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Lasst euch nichts gefallen!
- 16. Mai 2019,

Rund jede fünfte LGBTI-Person ist von Hasskriminalität betroffen, doch über 90 Prozent zeigen dies nicht an - eine neue Kampagne mit drastischem Logo will das ändern.
Die Aktion "Zeig sie an!" stellte das Projekt 100% Mensch am Mittwoch beim Bundesseminar des Kooperationspartners VelsPol Deutschland in Potsdam vor. "Mit unserer Kampagne möchten wir Dir einen kurzen Leitfaden an die Hand geben, was Du tun kannst, wenn Du aufgrund Deiner sexuellen Orientierung und/oder Deines Geschlechts von einer Straftat betroffen bist", heißt es auf der Website, die zahlreiche Informationen und detaillierte Tipps bietet.
Eine Anzeige helfe Opfern von Übergriffen bei der Verarbeitung und könne durch die statistische Erfassung zudem den notwendigen politischen Druck erzeugen, um die Situation von LGBTI in Deutschland zu verbessern, so das Projekt 100% Mensch.
Die von Holger Edmaier gegründete Initiative rät auch zur Anzeige bei Gewalt innerhalb der Beziehung oder bei unfreiwillig unsafen One-Night-Stands: "Beim Sex ohne das Wissen und Einverständnis des*der Partner*in das Kondom abzuziehen, ist eine Straftat." (cw)












Natürlich GIBT es Gewalt innerhalb von Beziehungen, und natürlich ist es problematisch, wenn ein Ficker kein Kondom verwendet, obwohl der Gefickte davon ausgeht, dass er das tut.
Allerdings sind die beiden Themenbereiche eben grundlegend verschieden und sollten nicht miteinander vermischt werden. Homo- oder transfeindliche Hassverbrechen haben einen völlig anderen Ursprung - es handelt sich da i.d.R. um Gewalt von AUSSEN aus grundsätzlich menschenfeindlichen Motiven.
Gewalt innerhalb von Beziehungen sowie unfreiwillig unsafer Sex kennzeichnen jedoch den Umgang miteinander INNERHALB einer Situation wie einer Beziehung bzw. eines Sexdates.
Durch eine solche Kampagne, die das alles in einen Topf wirft, kann z.B. die Stigmatisierung HIV-Positiver noch verstärkt werden. Sie werden ggf. auf die gleiche Stufe eines Verbrechens gestellt wie z.B. ein Hetero-Nazi, der mit dem Baseballschläger aus purem Hass auf Schwule eindrischt.
Es muss einem doch ins Auge springen, dass das völlig verschiedene Situationen und auch juristische Sachlagen sind? Wie kann man sowas denn bitte in eine einzige Kampagne packen?
Bevor ich den letzten Abschnitt des Artikels las, fand ich die ganze Sache gut und unterstützenswert. Der letzte Abschnitt jedoch zeigt mir, dass das Ganze 1) viel zu undifferenziert ist und 2) gewaltig nach hinten losgehen kann. Deshalb werde ich diese Kampagne NICHT unterstützen.