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Kunst gegen Beschneidung

Mit hundert gleichformatigen Ölgemälden von männlichen und weiblichen Geschlechtsteilen protestiert der Berliner Künstler Clemens Krauss gegen die Beschneidung von Menschen aus religiös-rituellen Motiven.

Seine Ausstellung "100 Cuts" ist im Rahmen des Gallery Weekend Berlin ab 26. April in der Galerie Crone Berlin in der Fasanenstraße 29 zu sehen. Krauss zeigt auf seinen Bildern nicht mehr und nicht weniger als die meist an Minderjährigen durchgeführte operative Entfernung von Teilen des Geschlechtsorgans, also die Beschneidung des Penis oder die zumeist folgenreichere und zurecht als Genitalverstümmelung bezeichneten Eingriffe am weiblichen Geschlecht.

Obwohl Beschneidungen von Kindern Körperverletzungen seien, würden die Eingriffe mit dem Verweis auf kulturelle Identität, Tradition oder religiöse Bräuche gerechtfertigt, kritisiert Clemens Krauss. Um das Tabu zu brechen, greift er in "100 Cuts" auf drastische malerische Mittel zurück: Er lenkt unseren Blick im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Bereich, den wir bei aller Aufgeklärtheit verdrängen. Sein pastoser Farbauftrag, der beinahe schon selbst zu Fleisch wird, verbirgt und enthüllt zugleich.

Clemens Krauss wurde 1981 in Graz, Österreich, geboren und lebt seit 2007 in Berlin. Er kann bereits auf eine beachtliche Anzahl institutioneller Ausstellungen zurückblicken, unter anderem in China, Japan, Brasilien, Spanien, Frankreich, Australien, Großbritannien und den USA. In diesem Jahr nimmt er an der Havanna Biennale in Kuba und der Internationale Biennale Curitiba in Brasilien teil. (cw)



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#1 AnnickAnonym
  • 15.04.2019, 17:47h
  • man muss sich das nur mal vorstellen:

    man erfährt als Kind, dass eine Beschneidung auf einen zukommt.

    hat schon erfahrungen mit Verletzungen und Schnitten gemacht die sehr schmerzhaft waren und auch lange danach noch schmerzten.

    Dann sagen einem seine Eltern, die einen eigentlich immer beschützen sollten, dass einem an der intimsten stelle herumgeschnitten wird.

    Alle Argumente, man sei dadurch erst ein Mann oder eine brauchbare Frau das interessiert einen als Kind doch zu diesem Zeitpunkt gar nicht.

    Das ist doch der reinste Wahnsinn, was Religiösität da anrichtet, es wird das Verhältnis von Eltern und Kindern ireparabel gestört.
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#2 RerunProfil
  • 15.04.2019, 17:56hBad Salzuflen
  • Beschneidung Minderjähriger ohne oder ohne klare und Alternativen auslassende Indikation ist eine Menschenrechtsverletzung und Genitalverstümmelung.

    Sehr gut, dass diese Bilder hier explizit keine Differenzierung zwischen den Geschlechtern machen, denn Genitalverstümmelung kennt kein Geschlecht. Jungen haben dasselbe Recht auf körperliche Unversehrtheit wie Mädchen und §1631d BGB ist schwerste geschlechtsbezogene Diskriminierung, die man sich überhaupt denken kann.

    Den Widerspruch, dass wir Geschlecht zunehmend als Kontinuum und nicht als bipolar verstehen, dann aber nur bei einem in diesem Spektrum deratige Zwangsoperationen zulassen, kann selbst ein Apologet wie Volker Beck nicht auflösen. Wir haben ein Dritte Option im Personenstandsregister und wenn sich ein Junge entscheidet keiner mehr sein zu wollen, wird eine Beschneidung auf einmal strafbar? Die Situation ist absurd. Steht im Personenstandsregister weiblich, ist bereits das Anritzen der Geschlechtsorgane als schwerste Straftat mit §226a StGB gesondert mit Strafe bedroht. Derselbe Eingriff bei einem Kind, das dort unter "divers" geführt, wird als "normale" schwere Körperverletzung geführt, egal ob es über einen Penis oder eine Vagina verfügt und sobald da "männlich" steht, darf dasselbe Organ einfach so für die Mülltonne vorgesehen werden. Wenn ein Junge entscheidet, keiner mehr sein zu wollen, wird aus einer "legalen" Beschneidung eine Genitalverstümmelung. Eine voher amputierte Vorhaut fehlt ggf. auch bei eine Geschlechtsoperation. §1631d BGB ist gesetzliches Unrecht und eine schwere Menschenrechtsveretzung.
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#3 daVinci6667
  • 15.04.2019, 18:42h
  • Antwort auf #1 von Annick
  • Absolute Zustimmung!

    Beschneidungen aus religiösen Gründen sind rigoros zu verbieten. Ganz schlimm sind rituelle Beschneidungen im Alter zwischen 8 und 10 ohne jegliche Betäubung. Wird in vielen Ländern gemacht. Auch gerade jetzt. Wie man sowas seinem Kind antun kann?Einfach barbarisch und ein Überbleibsel aus dem finstersten Mittelalter!

    Mein Mann wurde als Kind leider beschnitten, aus angeblich medizinischen Gründen. Er hat jetzt noch Horror wenn er daran zurück denkt und erinnert sich genau wie das nach dem Eingriff gebrannt hat wenn er pinkeln musste. Die Wundheilung Dauerte 3 lange Wochen.

    Angeblich medizinisch begründete Beschneidungen sind in über 99% der Fälle unnötig. Es geht halt darum Geld zu verdienen.

    Ich selbst konnte meine Vorhaut erst mit 14 ganz zurückziehen. Wären meine Eltern zum selben Quacksalber vom Arzt gegangen, hätte es meinen Schwanz auch erwischt.

    Wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann würde ich darum bitten dass dies keinem Jungen mehr angetan würde.
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#4 NochSchlimmerAnonym
  • 15.04.2019, 19:09h
  • Beschneidung ist grundsätzlich gegen die Unversehrtheit von Menschen.

    Das ist schlimm, was du beschreibst, aber das ist nicht das einzige.

    Der Vorgang findet ohne Narkose, unhygienisch, und mit Rasierklinge oder mit einer Glasscherbe statt. Das kann schnell zu hohem Blutverlust führen, zu Krankheiten, zu Narben, und von fürchterlichen Schmerzen ganz abgesehen.
    Selbst bei Kleinkindern wird das schon durchgeführt.
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