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Die ersten schwulen Koberfenster

  • 03. August 2019, noch kein Kommentar

Zum Amsterdam Pride übernehmen erstmals männliche Sexarbeiter die berühmten Bordell-Schaufenster im Rotlichtviertel der Grachtenstadt.

Mit der Aktion, bei der die Männer nur als Models fungierten, wollen das Selbsthilfe-Bordell My Red Light und die Escort-Plattform HUNQZ auf die Notwendigkeit sicherer Räume für Menschen, die anschaffen gehen, aufmerksam machen. "Auch Männliche Sexarbeiter brauchen gute, sichere und legale Arbeitsplätze. Wir schlagen eine Zukunft vor, in der Sexarbeiter anderen selbstständigen Unternehmern gleichgestellt werden", heißt es in einer Pressemitteilung. "Sie verdienen die gleichen Rechte und Ansprüche". Der Amsterdam Pride steht in diesem Jahr unter dem passenden Motto "Remember the Past, Create the Future".

Die ersten Männer in den sogenannten Koberfenstern sind allerdings nur zum Angucken da - Freier sollen laut HUNQZ nicht auf ihre Kosten kommen. Im Gegenzug wird das strenge Fotografierverbot im Rotlichtviertel aufgehoben, und die Aktion-Models stehen für Selfies zur Verfügung. "Auf diese Weise hoffen wir, dass die Pride-Besucher mehr über männliche Sexarbeiter erfahren und was für sie wichtig ist", so die Initiatoren.

In den Amsterdamer Bordell-Schaufenstern weisen rote Lampen traditionell auf cis Sexarbeiterinnen hin, während blaue Lampen bei trans Kolleginnen zum Einsatz kommen. Die Frauen sitzen meist in Reizwäsche auf einem Hocker am Fenster und sprechen Passanten teilweise selbst an. Am Fenster wird der Lohn verhandelt. Bei Einigung über den Preis der gewünschten sexuellen Dienstleistung werden die Freier ins Haus gelassen.

Das Motto des Amsterdam Pride erinert zugleich an ein Jubiläum, an 50 Jahre Stonewall-Aufstand in der New Yorker Christopher Street, der zum Ausgangspunkt der weltweiten Prides wurde. In Amsterdam wird er mit einer neuntägigen CSD-Woche und einem großen CSD-Wochenende mit Parties und der "Canal Parade" mit Booten in den Grachten begangen. (cw)



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