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Gedenken: 20 Jahre Anschlag auf die queere Community Londons

Der "Admiral Ducan" am Dienstag (Quelle: Bristol Pride) und kurz nach dem Anschlag (Stonewall)

Am 30. April 1999 hinterließ ein Neonazi eine Nagelbombe im belebten Pub "Admiral Duncan" in Soho - bei der Explosion starben drei Menschen, 79 wurden verletzt.

Tausende Menschen werden am Dienstag gegen 17 Uhr Ortszeit vor dem "Admiral Duncan" auf der dazu mit Regenbogenflaggen verkleideten queeren Straße Londons, der Old Compton Street, erwartet, um den Verstorbenen mit einer Prozession und Andacht zu gedenken. Der Anschlag hatte vor 20 Jahren die Szene, aber auch die Stadt und das Land erschüttert. Der wenige Tage später festgenommene Neonazi David Copeland hatte mit einer Reihe von Nagelbombenattacken gezielt die Vielfalt Londons angreifen wollen.

Twitter / HuffPostUK

Seine erste Bombe war am Samstag, den 17. April, gezielt auf einem Markt in Brixton explodiert, einem Stadtteil mit großem schwarzen Bevölkerungsanteil. 48 Menschen wurden dabei verletzt. 13 Menschen, darunter Besucher einer Moschee, wurden eine Woche später bei einem Anschlag auf die Brick Lane verletzt, die als Zentrum der britisch-bengalischen und -asiatischen Community gilt.

Der "Admiral Duncan", einer der ältestens schwulen Pubs Londons, war an jenem Freitag zum Beginn eines Feiertags-Wochenendes vollgepackt und auch auf der Straße standen Gäste, als die abgelegte Bombe in einer Sporttasche gegen 18:37 Uhr explodierte. Bei den Toten handelt es sich um die 27-jährige Andrea Dykes, die vier Monate schwanger mit ihrem ersten Kind war und kurz vor der Hochzeit mit dem Kindesvater stand, sowie um zwei ihrer Freunde, Nick Moore (31) und John Light (32). Der Verlobte wurde schwer verletzt und lag für mehrere Wochen bewusstlos im Krankenhaus. Vier Schwerverletzten wurden Körperteile amputiert.

Twitter / BBCNewsnight

Zu einer Gedenkveranstaltung wenige Tage später kamen tausende Menschen - und Prince Charles. Die Londoner Polizei stellte ein Zelt zur Befragung der Community auf und bestückte es nur mit schwulen und lesbischen Offizieren. Das sensible Vorgehen gilt als erster großer Schritt zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Behörden und Szene.

Twitter / BBCNews

Der damals 22-jährige Neonazi gab bei Vernehmungen an, dass er einen "Rassenkrieg" starten wollte und auch noch auf Pakistaner, "Degenierte" oder Juden gezielt hätte, wäre er nicht festgenommen worden. Er wurde im Jahr 2000 zu sechsmal lebenslänglich verurteilt. Nach einer Entscheidung des englischen Höchstgerichts aus dem Jahr 2007 darf er frühestens nach 50 Jahren entlassen werden. Für einen Angriff auf einen Mitgefangenen mit Rasierklingen erhielt er zusätzliche drei Jahre Haft, von denen er 18 Monate absitzen muss.

Bei dem Gedenken am Dienstag wird auch an den Thomas Douglas erinnert, einen Überlebenden des Anschlags auf den Pub, der 2017 starb, und an David Morely. Der damalige Bar-Manager hatte bei dem Anschlag leichte Verbrennungen erlitten. Rund fünf Jahre später wurde er nachts von einer Gruppe Jugendlicher in einer homophoben Attacke tödlich verletzt. (nb)

Twitter / BBCTheOneShow | Der London Gay Men's Chorus, der am Dienstag auf der Old Compton Street singt. Hier hatte er im Juni 2016 auch die Community bei einer Andacht nach dem Anschlag auf das "Pulse" in Orlando getröstet (queer.de berichtete)



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#1 PeerAnonym
  • 04.05.2019, 11:11h
  • Ich kann mich noch sehr gut an die damalige Meldung erinnern. Das war das erste mal, dass ich als junger Schwuler wirklich Angst hatte. Davor hatte ich immer das Gefühl, dass alles sehr schnell besser wird.

    Damals kannte ich London noch nicht, aber als ich das erste mal dahin fuhr, ging ich auch in die Old Compton Street und habe beim Admiral Duncan an die Opfer gedacht.

    Aber auch wenn die Opfer immer fehlen werden und wenn die Angst bei vielen Verletzten bleiben wird:
    es gibt einen Trost.

    Dieser Irre hat uns stärker gemacht und die Solidarität mit uns massiv vorwärts gebracht. Der hat das genaue Gegenteil erreicht.
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