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Zum Frühstück beim Homohasser
- 15. März 2019,
Bild: Leo Varadkar / twitterWie geht man als schwuler Staatsmann mit dem LGBTI-feindlichen US-Vizepräsidenten Mike Pence um? Man kann ihn ignorieren - oder bringt wie der irische Premier Leo Varadkar einfach seinen Partner mit.
Der Taoiseach und sein Lebensgefährte Matt Barrett waren am Donnerstagmorgen bei Pence und seiner Schwester Anne zum Frühstück zu Gast. Die Ehefrau des Vizepräsidenten war wegen eines Besuchs der Special Olympics in Abu Dhabi bei dem privaten Treffen nicht dabei.
In einer kurzen Rede in der Residenz des Vizepräsidenten erteilte Varadkar dem neben ihm stehenden Pence eine kleine Lektion in Vielfalt und Akzeptanz: "Ich wusste früh, dass ich in einem Land lebte, in dem ich Gesetze verletzen würde, wenn ich versucht hätte, ich selbst zu sein. Aber heute hat sich alles geändert", sagte der schwule Premierminister. "Ich stehe hier als Regierungschef meines Landes, fehlerhaft und menschlich, beurteilt nur nach meinen politischen Handlungen und nicht nach meiner sexuellen Orientierung, meiner Hautfarbe, meinem Geschlecht oder meinen religiösen Überzeugungen."
Vizepräsident Mike Pence gilt als einer der homophobsten Spitzenpolitiker in den USA. Der 59-Jährige warb etwa während seines Wahlkampfes für den Einzug in den US-Kongress im Jahr 2000 für die "Heilung" von Homosexuellen. Als Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses und später als Gouverneur von Indiana setzte er sich dafür ein, die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten einzuschränken. So trieb Pence als Landeschef das Gesetz "zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit" voran, dessen einziges Ziel es war, die religiös begründete Diskriminierung im Bereich sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu erlauben (queer.de berichtete). Wegen dessen Homophobie "scherzte" Präsident Donald Trump laut Medienberichten, dass Pence "alle Homosexuellen aufhängen lassen" wolle (queer.de berichtete).
Anfang des Jahres sorgte auch Pences Ehefrau Karen für Schlagzeilen: Die 60-Jährige kehrte als Teilzeit-Lehrerin an eine religiöse Privatschule zurück, an der Homosexualität verboten ist (queer.de berichtete).
Varadkar hatte bereits im letzten Jahr bei einem Empfang des Papstes zum Weltjugendtag in Dublin in einer Rede gleichgeschlechtliche Ehen angesprochen (queer.de berichtete). Der 40-Jährige befindet sich derzeit anlässlich des St Patrick's Day auf einem Besuch in den USA und traf im Weißen Haus auch mit US-Präsident Donald Trump zusammen. (cw)











