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Keine Befreiung für Schwule
- 14. Mai 2019,

In der Gedenkstätte KZ Osthofen wird am Mittwoch die Ausstellung "Verschweigen - Verurteilen" eröffnet - Thema ist die Verfolgung von Homosexualität in Rheinland-Pfalz von 1946 bis 1973.
1945 endete die nationalsozialistische Diktatur und damit die intensivste Verfolgung von homosexuellen Menschen in der deutschen Geschichte. Wie in der NS-Zeit blieb jedoch auch in der Bundesrepublik männliche Homosexualität weiterhin verboten; die 1935 drastisch verschärften Strafbestimmungen der §§ 175 und 175a des Strafgesetzbuches (StGB) galten auch weiterhin.
Über 50.000 Männer verurteilte die bundesrepublikanische Justiz auf dieser unveränderten Rechtsgrundlage bis 1969. Am 13. Dezember 2012 entschuldigte sich der rheinland-pfälzische Landtag bei den Opfern und beschloss einstimmig mit den Stimmen der damals im Parlament vertretenen Parteien SPD, CDU und Grüne, sich der Vergangenheit zu stellen . Die Ausstellung "Verschweigen - Verurteilen" ist ein Resultat der Bemühungen um Aufarbeitung und Aufklärung.
Die mobile Schau des Ministeriums für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz zeigt die strafrechtliche Verfolgung von schwulen Männern und lesbischen Frauen sowie deren Lebensumstände von der Nachkriegszeit bis 1973. Das Ausstellungskonzept folgt der Alltäglichkeit und macht durch Bilder, Briefe, Fotos, Statistiken, Bücher und audiovisuelle Elemente die Schicksale der Menschen sichtbar.
Die Ausstellung wird am 15. Mai um 18 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen eröffnet und ist dort anschließend bis zum 30. Juni zu sehen. Mehr Infos, auch zum Begleitprogramm, gibt es in einem PDF-Flyer. (cw/pm)
Links zum Thema:
» Homepage der Gedenkstätte KZ Osthofen

















