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Schwuler trans Mann bringt Kind zur Welt

  • 07. März 2019, noch kein Kommentar

Der 28-jährige Wyley Simpson und sein gleichaltriger Verlobter Stephen Gaeth teilen auf Instagram ihr Vaterglück: Der in Texas lebende Transmann Wyley hatte das Kind vor einem halben Jahr auf die Welt gebracht.

Dabei hatte das Paar die Vaterschaft nicht geplant: Vor einem Jahr entdeckte Wyley plötzlich, dass er schwanger war, obwohl er bereits vor Jahren durch Einnahme von Testosteron seine Geschlechtsanpassung begonnen hatte. Wegen dieser Therapie hatte er keine Monatsblutungen mehr und nahm eigentlich an, er könne kein eigenes Kind mehr kriegen. Im September 2018 brachte Wyley per Kaiserschnitt den dreieinhalb Kilo schweren Rowan auf die Welt.

Gegenüber der "Carters News Agency" sagte Wyley, dass die Schwangerschaft für ihn schwierig gewesen sei. In der Öffentlichkeit sei er ständig von Passanten beleidigt worden: "Sie sagten, ich würde nie ein echter Mann sein, weil Männer keine Babys auf die Welt bringen. Jeder hat mich als 'es' bezeichnet." Er würde deshalb nicht noch einmal eine Schwangerschaft durchmachen wollen.


Wyley während der Schwangerschaft (Bild: Instagram / equineboy21)

Auf Instagram ergänzte der stolze Vater: "Die Kommentare tun weh, aber das wird mich nicht davon abhalten, ein Vater zu sein. Mein Kind ist glücklich und gesund und wird in einer Zeit aufwachsen, in der er seine Individualität leichter ausdrücken kann, als ich es konnte."

Direktlink | Auch Dokufilmer zeigten sich an der Geschichte des ungewöhnlichen Paares interessiert

Geschichten von "schwangeren Männern" elektrisieren seit Jahren insbesondere die Boulevardpresse. Den ersten großen Medienhype gab es 2008 wegen der Schwangerschaft des Amerikaners Thomas Beatie (queer.de berichtete). 2013 brachte ein transsexueller Mann in Berlin ein Kind zur Welt (queer.de berichtete).

Bei der trans Schwangerschaft handelt es sich aber keineswegs um ein neues Phänomen: So hatte der italienische Soldat Daniel Burghammer im Jahr 1601 - zum Entsetzen seiner Vorgesetzten und seiner Ehefrau - ein Kind zur Welt gebracht. Burghammer sagte damals, dass er sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale habe - heute würde das als Intersexualität bezeichnet werden. Der Italiener konnte seine Tochter, deren biologischer Vater ein spanischer Soldat war, sogar stillen (anders als Wyley, der sich bereits einer Brust-OP unterzogen hatte). Das Kind von Burghammer erhielt außerdem den Segen der Kirche, die die Geburt als "Wunder" bezeichnete. (dk)



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