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Erster Trans Pride in Pakistan
- 31. Dezember 2018,
Bild: DareechaIn Pakistans zweitgrößter Stadt Lahore demonstrierten am vergangenen Samstag erstmals in der Geschichte der islamischen Republik trans Menschen für ihre Rechte.
Viele Teilnehmer*innen hatten neben der Transgender-Flagge auch dunkelgrüne Nationalfahnen mit der weißen Mondsichel dabei. Die Pride-Demonstration erinnerte daran, dass Gewalt und Ausgrenzung gegenüber trans Menschen in Pakistan noch immer ein großes Problem ist – Menschenrechtsorganisation sprechen von über 50 Morden seit 2015.
Aus rechtlicher Sicht hat sich in diesem Jahr vieles verbessert. So verabschiedete die Nationalversammlung im Mai ein historisches Gesetz, das die Diskriminierung von trans Menschen an Schulen, am Arbeitsplatz, im Gesundheitswesen und im öffentlichen Nahverkehr verbietet (queer.de berichtete). Für die Änderung des Geschlechtseintrags in offiziellen Dokumenten genügt nun eine Aussage zur Selbstbestimmung – neben dem Eintrag "männlich" und "weiblich" sind auch "gemischt" und "keins" möglich.
Homosexuelle Handlungen können hingegen nach pakistanischen Gesetzen, die auf britischem Kolonialrecht basieren, sowie nach Scharia-Recht mit Geldstrafen, Haft und Folter (sowie nach Scharia-Recht theoretisch auch mit dem Tod) bestraft werden. Laut Menschenrechtsorganisationen werden die Bestimmungen in der Praxis kaum verfolgt, auch wenn es gelegentlich zu Erpressungen durch Polizeibeamte komme. (cw)


















Da gibt's noch wahnsinnig viel zu tun in Sachen Menschenrechte. Doch solche Länder liegen weit außerhalb unseres westlichen, mitteleuropäischen Radars. Auch die Verfolgung von LGBT in vielen afrikanischen Staaten kommt in unserer Nachrichtenwelt kaum vor. Gegen die meisten Menschenrechtsverletzungen ist das, was in Russland, Polen oder der Türkei gegenüber LGBT passiert, echt ein Klacks. Ich wünschte, wir würden mehr Notiz davon nehmen und mehr Druck auf die Politik ausüben, sich um diese so häufig unbeachteten Menschenrechtsverletzungen in der sogenannten Peripherie der großen Weltpolitik endlich ernsthaft zu kümmern.