mini-Demos kaum auf. Da kann man so was schon mal in einer Nebenstraße im modernsten Viertel der Stadt veranstalten. Im Rest des Landes sieht die Situation für LGBT aber ganz anders sprich zappenduster aus. In weiten Teilen des Landes haben ohnehin die radikalen Taliban das Sagen; unter deren Einfluss würd's nach so 'ner Demo auch gleich zur Steinigung gehen. Wobei Transgender (ähnlich wie übrigens im Iran) tatsächlich noch relativ verschont bleiben und relativ unbehelligt leben können, während v.a. männliche Homosexualität zutiefst geächtet ist und wirklich unerbittlich verfolgt wird.

    Da gibt's noch wahnsinnig viel zu tun in Sachen Menschenrechte. Doch solche Länder liegen weit außerhalb unseres westlichen, mitteleuropäischen Radars. Auch die Verfolgung von LGBT in vielen afrikanischen Staaten kommt in unserer Nachrichtenwelt kaum vor. Gegen die meisten Menschenrechtsverletzungen ist das, was in Russland, Polen oder der Türkei gegenüber LGBT passiert, echt ein Klacks. Ich wünschte, wir würden mehr Notiz davon nehmen und mehr Druck auf die Politik ausüben, sich um diese so häufig unbeachteten Menschenrechtsverletzungen in der sogenannten Peripherie der großen Weltpolitik endlich ernsthaft zu kümmern.
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#2 andreAnonym
  • 31.12.2018, 17:01h
  • Wow, Hochachtung, weil sehr mutig und lebensgefährlich, in Pakistan. Taliban....etc.
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#3 Trans*PridesAnonym
  • 01.01.2019, 13:47h
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • Du hast recht,
    es fällt kaum auf (für die anderen, vielleicht ist das gar nicht schlecht in manchen Ländern, denn die Community muss erst eine gewisse Größe und Einfluss haben um den dann aufmerksam gewordene Mob aushalten und überstehen zu können.
    Für "uns" ist das aber nach innen eine wichtige historische Sache, wir sind da, wir gehen raus, wir zeigen uns ... es ist schon etwas, irgendwann ist es Geschichte wie 1969 Stonewall, irgendwann ist es "der Anfang" den dann auch die Mehrheit der Bevölkerung erkennen kann. (nicht immer alles schlecht reden)
    Ja UNSERE Medien in Deutschland sind auf dem Auge LSBTTIQ blind, es gibt ja wichtigere Probleme, Themen und Neuigkeiten, wie heute die Anzahl der durch Feuerwerk Verletzten, wie dass scheinbar alles ruhig war zu Silvester (also kein Köln V2.0 etwa, das die Rechten ausschlachten können und die "Freunde" in der Koalition), wie Trumps Haushaltssperre : "Ich will aber meine Mauer hab'n, Wäähhh!!", wie die Konsequenzen des Embargos der USA auf den IRAN (man weis nichts Genaues nicht ader ...), wie die vielen tollen Silversterfeuerwerke, wie die vielsagende und aufschlussreiche und tiefgehende und klarstellende Rede der Kanzlerin und die des Papsts, wie den Antritt der Rechten Saubermannes in Brasilien (da wurden wir sogar als gefährdet erwähnt, Nachrichten eben im TV (ARD 12:55 und da nach NTV 13:00 vom 2019-01-01)
    Russland, Türkei und Polen vs. LGBTTQ ist für uns wichtig, weil es vor und in unserem Haus stattfindet, wenigstens sind wir dadurch in den Medien vorhanden.
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